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Feuerwehr lässt beim Osterfeuer nichts anbrennen

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Emilia (von links, sechs Jahre alt) und ihre Schwester Alayah (zwei Jahre) besuchen mit ihrer Oma Margit Tornack das Seelenberger Osterfeuer. © Red

Schmitten-Seelenberg (red). Kaum loderten die ersten Flammen am Ortsrand von Seelenberg in Richtung Schmitten in den Himmel, strömten immer mehr Dorfbewohner zum Osterfeuer. In den Nachbarkommunen hatte die veranstaltende Seelenberger Wehr wegen Corona in diesem Jahr nicht geworben. »Es ging uns hauptsächlich darum endlich wieder einmal etwas für die Leute im Dorf zu machen«, sagte Feuerwehrvereinschef Matthias Waldschmidt.

Vor Corona hat die Wehr mit übers Jahr verteilten Veranstaltungen immer die Dorfgemeinschaft zusammengehalten. Waldschmidt stellte fest: »Wir sind noch im Wintermodus und müssen uns erst daran gewöhnen, dass wir wieder Feste feiern dürfen.« Das haben die Kameraden genauso wenig verlernt wie die ständige Bereitschaft im Dienst der Sicherheit. In diesem Jahr überwogen im Feldberggebiet die Einsätze wegen Sturmschäden.

Vor allem nach den ersten Waldbrandeinsätzen in diesem Jahr war der Seelenberger Einsatzabteilung klar, dass beim Osterfeuer nichts anbrennen durfte. Das Löschfahrzeug stand in unmittelbarer Nähe. Von dort führte die Schlauchleitung zum Holzstapel, um den Boden ringsum zu wässern. Außerdem lagen Feuerpatschen bereit. Der Wind trieb die Flammen ausgerechnet in Richtung der aufgestellten Bänke, die eilig mehrere Meter zurückversetzt wurden. Das zwanglose Miteinander beim Osterfeuer gleicht ohnehin mehr einer Stehparty. Mit einem kühlen Getränk in der einen und der Wurst im Brötchen in der anderen Hand, tauschten die Besucher erst einmal Ostergrüße aus. Nach seiner ersten Schicht am Verpflegungssstand machte Waldschmidt die Runde unter den Besuchern und und verteilte gefärbte Eier an die Kinder. Das Osterfeuer dient der Wehr, die in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiert, quasi zum Aufwärmen für weitere geplante Veranstaltungen.

Unverhoffte Winterwanderung

Wegen Corona hatte der Vorsitzende Anfang des Jahres die interne Wanderung der Aktiven abgesagt. »Beim Nachholtermin hat es dann aber vor Kurzem so stark geschneit, dass wir doch noch unsere Winterwanderung hatten«, erzählte der Vorsitzende schmunzelnd.

Als nächstes steht am 6. Mai die immer wieder verschobene Jahreshauptversammlung mit hochkarätigen Ehrungen auf dem Programm. Der traditionelle Seelenberger Wäldchestag findet im Jubiläumsjahr nicht wie sonst am Dienstag nach Pfingsten, sondern bereits am Pfingstsonntag statt. »Wir wollen dann im eher bescheidenen Rahmen unser Jubiläum rund um Gerätehaus feiern«, kündigt Vorsitzender Waldschmidt an. Dazu wollen die Seelenberger befreundete Wehren einladen und auch Spiele für die Kinder vorbereiten.

»So richtig groß feiern, wie beim 75-jährigen Jubiläum, wollen wir diesmal nicht«, erläutert der Vorsitzende. Zum einen sei es kein richtig rundes Jubiläum. Zum anderen könne sich ein so kleiner Verein auch leicht übernehmen. An Pfingsten sollen überall nach langer Corona-Pause wieder Veranstaltungen stattfinden. Und nicht zuletzt sei die Corona-Entwicklung die große Unbekannte. Eins ist für Waldschmidt aber klar: »Wegen Corona wird es auch in diesem Jahr nichts mit einem Treffen mit den isländischen Freunde von der Berufsfeuerwehr Reykjavik.«

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