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FDP-Antrag ärgert Leiterin der Kita Schlappmühler Pfad

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Usingen. Dass sich die Usinger Kommunalpolitiker so sehr für die Sprachförderung der Kindergartenkinder interessieren, imponierte Inka Klaner, der Leiterin des Kindertagesstätte »Schlappmühler Pfad«, ja noch. Dass sie aber im Ausschuss für Soziales, Jugend, Kultur, Sport und Schulfragen, der am Mittwoch in der Hugenottenkirche tagte, einen dementsprechenden Antrag auf den Weg brachten, der die Arbeit der Fachkräfte irgendwie infrage stellt, ohne sich vorher im Kindergarten zu informieren, dass nahm sie den Politikern dann doch krumm.

In einer schriftlichen Stellungnahme stellte Klaner die Arbeit rings um die Sprachförderung vor. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) nahm diese Stellungnahme der Kindergartenleiterin als Beweis dafür, dass für den Prüfungsantrag der FDP vom 24. Februar zur Intensivierung der aktiven Sprachförderung in den Usinger Kitas kein Handlungsbedarf vorliege.

Förderung auch im Englischen

Laut FDP sollten festgestellte Defizite weiter verbessert werden. »Insbesondere sollte dabei geprüft werden, in welcher Form ein regelmäßiges Sprachscreening durchgeführt wird und welche Maßnahmen zur Sprachförderung vorgesehen sind«, erklärte Simone Mächold (FDP) den Antrag. Ziel sollte sein, dass möglichst alle Einrichtungen an dem KiSS-Förderprogramm (siehe Info-Box) teilnehmen und das KiSS-Siegel erlangen. Außerdem schlug die FDP vor, dass pro Einrichtung geprüft werde, welche personellen Ressourcen zur Sprachförderung zur Verfügung stehen.

Mit all diesen Vorschlägen stießen die Liberalen bei den Erzieherinnen auf totales Unverständnis. Denn all das gebe es bereits seit vielen Jahren in den Usinger Kindergärten. Inka Klaner erklärte, das KiSS-Programm laufe seit Ende der 1990er Jahren. Sprachförderung werde in jeder Usinger Kita mit Sprachkonzept praktiziert. Sogar in englischer Sprache gebe es die Förderung. Die eingesetzten Fachkräfte würden regelmäßig geschult. Klaner berichtete, es gebe nicht nur die KiSS-geprüften Mitarbeiter, da seien auch Vorlesepaten im Einsatz, und es bestehe ein großes aktives Netzwerk.

Fachkräfte werden rundum versorgt

Wernard bestätigte, es stünden 76,5 Fachkraftstunden für die Sprachförderung in Usingen zur Verfügung. Die davon profitierenden Kinder seien im Alter von vier bis viereinhalb Jahren. Dabei gehe es um die Muttersprache der Kinder, aber auch bereits um deren zweite Sprache. Für den Bürgermeister war damit der Antrag erledigt.

Klaner machte dennoch noch einmal persönlich deutlich, dass ihrer Meinung nach Sprache der Schlüssel zur Welt sei. »Alle Kinder müssen sprachlich unterstützt werden - nicht nur die ausländischen Kinder«, sagte sie. Sie erklärte, dass die Fachkräfte durch das KiSS-Programm zwei Tage intensiv geschult werden. Danach beobachte eine Logopädin die Lernergebnisse in der Praxis im Kindergarten. Erst dann werde entschieden, ob der Fachkraft die Befähigung erteilt werde. »Das ist eine Rundumversorgung vieler Kooperationspartner, und das seit vielen Jahren«, betonte sie.

Michele M. Ciarlo (AfD) fragte daraufhin, wie denn die Stadt und die Stadtverordneten ihr helfen könnten. »Was können wir für Sie tun?« Doch da mischte sich Wernard ein. »Wir stehen im engen Austausch«, berichtete er. Der Antrag war ohnehin vom Tisch.

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