Flugrouten haben sich nicht verändert, aber Lotse kann flexibel führen

  • schließen

Immer wieder taucht die Frage auf: Haben sich die Flugrouten verändert? Das ist nicht der Fall, versichert Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS), auf Anfrage dieser Zeitung erneut.

Immer wieder taucht die Frage auf: Haben sich die Flugrouten verändert? Das ist nicht der Fall, versichert Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS), auf Anfrage dieser Zeitung erneut. Erst im Frühjahr hatte sie erklärt: „Was über dem Taunus zu beobachten ist, sind die Abflüge bei Ostwind auf der Abflugstrecke 07-Nord ,kurz’“. Diese führt über Frankfurt, dann weiter über Bad Homburg. Otterbein: „Ab bestimmten Höhen dürfen Piloten von dieser Strecke abweichen. So ist es möglich, dass auch westlich der Strecke Überflüge zu beobachten sind.“

Ebenfalls über dem Hochtaunus unterwegs seien Anflüge bei Westwind. Diese würden, wenn viel Anflugverkehr unterwegs sei, über „Transitions“ geführt. Hier müsse der Pilot nach Anweisung des Lotsen die Strecke Punkt für Punkt abfliegen. Die „Transition“ führe in einem Bogen zunächst in den Süden, dann parallel zu den beiden Start- und Landebahnen in Richtung Osten, um von dort in den Endanflug „eingefädelt“ zu werden. Bei weniger Verkehr könne der Lotse den Verkehr aber auch direkt führen. Das spare Strecke, Kerosin und Emissionen.

Über diesen Gegenanflugsverkehr bei Westbetrieb hat sich ein TZ-Leser, der namentlich nicht genannt werden möchte, bei der Fraport AG, dem Betreiber des Flughafens, beschwert. Die sagt zwar auch, dass es „Änderungen der Ab- und Anflugrouten im Bereich Ihres Wohnortes nicht gegeben hat“, dass sie seine und andere Beschwerden allerdings bereits in der Vergangenheit zum Anlass genommen hatte, um bei der Fluglärmschutzbeauftragten des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) nachzufragen. Diese wiederum informierte die Fraport AG, beziehungsweise deren Nachbarschaftsdialog, darüber, dass sie „Auswertungen zur Entwicklung der lateralen und vertikalen Verläufe der Anflugkonturen im Vergleich 2016 und 2017, sowie über die laterale Lage der Eindrehvorgänge, vornehmen lässt.“ Allerdings: „Diese aufwändigen Auswertungen dauern derzeit noch an.“ Das erklärte auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) dieser Zeitung.

Mit der DFS stand auch TZ-Leser Gerhard Pfeifer in Kontakt. Er wollte wissen, wie viele Maschinen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr über die Abflugroute 07 Nord (kurz) abgewickelt worden sind. Am vergangenen Donnerstag kam, nach sechsmonatiger Wartezeit, die Antwort: „Die von Ihnen gewünschten Statistiken werden von uns in dieser Form nicht geführt. Wir können diese im Rahmen des Umweltinformationsgesetzes anfertigen, wofür eine Gebühr in Höhe von etwa 50 Euro zu erheben wäre.“ Grundsätzlich könne man mitteilen, dass in der Tat „in diesem Jahr aufgrund der stabilen Ostwetterlagen vermehrt die in den Bereich Bad Homburg führende Abflugstrecke genutzt wurde, wodurch es zu vermehrten Überflügen durch Abflüge gekommen ist“. An einem Tag mit Ostbetrieb würden so „etwa 100 Abflüge über diese Abflugroute geführt“.

( sbm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare