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An diesem Samstag und Sonntag hat das Wirtshaus „Zum Adler“ zum letzten Mal von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Die Pächterfamilie Roth hört auf.

Familie Roth verlässt den Hessenpark - Wirtshaus Adler und das Landhotel letztes Mal geöffnet

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Die „Hessenpark Gastgeber“ sind ab Januar 2019 für das gastronomische Angebot im Hessenpark verantwortlich. Die Verpachtung von Hotel und Gastronomie wurde offiziell ausgeschrieben. Die Pächterfamilie Roth hat sich an dieser Ausschreibung nicht beteiligt und kein Angebot abgegeben.

Das Wirtshaus „Zum Adler“, das Landhotel „Zum Hessenpark“ mit seinem Restaurant „Alter Markt“ und die Schenke „Martinsklause“ aus Remsfeld sind die Pfeiler des gastronomischen Angebotes des Hessenparks. Alle drei wird es auch im Januar noch geben, dann allerdings unter einem neuen Pächter und Betreiber namens „Hessenpark Gastgeber“ aus der Rhön.

Die Pächterfamilie Roth verlässt den Hessenpark nach 22 Jahren: „Wir gehen nicht im Groll, sondern im Guten“, sagen Arno Roth und seine Söhne Sebastian (36) und Benjamin Roth (34). Arno Roth ist 69 Jahre alt, und für seine Söhne kam es nicht in Frage weiterzumachen.

In den Unruhestand

Über die genauen Gründe hüllen sie sich in Schweigen. Vielmehr betonen sie: Wir gehen im Guten auseinander. „Ich bin froh, dass wir ein Ende gefunden haben“, sagt Benjamin Roth und weiter: „Wir haben in den 22 Jahren hier viel erlebt, sind quasi hier aufgewachsen.“ Er, gelernter Hotelfachmann, habe sich schwerpunktmäßig ums Hotel gekümmert, der ältere Bruder Sebastian, ausgebildeter Veranstaltungskaufmann, ums Traditionswirtshaus Adler. Nichtsdestotrotz ist einem Brief der Familie Roth an die Mitarbeiter, der der TZ vorliegt, zu entnehmen, dass die Interessen zwischen ihr und dem Hessenpark manchmal „konträr“ gewesen sein müssen.

In der Sendung „Hessen à la carte“ war der Koch Arno Roth regelmäßig im HR-Fernsehen zu sehen

Arno Roth verlässt Neu-Anspach zwar, doch er denkt noch nicht daran, sich aufs Altenteil zurückzuziehen. „Ich weiß noch nicht“, antwortet er auf die Frage, ob das nun das Ende seiner Berufslaufbahn ist, „aber nur zu Hause sitzen ist nichts für mich“, sagt der 69-Jährige, der im Nachbarlandkreis Limburg-Weilburg lebt.

Angefangen hatte Arno Roths Karriere als Koch in der Küche. „Der Koch ist das Herz eines Betriebs“, sagt der Küchenmeister.

Nach seiner Ausbildung hat Roth sich mit 30 Jahren selbstständig gemacht. „Irgendwann will man für sich selbst arbeiten“, sagt er über seine Beweggründe damals. Gestartet mit einem Partyservice und später mit einem eigenen Feinkostladen, übernahm Roth den Solmser Hof in Braunfels, bevor sich dann als nächster Karriereschritt die Übernahme des Wirtshauses im Hessenpark auftat. Das war 1997, das Hotel ging erst sechs Jahre später, 2003, mit Roth als Hauptpächter in Betrieb. Hauptpächter des Restaurants war die Licher Privatbrauerei (heute Bitburger Braugruppe).

Am 2. Januar geht’s weiter

Das Gasthaus „Zum Adler“ geht Anfang nächsten Jahres in die Sanierung. „Dennoch muss kein Museumsbesucher hungrig nach Hause gehen“, sagt Pia Preuß, Pressesprecherin des Freilichtmuseums. Ab dem 2. Januar hat das Hotel täglich geöffnet. Dort gibt es verschiedene Gerichte (auch ein veganes) sowie kalte und warme Getränke zur Auswahl.

Name bleibt

Analog zu den Museumsöffnungszeiten könne man in der Martinsklause von Januar bis Anfang März samstags und sonntags Einkehr halten, wenn die Witterung es zulasse. Ab Saisonbeginn sei die Martinsklause dann täglich geöffnet. „Mit dem Abschied der Familie Roth geht im Hessenpark eine Ära zu Ende. Viele, viele Jahre lang haben die Roths unsere Gäste verköstigt, Feiern ausgerichtet und der Museumsgastronomie ein Gesicht verliehen“, so Preuß. Dass die neuen Pächter die Namen von Gasthaus und Co. beibehalten, erklärt Mario-Sebastian Fertig so: „Für eine Namensänderung gab es museal keinen Spielraum“, zudem seien der Name beziehungsweise die Namen in der Region gut etabliert, sagt Fertig. Er ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Unternehmensgruppe, die mittlerweile unter einem neuen Namen firmiert (GHC Service OHG statt Howa Catering & Events OHG).

Die Dachmarke aller Angebote heißt „Hessenpark Gastgeber“. Ziel sei es, die Gastronomie touristisch auszubauen, um auch Wanderer und Familien am Wochenende ins Hotel zu locken. Neben Hotel und Gastronomie, setzen die neuen Pächter auch verstärkt auf Catering an mehreren Veranstaltungsorten (Scheune aus Gottstreu, Tanzsaal der Martinsklause, Fruchtspeicher aus Trendelburg).

Die neuen Pächter waren zuletzt wegen eines Insolvenzverfahrens in den Schlagzeilen. Dieses Verfahren „läuft gegen die Howa Management GmbH, betroffen sind davon hauptsächlich Betriebe in der Rhön“, sagt Pia Preuß. „Diese hat Howa mit dem ehrenwerten Ziel betrieben, dem ländlichen Gasthaussterben entgegenzutreten. Betriebswirtschaftlich ist der Plan leider nicht aufgegangen.“

Info: Mit dem Bus zum Rewe-Weihnachtsmarkt

An diesem Wochenende findet wieder der Rewe-Weihnachtsmarkt im Hessenpark statt. An beiden Tagen, also heute und morgen, fahren Shuttle-Busse zum Freilichtmuseum. Eine Haltestelle zum Umsteigen gibt es nicht an der Lochmühle, wo auch ein ausgewiesener Parkplatz ist, sondern weitere auch entlang der Kreisstraße K 725 Richtung Wehrheim. Die Straße wird zudem zum verlängert Parkstreifen. Eine Fahrspur fällt weg zwischen Brückenmühle und dem Anschluss Wehrheim-Süd an die B 456.

Der Weihnachtsmarkt ist der Publikums-Magnet am 3. Adventswochenende. Auf dem festlich beleuchteten Marktplatz bieten zahlreiche Aussteller Geschenkartikel und Kunsthandwerk und Kulinarisches an sowie auch Weihnachtsbäume.

Zum ersten Mal in diesem Jahr ist auch der Privatradiosender Hit Radio FFH auf dem Weihnachtsmarkt mit einem Stand vertreten. Die FFH-Moderatoren verkaufen selbst gebackene Stollen zugunsten des Vereins „Clown Doktoren“. Es gibt außerdem ein buntes vorweihnachtliches Programm für die ganze Familie. nni

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