Die Fahrgastlobby des Hochtaunuskreises fordert die Verlängerung der U2 von Gonzenheim zum Homburger Bahnhof.
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Die Fahrgastlobby des Hochtaunuskreises fordert die Verlängerung der U2 von Gonzenheim zum Homburger Bahnhof.

ÖPNV

Fahrgastlobby fordert raschen Ausbau der U 2

  • VonMatthias Pieren
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Das Bad Homburger Stadtentwicklungskonzept ISEK 2030 mobilisiert die Menschen in der Kurstadt. Rund 6000 Bürger haben sich bislang an dem Stadtdialog „Fokus Zukunft“ beteiligt. Aus den im Bereich Mobilität und Verkehr eingebrachten Vorschlägen zieht die Fahrgastlobby Hochtaunus ihre Schlüsse.

Das große Interesse der Bürger am Stadtentwicklungskonzept der Stadt Bad Homburg überrascht, erfreut und ermutigt nicht nur die Verantwortlichen in Politik und Rathaus. Die Fahrgastlobby Hochtaunus hat die online veröffentlichten Rückmeldungen aus der Bevölkerung unter dem Gesichtspunkt des ÖPNV ausgewertet.

Aus der Fülle der online einzusehenden Anregungen der Bürger werde der Bereich Mobilität und Verkehr am allermeisten angesprochen, so die ehrenamtliche Interessenvertretung von Fahrgästen im Hochtaunus. „Der ÖPNV zwischen Bad Homburg, seinen Nachbarstädten und vor allem nach Frankfurt steht hier ganz oben an“, berichtet Prof. Walter Söhnlein. „In absehbarer Zeit müssen entscheidende Verbesserungen und wirksame Maßnahmen ergriffen sowie die Weichen richtig gestellt werden. Andernfalls entstehen große Nachteile für die künftige Entwicklung unserer Stadt.“

Pendler und ÖPNV-Kunden in der Region hätten längst erkannt, dass Verspätungen von Bus und Bahn nur die Symptome einer viel tiefer liegenden Erkrankung seien. Einzig mit einem Schienenausbau könne der drohende Verkehrskollaps verhindert werden. Deshalb fordert die Fahrgastlobby den raschen Ausbau und die Verlängerung der U2 zum Bahnhof Bad Homburg.

„Mit der Elektrifizierung der Taunusbahn und der bis Usingen verlängerten S5 werden noch mehr Menschen aus dem Usinger Land auf dem Schienenweg nach Bad Homburg kommen“, sagt Söhnlein. „Wenn nicht ein großer Teil der Fahrgäste in Bad Homburg direkt in die U2 umsteigen kann, wird die S5 ab Bad Homburg, spätestens ab Oberursel überfüllt sein.“

Entlastung für S 5

Bekanntlich stand genau dies auch in der Beschlussvorlage beim Kreistagsbeschluss zur Elektrifizierung der Taunusbahn im Jahr 2015. „Durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie U2 zum Bahnhof Bad Homburg wird die S5 in Richtung Frankfurt um über 4 000 Fahrgäste pro Werktag entlastet, was für die Funktionalität des Betriebskonzeptes (einer verlängerten S5, die Redaktion) dringend notwendig ist“, steht dort geschrieben.

Dass man sich in der Kurstadt trotz vorliegenden Baurechts mit dem Ausbau der U2 so schwer tue, ist für Söhnlein nicht nachvollziehbar. „1971 wurde die alte Straßenbahn der Linie 21 von Frankfurt in die Louisenstraße nach Bad Homburg eingestellt, weil zeitgleich der Bau der heutigen U2 bis zum Bad Homburger Rathaus geplant war. Die Endstation in Gonzenheim war eigentlich nur eine Interimslösung.“

Bislang nur halbe Sache

Die seinerzeit in Auftrag gegebene Prognos-Studie habe die jetzige Endhaltestelle als das „Produkt einer nur halb ausgeführten Planung“ kritisiert. So hätten bislang die in den Bau der U-Bahn-Strecke investierten Finanzmittel ihre Wirkung zugunsten der Fahrgäste auch noch gar nicht richtig entfalten können.

„Wenn heute immer wieder von den Gegnern der U-Bahnverlängerung auf die hohen Kosten hingewiesen wird, so muss man dagegen halten, dass schon erhebliche Steuermittel aufgewendet worden sind, die bei einem Ausbleiben der Verlängerung endgültig in den Sand gesetzt wurden“, gibt Söhnlein das Fazit der Fahrgastlobby in der Frage wieder. Es seien bereits zu viele Pläne, Gutachten und Überlegungen für das längst fällige Projekt zerredet worden. Anstatt weiterhin kostspielige Gutachten in Auftrag zu geben, von denen schon einige in den Archiven der Stadtverwaltung schlummern, sollte man endlich die Realisierung des Möglichen anpacken.

„Die Stadt muss endlich die Versprechungen einlösen, die jahrzehntelang den Bürgern gemacht worden sind“, heißt es denn auch in einer Pressemitteilung der Fahrgastlobby: „Jetzt sind mit dem Baurecht alle rechtlichen und auch finanziellen Voraussetzungen gegeben. Daher muss jetzt die Gunst der Stunde genutzt werden, sonst ist für lange Zeit diese wichtige Chance für unsere Stadt vertan.“

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