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Isabel Sarabèr hält seit 24 Jahren Trampeltiere, Alpakas und Lamas.

Trekking-Touren im Angebot

Trampeltiere, Lamas und Alpakas: Diese kleine Ranch im Taunus ist außergewöhnlich

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Oberhalb von Finsternthal grasen acht Lamas, vier Alpakas und drei Trampeltiere von Isabel Sarabèr auf den Wiesen. Über dem Tal des Niedgesbachs liegt eine Ruhe, die selbst im Taunus selten geworden ist. Es ist ein Besuch in einer anderen Welt.

Finsternthal - Neugierig und mit gesetztem Schritt nähern sich Puschkin, Fiedel und Ali dem Besucher oberhalb von Finsternthal. Der stattlichen Erscheinung der imposanten Trampeltiere begegnet man zuerst mit gesundem Respekt. Es ist ziemlich ungewohnt, wenn sich so große Tiere unverblümt nähern.

„Die Trampeltiere sind gutmütig und den Menschen zugewandt“, sagt Isabel Sarabèr. „Sie freuen sich über Besuch. Ihre absolute Bodenständigkeit und ihre Aufgeschlossenheit sind die Voraussetzung für die Arbeit mit den Tieren.“ Die Selbstverständlichkeit, mit der die 54-Jährige das Wesen von Puschkin, Fiedel und Ali beschreibt, baut die Unsicherheit ab und lässt Vertrauen wachsen.

Seit nunmehr 24 Jahren lebt Sarabèr nun schon mit und für ihre Tiere. Neben den zur Gattung der Kamele zählenden Trampeltiere gehören noch acht Lamas und vier Alpakas zum Hof oberhalb von Finsternthal, der vom Weg aus gar nicht einzusehen ist.

„Vorsicht Kamelhengst beißt“ steht auf einem Schild am Abzweig des Hauptweges. Das ist der einzige Hinweis auf die ungewöhnliche kleine Ranch. „Das ist tatsächlich so, aber nur in der Brunft-Zeit“, beruhigt Sarabèr, die seit Kindesbeinen an in diesem kleinen Paradies zu Hause ist. „Das Tal ist mir zur Heimat geworden. Ich wollte als Kind schon Trampeltiere oder Lamas haben.“

Aufgewachsen in Frankfurt, kam sie seit jeher an den Wochenenden und in den Ferien hierher in den abgeschiedenen Winkel des Taunus. Ihr Vater hatte seinerzeit auf dem Grundstück Pferde und schottische Hochland-Rinder gehalten. Ein Paradies für Kinder. Heute lebt die Halterin der Tiere in Finsternthal.

Misten als Meditation

Vor wenigen Tagen kam Landwirt Christian Staehr aus dem Stahlnhainer Grund in Neu-Anspach mit seinem Traktor vorbei und hat den Mist der Tiere aus dem Stall auf die Weiden gefahren. Dort wird schon bald wieder das Gras wachsen, das sie über das Jahr hinweg als Heu verfüttern wird. Weder Trubel noch Lärm dringt hier hinauf und auch kein Verkehr weit und breit.

Acht Lamas und vier Alpakas grasen auf einer Ranch oberhalb von Finsternthal und sind auch bei Touren durchs Usinger Land zu bewundern.

„Es ist aber auch kein gekauftes Bullerbü-Bilderbuch-Idyll. Alles hier ist gewachsen. Für mich ist das Ausgleich zu meinem Teilzeitjob in der Werbeagentur in Oberursel“, sagt sie zufrieden. „Misten ist für mich ein wenig wie Meditation. Bei der Arbeit gibt es keine Ablenkung. Ich kann mich einfach auf das konzentrieren, was ich tue.“

 Die beruhigende Erfahrung der durchaus anstrengenden Arbeit, ist auch ein Grund dafür, dass immer wieder besondere Besucher bei ihr zu Gast sind. „Ich biete zum einen klassische Trekking-Touren durch den Taunus an. Ich begleite dabei die Teilnehmer bei Wanderungen im Taunus. Sie erleben eine gute Zeit mit den Tieren. Ein Kamel ist kein Fluchttier. Sie leben im Moment.“

Doch auch sie können ungemütlich sein. Dann setzt ihnen die Chefin klare Grenzen. Das sei nötig, denn ein „Wischiwaschi“ mögen die großen Vierbeiner nicht.

Seit einigen Jahren kommt auch Liane Hartmann mit Klienten hierher, mit denen sie Reiki-Matrix-Energie-Arbeit macht. Dabei geht es nicht um kopfmäßige Reflexion des eigenen Lebens.

Ausgleich zum Beruf

„Im Miteinander mit den Tieren eröffnet sich vielen Menschen wieder ein Zugang zu ihren Gefühlen“, sagt Sarabèr. „In der Hektik unseres digitalen Alltags und dem Stress des Berufslebens bietet das Miteinander mit meinen Tieren wieder ein Ankommen bei sich selbst. Ich gebe dabei den Tieren eine Stimme und übersetze und erkläre ihr Verhalten.“ Die Tiere können entscheiden, ob sie die Nacht draußen auf der Weide verbringen oder lieber den Unterstand im Stall aufsuchen, wo sie trocken sind – von oben und von unten. „Meine Tiere sind freiheitsliebende Tiere, die gerne weit schauen“, sagt die Isabel Sarabèr. „Den Menschen tut der Ausblick über die Wiesen des Borngrundes hinunter ins Tal und in den Ort ebenso gut.“

von Matthias Pieren

Weitere Infos über Trekking-Touren und Kamelreiten gibt es unter www.kamelevent.de.

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