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Flechtschule in Grävenwiesbach eingeweiht

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Usingen, 10. Mai. Der gestrige Sonntag hätte, wenn er nur einige Tage später gefallen, dem Pankratius alle Ehre gemacht. Kalter Regen begrüßte uns schon in aller Frühe. Trotzdem unternahm der Stammklub Frankfurt (Taunusclub) seine programmäßige Tour. Um 8.02 langten ca. 150 Personen auf hiesigem Bahnhof an, um ihren Marsch über Eschbach, Bodenrod nach Grävenwiesbach fortzusetzen.

Nachmittags nach 2 Uhr klärte sich das Wetter auf und die Einweihung der Flechtschule verlief demzufolge ungestört und in erhebender Weise. Sicher wäre der Besuch und die Theilnahme an dieser Feier eine bedeutendere geworden, wenn der Himmel einige Stunden früher ein freundlicheres Gesicht gezeigt hätte. Verschiedene Mitglieder des Zweigvereins Usingen hätten gern theilgenommen, aber nach 2 Uhr Nachmittags war die Zeit zu kurz, um der um 4 Uhr beginnenden Feierlichkeit beiwohnen zu können. Hoffentlich geht uns ein ausführlicher Festbericht zu und werden wir denselben in einer der nächsten Nummern des Kreisblatts bringen. Gegen Abend trafen die Mitglieder des Frankfurter Stammclubs wieder hier ein und machten auch größtentheils im Gasthaus »Zur Sonne« Rast und fuhren dann mit den 2 letzten von hier abgehenden Zügen wieder ihrer Heimath zu.

Grävenwiesbach, 9. Mai. Am Sonntag fand hier die Einweihung der neuen Flechtschule statt. (...) Durch die festlich geschmückten Straßen ging es nach dem neuen Local der Flechtschule. Bald hatte der Zug sich zum Halbkreis formirt und nachdem ein Vers des Chorales »Lobet den Herrn« beendet, betrat Herr Dekan Deißmann, der Schöpfer und unermüdliche Förderer des ganzen Unternehmens, den Balcon, um unter Hinweis auf den Nutzen des »ehrsamen Handwerks« mit einem Hoch auf dessen Schützer unseren Kaiser zu endigen. Nachdem ein Vers der Volkshymne gesungen, sprach Herr Hofrath Hölzgen im Namen seines Herrn, der kgl. Hoheit des Großherzoges von Luxemburg, dann der verdiente Vorsitzende der Wohltätigkeits-Commission des Taunus-Clubs, Herr Wiesloch, der auf das deutsche Vaterland toastirte, und schließlich der unermüdliche Präsident des Clubs, Herr Peter Kittel, der ein Hoch auf den Herrn Dekan Deißmann ausbrachte, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Den Auswärtigen wurden jetzt die neu bezogenen Räume geöffnet.

Aus: Kreisblatt 13. Mai 1897

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