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Verlassen: Der Feldberghof ist derzeit nicht in Betrieb - und daran wird sich auch die kommenden Monate nichts ändern. Die Sanierung ist aufwendiger, als man beim Zweckverband dachte.

Kreis schießt Geld zu

Feldberghof-Sanierung wird teurer

Der Feldberghof ist offenbar maroder als gedacht. Die voraussichtlichen Kosten für die Sanierung mussten jetzt auf über zwei Millionen Euro hochgesetzt werden. Der Kreis will dem Zweckverband Feldberghof zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen.

Hochtaunus - Der genaue Blick hat Dinge gezeigt, die das Expertenteam eigentlich nicht sehen wollte. Die Gaststätte Feldberghof ist maroder, als es zunächst den Anschein hatte. Das hat nach Angaben des Kreises eine intensive Prüfung durch Fachleute ergeben. Die Kosten für die Sanierung des Gebäudes werden jetzt auf rund 2,2 Millionen Euro geschätzt, ursprünglich war man von rund einer halben Million Euro weniger ausgegangen.

"Es sind viel umfangreichere und tiefgreifendere Arbeiten erforderlich", heißt es aus dem Landratsamt. So hätten die genaueren Untersuchungen des Gebäudes ergeben, dass für die Erneuerung von Heizung und Dach deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden muss. Und überhaupt sei die Bausubstanz erheblich schlechter als erhofft.

Feldberghof: Termin nicht mehr zu halten

Die Tatsache, dass auf dem Taunusgipfel jetzt wesentlich mehr erneuert werden soll, hat auch Auswirkungen auf den Zeitplan. Ursprünglich war man davon ausgegangenen, dass die Arbeiten bis Ostern 2020 abgeschlossen sind. Der Termin ist schon jetzt nicht mehr zu halten. Und auch auf die Frage, ob im kommenden Jahr überhaupt mit der Wiedereröffnung zu rechnen sei, gibt es bislang keine Antwort.

Schon im Frühjahr, als die Pacht neu vergeben worden war, sei klar gewesen, "dass es nach rund 20 Jahren Bewirtschaftung bei Wind und Wetter zwingend erforderlich ist, den Feldberghof grundlegend zu sanieren", so der Kreis. Die nun geplanten Arbeiten würden auch weitergehende energiesparende Maßnahmen beinhalten, "die eine langfristige Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit des Objekts unterstützen".

Im vergangenen März war schon abzusehen, dass es auf eine Grundsanierung hinauslaufen würde. Wie der Kreis seinerzeit mitteilte, sollen alle Wände und Oberflächen renoviert sowie die Abwasser-, Warmwasser- und Gasanlagen erneuert werden. Darüber hinaus sollen Bodenbeläge ausgetauscht, Treppen saniert und die Elektrik erneuert werden. Auch Entlüftungstechnik, Fenster und Sonnenschutz stehen auf der Liste. Und somit war auch klar, dass die umfassende Sanierung nicht im laufenden Betrieb möglich ist.

Feldberghof: Altschulden tilgen

Die Investition in das Gaststätten-Gebäude ist Sache des Zweckverbandes Feldberghof, zu dem sich der Hochtaunuskreis und die Gemeinde Schmitten zusammengeschlossen haben. Allerdings drücken den Verband noch knapp 700 000 Euro Altschulden, die für die Sanierung im Jahr 2005 aufgenommen wurden. Diese Summe will der Kreis nun tilgen, damit der Zweckverband die Mittel für die neuerliche Sanierung und Modernisierung stemmen kann. Einen entsprechenden Beschluss hat der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung gefasst. Für kommenden Montag steht das Thema dann auf der Tagesordnung des Kreistags (siehe Bericht unten).

Die Pacht für den Feldberghof war Anfang des Jahres neu vergeben worden. Den Zuschlag hatte erneut die in Frankfurt ansässige Binding-Brauerei erhalten, sich allerdings vom bisherigen Unterpächter Peter Stürtz getrennt und Hedmar Schlosser den Zuschlag gegeben. Der erfahrene Gastronom aus dem benachbarten Landkreis Limburg/Weilburg, der dort unter anderem das Hotel Krone betreibt, hat sich für den Feldberghof einiges vorgenommen und will unter anderem einen Biergarten auf dem Feldberg etablieren.

Einstweilen allerdings gibt es für hungrige Ausflügler auf dem Gipfel nur den Kiosk im Turmgebäude sowie einen Foodtruck, den Pächtersohn Max Schlosser betreibt, als Anlaufstellen. Peter Stürtz ist derweil andernorts aktiv. Der ehemalige Feldberg-Wirt, der auch das Restaurant im Hirschgarten betreibt, hat kürzlich - zunächst bis Februar - das Bistro Alter Markt im Hessenpark übernommen.

Feldberghof: Über 30 Jahre alt

Der Zweckverband Feldberghof ist inzwischen über 30 Jahre alt. Der Hochtaunuskreis und die Gemeinde Schmitten hatten ihn 1987 gegründet. "Aufgabe war die Planung und Errichtung des Feldberghofes, seine Unterhaltung sowie dessen Betrieb als Restaurant. Der Verband finanziert sich aus den Pachteinnahmen der Gaststätte", teilt der Kreis dazu mit.

Matthias Kliem

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