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Feldbergstraße 1 als Präzedenzfall?

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Neu-Anspach .Josef Homm und Jonas Mulfinger sind die Sprecher der Arbeitsgruppe »Siedlungsentwicklung und Wohnen« (Masterplan 2040). Sie kritisieren, dass der Bauausschuss am morgigen Donnerstag in einer nicht öffentlichen Sondersitzung tagt, denn sie hätten einiges zu sagen zum Bauprojekt in der Feldbergstraße 1 in Anspach. Durch ein »Geheimhaltungstreffen« gehe die ursprüngliche von allen Parteien propagierte Transparenz verloren, befürchtet Homm.

Die AG hätte gerne ihren Standpunkt eingebracht.

Über das Internet-Portal Immobilien-Scout 24 würde die Luxor Bauträger- und Baubetreuungs-GmbH schon Wohnungen der beiden Mehrfamilienhäuser verkaufen, von dort habe man die Informationen zum Projekt. Zum Verkauf stehen zwölf Wohneinheiten, davon sollen inzwischen bereits 50 Prozent veräußert worden sein, sagt der Geschäftsführer der Luxor GmbH, Gerald Pohatschka im Gespräch mit dieser Zeitung.

Dem Portal ist auch zu entnehmen, dass in diesem Monat die Bauarbeiten beginnen. Bezugsfertig sollen die Wohnungen im Frühjahr 2023 sein, heißt es. Das Einfamilienhaus, das noch auf dem Grundstück steht, sei zum Teil bereits entkernt worden, hat Homm gesehen. Und auch Bäume auf dem Gelände seien schon gerodet worden, berichtet er.

»Wir können nicht nur das Bauvorhaben selbst beurteilen, sondern wir sind der Meinung, dass der Kontext dieses Bauvorhabens im öffentlichen Interesse ist«, sagt Mulfinger. »Kein Bürger weiß, was eigentlich beantragt wurde«, ergänzt Homm. Sichtbar sei jedoch, dass es deutliche Abweichungen vom Ursprungsprojekt gebe, sagt Homm: »Aus acht Einheiten sind zwölf geworden - eine deutliche Abweichung.«

Kritik an Größe des Mehrfamilienhauses

Was man bei Immobilien-Scout sehe, sei zudem »zu groß und übertrieben« für den Standort. »Die zwei Häuser sind zu hoch, für den Bau wären massive Geländeveränderungen nötig«, sagt Homm. Mulfinger ergänzt, dass es ihnen aber vor allem um die Ausnutzung der Fläche gehe. »Eine Kennzahl in Bebauungsplänen ist die, wie viel Fläche eines Grundstücks bebaut wird. Die jetzige Planung sieht so aus, dass es weniger Freifläche und deutlich mehr Gebäudegrundfläche als auf den Nachbargrundstücken geben wird«, erklärt Mulfinger.

Es sei danach nur eine Frage von wenigen Jahren, bis weitere Mehrfamilienhäuser in der Feldbergstraße gebaut werden. Die AG möchte verhindern, dass in der Feldbergstraße 1 ein Präzedenzfall geschaffen wird, der dann Nachahmer findet. »Dieser Bau hat Signalcharakter, weil es für dieses Gebiet keinen Bebauungsplan gibt. Es geht also nicht nur um dieses Grundstück. Damit betrifft es auch mehr Bürger als die Anwohner und ist deshalb von öffentlichem Interesse«, erklärt Mulfinger.

Bürgerinformation gab es nicht

Günter Bohne, Anwohner und Initiator der Gruppe gegen das Bauvorhaben, hat ein fünfseitiges Argumentationspapier geschrieben, das er den Teilnehmern der Sondersitzung, den AG-Sprechern sowie dieser Zeitung geschickt hat. Darin erklärt er, warum die beiden Mehrfamilienhäuser so nicht genehmigungsfähig seien. Unter anderem heißt es: »Das Bürgerinformationsverfahren, wie es die Stadt Neu-Anspach vor dem Einreichen der Baugenehmigung fordert, hat nicht stattgefunden und wurde von der Bauherrschaft abgelehnt.«

Die AG-Sprecher teilen diese Kritik. Und: »Da die Feldbergstraße 11 nicht die nähere Umgebung der Feldbergstraße 1 prägt, kann sie nicht als Referenzpunkt benutzt werden.« Das Mehrfamilienhaus in Höhe der Hausnummer 11 sei rund 400 Meter entfernt und stehe als Einzelexemplar in zweiter Reihe, sagt Homm. Mulfinger ergänzt: Im Masterplan habe man festgeschrieben, dass sich Neubauten an die vorhandene umliegende Bebauung anpassen müssen.

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