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Zusätzlich eingesetzte Winterbusse sollen am Wochenende den Verkehrsdruck im Taunus mindern. Dumm nur, wenn der Bus nicht kommt.

Keine Entschädigung

Familien warten vergeblich auf die Fahrt zum Taunusgipfel

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Am Wochenende werden auf dem Großen Feldberg noch Schneereste liegen. Doch die Wintersaison neigt sich wohl endgültig dem Ende zu. Auch der an Wochenenden zusätzlich verkehrende RMV-Winterbus wird im Frühling eingestellt. Dieser brachte zuletzt für eine Leserin böse Überraschungen.

Längst hat es sich auch in Frankfurt herumgesprochen, wie groß gerade an Winterwochenenden der Besucherdruck auf die Feldbergregion ist. Wie gut, dass auch Naherholungssuchende aus der Main-Metropole das zusätzliche Busangebot des RMV hinauf auf „ihren Hausberg“ nutzen können. Während der Winterwochenenden verkehren ab der U-Bahn Endstation Hohemark die so genannten Winterbusse des RMV im Halbstundentakt hinauf zum Feldberg. Unsere Leserin Sina Burghard aus Frankfurt musste allerdings erleben, dass das nicht immer der Fall ist.

Gemeinsam mit ihrer Familie hatte sie sich kürzlich mit der U-Bahn zum Schneevergnügen in den Taunus aufgemacht. Doch Lust und Laune verging den Burghards bereits in Oberursel. Über eine Stunde lang fuhr bei Schneefall kein Bus.

„Zwischen 9.33 Uhr und 11.03 Uhr warteten viele Familien vergeblich bei eisiger Kälte auf den Bus. Das war für unsere Kinder frustrierend. Beim RMV-Service-Telefon konnte niemand etwas über den Grund der Ausfälle oder über den Zeitpunkt sagen, wann der nächste Bus fährt“, berichtet sie.

Mit ihrer Kritik hatte sie sich per E-Mail an den RMV gewendet und ihre Hoffnung auf Entschädigung zum Ausdruck gebracht. Nachdem die Frankfurterin dann vom Betreiber der Feldberg-Linie, der HLB Hessenbus, eine Rückmeldung erhalten hatte, war sie erst recht verärgert: „An besagtem Tage kam es bis 12 Uhr aufgrund von Schnee und glatter Straßen zu Beeinträchtigungen und Ausfällen“, teilte dazu Michael Böttger vom HLB-Qualitätsmanagement sein Bedauern mit. Die Straßenverhältnisse seien an jenem Tag extrem schwierig und das Steuern eines Busses zu gefährlich geworden.

„Die Straßen waren nicht überall geräumt. Die letztendliche Verantwortung für das Fahrzeug und die Fahrgäste liegen beim Fahrer. Er muss entscheiden, ob es die Straßenlage noch zulässt, die Fahrt ohne Gefahren für Leib und Leben der Fahrgäste fortzusetzen“, erläutert Böttger, um abschließend zu fragen: „Gefahrguttransporte haben den Betrieb bei Eis- und Schneeglätte sofort einzustellen. Busse aber sollen weiterfahren?“

Der Hoffnung auf eine Erstattung der Fahrkosten erteilte der Mann von der HLB Hessenbus eine Absage. „Die Straßensituation bei solchen Wetterverhältnissen liegt nicht in unserem Einflussbereich und wir können deshalb auch keine Entschädigungszahlungen veranlassen“, sagt Böttger. Eine Antwort, mit der sich Sina Burghard nicht anfreunden kann. Bleibt dennoch die Frage, wann der Entschädigungsanspruch von Kunden des RMV überhaupt greift. Im Internet findet man eine freiwillige Garantieerklärung, die „RMV 10-Minuten-Garantie“ ein. Die dort auflaufenden Beschwerden würden dann überprüft, inwieweit Zahlungen geleistet werden, erklärt Böttger. Auch Taxirechnungen könnten dort eingegeben werden.“ Die Beschwerde werde über die lokale Nahverkehrsgesellschaft – im vorliegenden Fall die Verkehrsgesellschaft Hochtaunus – an den jeweiligen Busbetreiber weitergeleitet.

„Starke Schneefälle und Straßenglätte, Sturm, andere Unwetter oder Naturgewalten sowie Streik oder Bombendrohungen fallen unter die Kategorie ,höhere Gewalt‘ “, so Böttger weiter. Ansprüche auf Fahrpreiserstattungen aufgrund höherer Gewalt seien vom RMV auf maximal zwei Fahrten am Tag aber beschränkt. „Sind die Gründe des Ausfalls jedoch vom Busbetreiber zu vertreten – dazu zählen Defekt am Bus, Fahrer- oder Dispositionsfehler –, erstatten wir die anfallenden Taxikosten für die vom Kunden gewählte Fahrstrecke bei Vorlage einer entsprechenden Taxiquittung“, erklärt Böttger.

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