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Ein Raum voller Spinning-Bikes - 40 an der Zahl. Eine Kette hat in den Fitness-Club in Bad Homburg (Hessen) 10 Millionen Euro investiert.

Neuer Wellness-Bereich

Bad Homburg: Fitness-Kette baut ihren einzigen Club in Deutschland für 10 Millionen Euro um

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Nach mehreren Betreiberwechseln hat Anfang des Jahres die David-Lloyd-Kette den Fitnessclub am Niederstedter Weg übernommen und jetzt kräftig Geld in die Hand genommen. Die derzeit rund 3000 Mitglieder können nach dem Workout im Spa entspannen.

Bad Homburg - Die Wand im "Clubroom" ziert eine große Fotografie des Kaiser-Wilhelms-Bades. Der Clubroom ist ein Raum mit poppigen, aber bequemen Sesseln und Tischen, an denen man nach dem Workout am Laptop arbeiten und etwas trinken kann. Das altehrwürdige Gebäude von Bad Homburg wirkt hier weit weg - auch wenn es in gewisser Weise Vorbild für das ist, was der David-Lloyd-Club seinen Mitgliedern nach seiner Renovierung mehr bietet: ein Spa.

10 Millionen Euro hat die Fitness-Kette aus England in den Umbau seiner einzigen Filiale in Deutschland gesteckt. Am Freitag (06.12.2019) darf der Wellness-Bereich zum ersten Mal genutzt werden.

Wo zuvor Tennisplätze waren, ist eine Badelandschaft entstanden mit einem 20 mal 8 Meter großen Becken, geräumigen Saunen, Dampfbad und etlichen Ruheliegen. In der warmen Jahreszeit können die Sportler zudem den Außenpool nutzen; draußen gibt es auch ein Jacuzzi, eine weitere Sauna und ein Tauchbecken.

Mit innovativen Ideen will der Fitness-Club in Bad Homburg (Hessen) Kunden gewinnen

Eine weitere Besonderheit, auf die Studioleiter Tobias Groß hinweist, ist in der verbliebenen Tennishalle zu finden. Nicht, dass die Courts eine lila Farbe haben. Auf einem der drei Plätze können sich die Spieler filmen lassen, um so ihre Schlag- und Lauftechnik zu verbessern. Für die Trendsportart Spinning (Radfahren auf der Stelle) gibt es einen eigenen Raum, in dem bis zu 40 Sportler unter peppiger Anleitung in die Pedale treten können. Gefragt sind laut Groß außerdem die zwölf Rudergeräte, für deren Benutzung man sich weit im Voraus anmelden muss.

Im großen Fitnessraum im ersten Stock stehen unzählige Geräte zur Verfügung. Mona Will trainiert gerade ihre Rückenmuskulatur.

Auf der Welle der Zeit schwimmt David Lloyd zudem mit "Blaze", einem kombinierten Ausdauer-, Kraft- und Boxtraining, sowie mit einem Trainingssystem, an dem mehrere Sportler zugleich Übungen machen und sich gegenseitig anspornen können. Es steht in der Mitte des großen Trainingsraums im ersten Stock, in dem unzählige Fitnessgeräte dicht an dicht stehen. Ein Argument für viele Mitglieder ist zudem die Familienfreundlichkeit.

Fitness-Club in Bad Homburg (Hessen): Knapp 100 Kurse soll es wöchentlich geben

In zwei weiteren Räumen laufen die Kurse von Bodybalance bis Yoga. Für sie muss man sich anmelden - das geht ganz zeitgemäß übers Handy mit einer App, deren Zugang man zur Anmeldung erhält. Knapp 100 Kurse pro Woche werden angeboten. "Hier schauen wir stets, was gefragt ist, und reagieren darauf", sagt der Studioleiter.

Rund 3000 Mitglieder sind bei dem Bad Homburger Fitnessclub derzeit eingeschrieben; mit weiteren wird gerechnet - auch wenn die Mitgliedsbeiträge zur Renovierung kräftig angestiegen sind. Knapp 100 Euro zahlt man, wenn man alles nutzen will.

Das 20 mal 8 Meter große Schwimmbecken wird heute eingeweiht.

Also kräftig Konkurrenz für die städtische Wellness-Landschaft im Kur Royal? "Schon", räumt Kurdirektor Holger Reuter ein. Aber: "Konkurrenz belebt das Geschäft. Außerdem haben wir im denkmalgeschützten Kaiser-Wilhelms-Bad einen Standortvorteil." Außerdem sei das Spa-Angebot dort vielfältiger.

Fitness-Club in Bad Homburg (Hessen) gehört zu großer Kette aus Großbritannien

David Lloyd Leisure bezeichnet sich selbst als Europas größte und am schnellsten wachsende Unternehmensgruppe für Tennis-, Badminton- und Squash-Anlagen sowie Fitness- und Wellness-Clubs. Allein in Großbritannien, ihrer Heimat, gehören 99 Clubs zu David Lloyd Leisure und weitere 15 auf dem westeuropäischen Festland. In Bad Homburg (Niederstedter Weg 12) steht die bisher einzige David-Lloyd-Filiale. Bei der kostspieligen Renovierung habe man auf lokale Besonderheiten geachtet - so denkt man, dass ein Spa in Bad Homburg gut ankommt. "In Großbritannien weniger", sagt Groß. In der Kurstadt hat der Club derzeit 3000 Mitglieder. Trainiert werden kann auf knapp 6000 Quadratmetern; allein die Tennishalle mit drei Plätze ist 180 Quadratmeter groß.

ahi

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