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Fast fünf Tonnen Hilfsgüter für die Ukraine gesammelt

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Von: Nina Fachinger

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Geschäftsführer Martin Machnik und Helferin Michaela Velte auf dem Grundstück der Container-Galerie in Westerfeld. Im Hintergrund befinden sich die Container, in denen die Spenden für Ukraine-Flüchtlinge gesammelt wurden. Es sind mehrere Tonnen Lebensmittel, Hygieneartikel und Babynahrung darin. © Red

Familie Machnik sammelt im Neu-Anspacher Stadtteil Westerfeld einen ganzen Container voller Spenden für die unter dem Krieg leidenden Menschen in der Ukraine

Neu-Anspach-Westerfeld. Martin Machnik, Geschäftsführer der Container-Galerie in Westerfeld, ist begeistert von der Unterstützung in Neu-Anspach und Umgebung. »Es ist schön, die Bereitschaft der Menschen zu sehen. Ich hoffe, dass unsere Spenden auch ankommen.« Am 24. März fährt ein Lkw mit mit Ziel Slowakei los.

Machnik hat seit Monatsanfang Spenden gesammelt für die Menschen in der Ukraine, die aus ihrer Heimat vor dem Krieg flüchten mussten. Die Sammlung hat er am vergangenen Wochenende abgeschlossen.

Zwölf Helfer nehmen vier bis fünf Tonnen Hilfsgüter entgegen

Den Aufruf hatte die Stadt auf ihrer Homepage veröffentlicht, viele Spendenwillige wurden auch über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook auf die Aktion aufmerksam. Freunde, Kollegen und Nachbarn teilten den Aufruf fleißig im Internet oder mündlich. »Wir haben den Platz und die Möglichkeit dafür, sonst hätten wir es nicht gemacht«, sagt Ehefrau Aleksandra Machnik. Ihrem Ehemann war es ein besonderes Anliegen, vor allen Dingen den Flüchtlingskindern zu helfen.

Trinkwasser, Babynahrung, Windeln, haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel, Decken, Schlafsäcke, Isomatten, Kerzen und Verbandsmaterial benötigen die Menschen im Kriegsgebiet. Vier bis fünf Tonnen Spenden kamen zusammen. Gemeinsam mit zwölf Helfern wurden sie auf dem Firmengrundstück in der Straße Zum Kirchborn 16 entgegengenommen.

Gesammelt wurde in jeder freien Minute, und bereits am ersten März-Wochenende brachte Machnik die bis dato bei ihm eingegangenen Hilfsgüter zu einer Kirche in Friedrichsdorf, die noch Platz in einem halbvollen Lkw hatte. »Was da war, wurde in den Lkw gepackt und nach Rumänien gefahren«, so Machnik.

Ende des Monats gehen die Spenden der Westerfelder in die Slowakei

Die Westerfelder Spenden gehen Ende des Monats in die Slowakei. Gemeinsam mit der in Ober-Ramstadt lebenden Ukrainerin Hanna Denchenko hat er einen 40-Tonner gemietet. Denn auch diesen Lkw hätte seine Mitstreiterin nicht alleine voll bekommen, sagt Machnik. »Der Lkw war nur zur Hälfte gefüllt, jetzt nehmen wir einen zusammen.«

Ziel ist ein Krankenhaus an der slowakisch-polnischen Grenze, das wiederum als Spendensammelstelle fungiert. »Eine Bekannte aus der Slowakei hat den Kontakt zur slowakischen Regierung hergestellt«, berichtet Machnik. Er zahle zwar keinen Zoll, habe aber mit einiger Bürokratie kämpfen müssen.

Im Vorfeld viel Bürokratie, weil die Ukraine nicht zur EU gehört

Für jedes Spendenteil musste er eine Liste mit dem Wert der Waren erstellen. »Es gibt so viel Bürokratie, weil die Ukraine nicht zur EU gehört.« Er musste also warten, bis die Zollpapiere vorliegen, hieß es aus der Slowakei. Auch wenn es sein Wunsch gewesen wäre, dass der Lkw schon diese Woche Richtung Slowakei fährt.

Den 40-Tonner hat Machnik für den 24. März bestellt. Dann wird der Lkw in Westerfeld vor der Container-Galerie vorfahren und die Spenden aufladen. »Ich werde versuchen mitzufahren, wenn es die Zeit erlaubt und auf dem Lkw Platz ist«, kündigt der Geschäftsführer an.

Schwierige Situation für Familie Machnik: Cousine ist in Mariupol gefangen

Die Situation der Familie ist allerdings auch privat angespannt, denn im ukrainischen Kriegsgebiet, 85 Kilometer von der umkämpften Stadt Mariupol entfernt, lebt eine Cousine mit ihren Angehörigen. »Sie sind da eingeschlossen.«

Und in Deutschland? »Unglaublich« findet Machnik die bürokratischen Hürden, mit denen sich Menschen konfrontiert sehen, die Flüchtlinge aufnehmen wollen. Er erzählt, dass sein Nachbar, der eine ukrainische Familie aufgenommen habe, jetzt Schwierigkeiten habe, die Kinder bei der Stadt anzumelden. Die Flüchtlingsfamilie sei aufgefordert worden, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde und eine Genehmigung vom Vater vorzulegen, dass die Kinder zur Schule gehen sollen. Doch der Vater sei im Kriegsgebiet eingeschlossen.

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