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Ab der Kreuzung mit der L 3004 an der Hohemark ist die B 455 seit Montag gesperrt. Die Asphaltfräse hat ihre Arbeit aufgenommen.

Bauarbeiten

Fahrbahnsanierung auf der B 455 hat begonnen

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Bis zum 13. Juli ist die B 455 vom Autobahnende der A 661 an der Ausfahrt Oberursel Nord bis zur Einmündung zur L 3004 in Hohemark wegen Deckensanierungen voll gesperrt. Während der Bauphase kann es in Oberursel zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Um 8 Uhr ist für den Kraftprotz oben an der Anschlussstelle Hohemark Schichtbeginn. Die Spannketten der rund 1000 PS starken Asphaltfräse setzen sich mit einem Ruck in Bewegung. Mit unbändiger Kraft bohren sich 180 Stahlmeißel auf einer sich entgegen der Fahrtrichtung drehenden Walze in den alten Straßenbelag der B 455. Während auf dem gesperrten Abschnitt der B 455 die Sanierungsarbeiten ihren gewohnten Gang gehen, ist für Autofahrer aus Richtung Königstein und Kronberg sowie Schmitten die Anfahrt nach Oberursel und zur A 661 alles andere als normal.

Weil keine Großbaustelle vollkommen reibungslos abläuft, kam es prompt am ersten Tag der Umleitung zu großen Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. Wie Autofahrer berichteten, staute sich am Montag der aus Richtung Königstein kommende Verkehr auf der Bundesstraße schon weit vor der Abfahrt an der Hohemark.

„Ich habe vom Stauende, über die Hohemarkstraße bis zum Linksabbiegen zur Anschlussstelle Oberursel Nord an der A 661 geschlagene 50 Minuten gebraucht“, berichtet uns eine Leserin dieser Zeitung vom Mega-Stau am Montag. „Viele Autofahrer waren völlig gereizt“, fügt sie hinzu. Auch am Dienstag und Mittwoch bildete sich auf der Kanonenstraße vom Sandplacken kommend immer wieder ein erheblicher Rückstau. Pendler aus dem Usinger Land, die lediglich zur Arbeit nach Kronberg wollten, berichteten von Verspätungen von bis zu zwei Stunden.

Geduld war auch in der Gegenrichtung während des Berufsverkehrs zu Feierabend für stadtauswärts zur Hohemark fahrende Autofahrer gefragt. Der Verkehr floss mal mehr, mal weniger flott ab – oft zähflüssig und stockend. Trotz Ferienzeit waren deutlich mehr Autos, vor allem Lastwagen auf der Hohemarkstraße unterwegs.

Zumindest für das Verkehrschaos am Montagvormittag gab es eine plausible Erklärung: „In der parallel zur Hohemarkstraße verlaufenden Dornbachstraße hat es im morgendlichen Berufsverkehr einen Unfall zwischen einem Linienbus und einem Pkw gegeben, weshalb die Straße nicht mehr durchgehend befahrbar war“, schildert Polizeisprecher Volker Hammann. „Die Auswirkungen haben sich auf das gesamte Viertel ausgewirkt.“

Völlig unbeeindruckt von den Vorkommnissen auf Oberursels Ausfallstraße frisst sich oben an der Baustelle die monströse Baumaschine regelrecht in die alte Fahrbahndecke der B 455 und verschlingt die aufgebrochenen Asphalt förmlich. Nach kurzer Zeit spuckt die fast eine Millionen Euro teure Maschine das abgefräste Material über ein Förderband auf einen vorneweg fahrenden Muldenkipper wieder aus.

Durch Hupzeichen wird dem Fahrer des Lasters signalisiert, dass er ein Stück weiter vorfahren kann. Das wiederholt sich alle 30 Sekunden. Im Zeitlupentempo frisst sich die Fräse nun seit Montag auf dem rund 2,5 Kilometer langen Abschnitt der Bundesstraße von früh bis spät durch den Asphalt. „Wir fräsen insgesamt rund 7000 Tonnen Fahrbahnbelag ab“, teilt dazu Bauleiter Jakob Arthen mit.

Gut ein Dutzend Muldenkipper sind für den Abtransport des alten Asphalts zur Mischanlage der Firma Schütz in Oberursel-Weißkirchen (hinter der Krebsmühle) im Einsatz. Auf der B 455 stehen die Brummis Schlange und warten darauf, dass sie beladen werden. Sobald ein Lastwagen beladen ist, fährt dieser fort und ein anderer rückt nach.

„Ein Teil des abgefrästen Asphalts wird bei der Herstellung des neuen Asphalts wiederverwertet“, erläutert Arthen. „Ein anderer Teil wird nach dem Abfräsen für die tragende und grundlegende Schotterschicht erneut eingebaut.“ Nach Angaben von Hessen Mobil investiert das Land Hessen in die Straßensanierung rund 930 000 Euro.

Die von der Firma Schütz in Weißkirchen betriebene Mischanlage wird übrigens schon bald auch mit der an der PPR-Kreuzung abgetragenen Fahrbahn gespeist. Doch im Rhein-Main-Gebiet wird aktuell so viel gebaut, dass auch in Hanau und Wiesbaden weitere vergleichbare Anlagen betrieben werden, wo überall Beton, Gestein und Asphalt zerkleinert und recycelt wird.

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