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Professor Dr. Christian Schönwiese.

Neues Buch veröffentlicht

Professor Dr. Christian Schönwiese ist der Fachmann fürs Klima

Der Oberurseler Professor Dr. Christian Schönwiese ist Experte für statistische Klimaforschung. Nun hat er ein neues Buch veröffentlicht, dass auch Laien den Klimawandel erklärt.

Oberursel - „Schon als Schüler habe ich mich für Wetterphänomene wie Sturm, Hagel oder Gewitter interessiert“, erinnert sich Christian Schönwiese. Das Interesse blieb, er studierte Meteorologie. Bereits im Studium beschäftigte sich der heute 78-Jährige mit dem Klimawandel – und war so fasziniert, dass das Thema ihn bis heute nicht losgelassen hat.

Nun hat er ein neues Buch mit dem Titel „Klimawandel kompakt“ geschrieben, das im Borntraeger Verlag erschienen und für 19,90 Euro erhältlich ist. Am kommenden Montag stellt Schönwiese es bei „Alle Wetter“ im Hessen-Fernsehen (19.15 Uhr) vor.

Zurück in die Studienzeit: „Unter Wissenschaftlern war die Erderwärmung schon damals, Anfang der 1960er Jahre, großes Thema. Ich habe mich immer gewundert, warum die Öffentlichkeit sich nicht dafür interessieren schien“, sagt Schönwiese.

1981 wurde Christian Schönwiese an das Institut für Atmosphäre und Umwelt an die Uni Frankfurt berufen, um dort die Arbeitsgruppe Klima aufzubauen. „Als statistischer Klimatologe sammle ich lange Messdatenreihen von etwa 10 000 Messstationen weltweit“, erläutert der inzwischen emeritierte Professor, der gern klassische Musik hört, Klavier spielt und mit seiner Frau Kunstreisen unternimmt.

Erklärungen finden

Die Werte werden von den örtlichen Wetterdiensten erfasst und von Schönwiese und seinem Team in einer Grafik dargestellt und interpretiert. „Meine Aufgabe bestand darin, mir die Trends anzuschauen und Erklärungen dafür zu finden.“

Die Erkenntnisse, zu denen der Wissenschaftler kommt, sind nicht gerade beruhigend. „Gedanken an die Zukunft machen mir schon manchmal Angst“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder. „Innerhalb der nächsten 100 Jahre droht uns eine Erderwärmung von voraussichtlich zwei bis vier Grad“, meint er. Die Folgen wären drastisch. „Das Grönland-Eis könnte abschmelzen, und das wiederum würde einen Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter bedeuten“, erläutert der Klimaforscher. Inseln wie die Malediven oder Fidschi würden versinken. Aber auch Extremwetterlagen wie Stürme, Dürren, Erdrutsche und Starkregen könnten zunehmen.

Obwohl er 2006 in Rente gegangen ist, hält Christian Schönwiese noch immer eine Vorlesung zum Thema Klimawandel im Fachbereich Umweltwissenschaften an der Uni Frankfurt. Auch als Gutachter und Berater ist er gefragt. 2006 wurde er zum Ehrenmitglied des Physikalischen Vereins der Universität Frankfurt ernannt und 2007 mit der Süring-Ehrenplakette der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Warnen ist Pflicht

Auch auf Vorträgen oder wenn er als Experte Rede und Antwort steht, wird er nicht müde zu warnen. „Das ist doch meine wissenschaftliche Pflicht“, sagt der Klimaforscher. „Die Menschheit bringt sich in große Schwierigkeiten, wenn sie nichts ändert. Wenn wir heute das Steuer herumreißen wird es Jahrzehnte dauern, bis wir den Erfolg spüren können. Unsere Enkel werden aber davon profitieren.“

von Christine Arac

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