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"Unterwegs" hat Christiane Winkler ihren Eindruck vom Farbenspiel der Natur rund um die alte Brücke genannt. 

Ausstellung in Wehrheim

Farbenspiele verzieren das Rathaus

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Sechs Künstler aus der Region zeigen ihre eigene Definition von einer bunten Welt. Die aktuelle Kunstausstellung im Wehrheimer Rathaus ist besonders farbenfroh. Über 30 Bilder unter dem Motto "Spiel der Farben" passen besonders gut zum Sommer.

Wehrheim – Wenn Sonne den Lichthof im Wehrheimer Rathaus durchflutet, kommt die Intensität und Vielfalt der Farben auf den über 30 Bildern besonders gut zur Wirkung. Die aktuelle Ausstellung haben sechs Künstlerinnen aus der Region dem "Spiel der Farben " gewidmet.

Die verschiedenen Formate und Maltechniken, vor allem aber die besonderen Farbkompositionen machen die Ausstellung interessant. Eine der Malerinnen ist Christiane Winker. Sie gab zur Vernissage eine kurze Einführung und bemühte dabei auch die Naturwissenschaften. Sie erläuterte, wie das Sehen im menschlichen Auge funktioniert und daraus erst im Gehirn wieder ein Bild wird.

"Aus 200 Farbtönen, 20 Sättigungen und 500 Helligkeitsabstufungen entstehen rund zwei Millionen Farbvalenzen", so Winkler. Das Farb-Empfinden sei individuell ausgeprägt. Markante Farben wie Postgelb, Feuerwehrrot und Magenta, das einen Telefonanbieter kennzeichne, sei jedem geläufig. "Aber welche Farbe hat der Schnee, welche das Meer und welche die Schatten?", fragte Winkler und sagte: "Wir Künstler haben die Aufgabe und das Vergnügen, unterschiedliche Farbnuancen einzufangen."

Diverse Techniken

Die sechs ausstellenden Künstlerinnen machen das auf ganz verschiedene Weise. "Wir treiben es bunt", meinte Winkler.

Balitzki präsentiert sich als die Frau mit den farbigen Schatten und den satten Farben. Kunterbunte Arbeiten von wunderbarer Leichtigkeit entstehen bei ihr durch die Acryl-Fließtechnik. Ihre Lieblingsfarbe scheint Blau zu sein. In dieser Farbe schimmert die "Lagune" und sie dominiert auch das "Paradies auf Erden". Manuela Ludwig malt Blumen, wie sie sie sieht, aber auch verspielt wirkende abstrakte Bilder.

Alle ihre Werke sind großformatig und sprechen in ihrer Farbgewalt beim Betrachter vor allem das Gefühl an. "Beim Malen lasse ich auch in erster Linie das Gefühl sprechen", meint sie. Die Französin Gisèle Brandscheid liebt besonders die kräftigen Farben.

Besonders farbintensiv kommt ihre Impression eines Regenbogens daher, der in Öl auf Hartfaser eine besondere Leuchtkraft hat. Ihr Clown zeigt in einem ausdrucksvollen Gesicht voller Kontraste das bunte Leben. Gesilla Tietze fällt mit zwei beeindruckenden Landschaftsbildern regelrecht aus dem Rahmen. Je nachdem, wie der Lichteinfall ist, wirken die Ansichten düster. Damit erzeugt sie einen besonderen Effekt.

Gesilla Tietze (von links), Gabi Balitzki, Christiane Winkler, Gisèle Brandscheid und Manuela Ludwig haben bei der Ausstellung die Farben im Auge. Auf dem Foto fehlt Helga Esfahani.

"Die groben Quarzkörner werfen Schatten, wenn das Licht von der Seite kommt", erläutert sie und ergänzt: "Wenn die Sonne direkt drauf steht, gibt es keine Schatten, und aus den Farben der Natur sticht das Rot dann hervor."

Bei Helga Esfahani sind es weniger die Farben in Erdtönen als die Lebendigkeit ihrer abstrahierten Figuren, die die Ausdrucksstärke ihrer Bilder ausmachen.

Christiane Winkler, die lange nur monochrom gezeichnet hat, bekannte: "Auf einmal habe ich entdeckt: Ich brauche Farbe." Das sei nicht nur so, wenn ein Bild entstehe. Eines ihrer Werke "Weg ins Licht" habe bei ihr zu Hause einen festen Platz, und schon bei der Vernissage stellte sie fest: "Es fehlt mir schon jetzt." Aber wenn sich ein Käufer fände, würde sie sich von dieser Arbeit auch trennen.

Der Verkauf sei bei einer Ausstellung im Rathaus schwierig, gab der Organisator der Ausstellung, Friedrich Rohrbach, auf Anfrage zu. Es gehe im Rathaus um einen ganz anderen Aspekt. "Wir müssen Präsenz zeigen in einer Zeit in der eher wenig Bilder verkauft werden." In Anbetracht der Qualität ihrer Bilder müssten aus seiner Sicht die Künstler auch mal über eine höhere "Verpreisung" nachdenken.

Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) ist jedenfalls froh, dass das Rathaus auch in den Sommermonaten farbenfrohe Bilder zeigen kann, die Freude bringen, aber auch zum Nachdenken anregen. Noch bis Ende August ist die vielseitige Ausstellung zu den Öffnungszeiten im Wehrheimer Rathaus zu sehen.

Von Evelyn Kreutz

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