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Max und Hedmar Schlosser (v. links) sind die neuen Pächter auf dem Feldbergplateau.

Hochtaunus

Feldberghof-Sanierung wird teurer

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Der Hochtaunuskreis will den zuständigen Zweckverband mit 700 000 Euro unterstützen. Wann die Gaststätte wieder öffnet, ist noch nicht klar.

Besucher des höchsten Taunusgipfels werden noch eine Weile auf die Wiedereröffnung des Feldberghofs warten müssen. Außerdem wird die Sanierung der Gaststätte teurer als bislang gedacht. Wie der Hochtaunuskreis mitteilt, liegt die neue Kalkulation bei 2,2 Millionen Euro. Bisher war man von 1,7 Millionen Euro ausgegangen.

Damit der Zweckverband Feldberghof die Umbauarbeiten stemmen kann, ohne in Finanznöte zu geraten, will der Kreis die Schulden des Verbands in Höhe von 692 000 Euro übernehmen. Der Kreisausschuss hat dem in seiner jüngsten Sitzung bereits zugestimmt. Am kommenden Montag, 18. November, wird der Kreistag entscheiden. Bislang war immer die Rede davon gewesen, dass die Sanierung des Feldberghofs ohne Steuergeld erfolgen werde.

Nachdem im März dieses Jahres der bisherige Pachtvertrag für den Feldberghof ausgelaufen war, wollte der Verband die Gelegenheit nutzen, das Gaststättengebäude zu sanieren und die Einrichtung auf den neuesten Stand zu bringen. Eine intensive Prüfung des Baus durch Fachleute habe jedoch ergeben, „dass viel umfangreichere und tiefgreifendere Arbeiten“ als ursprünglich angenommen nötig seien, teilte eine Sprecherin des Landkreises mit.

Insgesamt sei die Bausubstanz deutlich schlechter als erhofft. Außerdem gestalte sich die Erneuerung von Dach und Heizung aufwendiger als erwartet. Hinzu kommen bislang noch nicht einkalkulierte energiesparende Maßnahmen. Diese sollen aber im Gegenzug „eine langfristige Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit des Objekts unterstützen“.

Pacht-Situation
Eigentümerdes Feldberghofs ist der Zweckverband Feldberghof mit den beiden kommunalen Gesellschaftern Hochtaunuskreis und Schmitten. Der Verband finanziert sich aus den Pachteinnahmen der Gaststätte.

Pächterdes Feldberghofs ist die Binding-Brauerei. Der Pachtvertrag wurde Anfang 2019 erneuert. Binding wiederum hat die Gastronomen-Familie Schlosser mit der Betriebsführung beauftragt. 

Durch die neuen Entwicklungen hat sich auch der Zeitplan verschoben. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen gehofft, dass der runderneuerte Feldberghof im kommenden Frühjahr wieder öffnen kann, nun verzichten sie auf eine Zeitangabe. „Der Zweckverband und alle Beteiligten bemühen sich sehr, die Baumaßnahmen schnellstmöglich voranzubringen“, heißt es lediglich aus der Kreisverwaltung.

Dabei steht der neue Betreiber schon in den Startlöchern. Nachdem der Vertrag mit dem langjährigen Wirt Peter Stürtz nicht verlängert worden war, soll nun Hedmar Schlosser, der in Löhnberg das Hotel „Zur Krone“ betreibt, den Feldberghof in die Zukunft führen.

In den vergangenen Monaten hatte er bereits einen Foodtruck und Zelte auf dem Feldbergplateau aufgebaut. um damit übergangsweise die Besucher zu verköstigen. Für den Winter hat er sich eine neue „Interimslösung“ ausgedacht. Eine Holzhütte mit 120 Sitzplätzen werde für eine „schöne Berghütten-Atmosphäre“ sorgen, kündigt Schlosser an. Serviert werden sollen Linseneintopf, Wildgulasch und ofenfrische Blechkuchen.

Ziel sei es, „den Betrieb in den nächsten Jahren zukunftsfähig aufzustellen und ein breites Publikum auf dem Berg anzusprechen“, sagt Landrat Ulrich Krebs (CDU). Damit das auch finanziell gelingt, will er dem Zweckverband dessen Altschulden abnehmen.

Diese stammen noch von der letzten Sanierung aus dem Jahr 2005. Damals hatte der Verband ein Investitionsdarlehen in Höhe von 1,1 Millionen Euro aufgenommen, von denen noch 692 000 Euro abzuzahlen sind.

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