Millionenprojekt

Finanzspritze für den Maindamm in Eddersheim

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Bei dem Millionenprojekt ziehen Hattersheim und Flörsheim an einem Strang. Das war offenbar nicht immer so. Die Rathauschefs nahmen jetzt gemeinsam den ersten Förderbescheid entgegen.

Der Maindamm verbindet den Hattersheimer Stadtteil Eddersheim mit Flörsheim. Beide Mainstädte haben ein Interesse daran, das in die Jahre gekommene Deichbauwerk zu sanieren. Für die rund 8 Millionen Euro teure Maßnahme erhielten die Kommunen Förderzusagen von Bund und Land. Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser (Bündnis 90/Die Grünen) überreichte jetzt den ersten Förderbescheid über rund eine Million Euro an die Verwaltungsspitzen beider Städte. Mit den Mitteln sollen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie das Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Dass die Verwaltungschefs Seite an Seite stehen, war in den vergangenen Monaten nicht immer der Fall.

Einem Ortstermin vor einigen Monaten blieb Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) fern. Dem Sozialdemokraten schmeckte wohl nicht, dass Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) das Treffen mit Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) am Eddersheimer Mainufer ansetzte, obwohl Flörsheim den größeren Anteil am 4,5 Kilometer langen Maindeich hat. Spannungen gab es auch, als das zuständige Regierungspräsidium einen Ansprechpartner suchte, der federführend für die Planung zuständig ist. Klaus Schindling bot dem Flörsheimer Amtskollegen an, dass Hattersheim diese Aufgabe übernimmt. Antenbrink habe jedoch abgelehnt und für sich eingefordert, dass Flörsheim die Arbeit macht. „Er wollte das unbedingt so“, erklärt Hattersheims Bürgermeister auf Nachfrage. Er selbst habe keinen Grund gesehen, weiter darüber zu diskutieren. „Schließlich ging es darum, welche Kommune mehr administrative Arbeit macht“, so Schindling.

Mittlerweile hat Antenbrinks Nachfolger Dr. Bernd Blisch (CDU) die Führung im Flörsheimer Rathaus übernommen. Die Vereinbarung, dass Flörsheim die Planung der Deichsanierung federführend begleitet, bleibe weiterhin bestehen, erklärt Klaus Schindling. Spannungen oder parteipolitischen Spielereien sind zwischen den beiden CDU-Bürgermeistern nicht zu erwarten, die am Donnerstag gemeinsam den Förderbescheid entgegen nahmen. Schindling spricht von einer „netten Atmosphäre“. Auch für künftige Fragen – beispielsweise die Gestaltung des neuen Fuß- und Radweges auf dem Damm – erwarte er gemeinsame, stimmige Lösungen.

„Auch wenn uns der diesjährige Sommer andere Extreme aufgezeigt hat, können Hochwasser schnell, unerwartet und mit extremen Auswirkungen auftreten“, betonte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser bei der Übergabe des Bescheids. Sie verwies auf Prognosen, laut denen es zu einer starken Zunahme von Extremregen und Hochwasserereignissen komme. Vor diesem Hintergrund soll der sanierungsbedürftige Maindeich neu aufgebaut und an den heutigen Stand der Technik angepasst werden. Ein zusätzlicher Querdeich am östlichen Flörsheimer Ortsrand soll die Wohnbebauung schützen.

Außerdem wird eine Retentionsfläche geschaffen, die mit rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser geflutet werden kann, um den Anstieg des Wassers zu verlangsamen. Nach Abschluss der Maßnahme soll der Damm zwischen Eddersheim und Flörsheim in der Lage sein, die angrenzende Bebauung vor einem besonders starken Hochwasserereignis zu schützen, wie es statistisch alle hundert Jahre eintritt.

Die Kosten von insgesamt rund 8 Millionen Euro teilen sich Bund und Land. Die Kommunen müssen lediglich für die künftigen Wegeverbindungen entlang des Maindamms aufkommen.

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