1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

Fonds für Ärztezentrum

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

ualoka_uganda_kh_220422_4c
Vereinschef Carsten Schulz hilft, wo er kann. Noch immer werden zu viele Amputationen in Uganda zu schnell vorgenommen. Jetzt soll ein Fonds helfen. © Red

Usingen (bur). Der Verein Pro Uganda hat seine Tätigkeit ausgeweitet. In diesem Jahr wurde ein spezieller Fonds für Operationen eingerichtet. Was im Endeffekt auch der Vereins-Station bei der Herstellung von Prothesen hilft.

Hintergrund ist, dass es im Land Defizite bei medizinischen und körperlichen Vor-Befunden gibt. Anhand eines konkreten Beispiels eines Kindes wurde sehr deutlich, wo die Probleme liegen. Beim Jungen Onek Sunday aus Nord-Uganda waren beide Beine von einer schlimmen Knochen-Infektion betroffen, der Verein erfuhr nur zufällig davon.

Die Eltern konnten sich aufgrund ihrer Armut keine Krankenhausbehandlung leisten, und so waren die infektiösen Wunden schließlich von den Knöcheln bis hoch zum Knie gewandert. Der Verein handelte zwar schnell und brachte ihn in die Klinik. Dennoch mussten ihm später beide Beine amputiert werden, um sein Leben zu retten.

Patienten zu schnell entlassen

»Mit dem neuen Fonds für die Medizinische prothetische Behandlung (MPB) können wir somit in ähnlichen Fällen wesentlich schneller auf finanzielle Mittel zurückgreifen und rechtzeitig die notwendige Behandlung einleiten«, betont Vereinschef Karsten Schulz. Denn aufgrund des mangelhaft ausgebauten Gesundheitssystems in Uganda würden die meisten Amputationen im Eiltempo mit großen Qualitätsmängeln vorgenommen. Patienten würden anschließend schnell entlassen, weil sie die Klinikkosten nicht bezahlen könnten. Sie berichten von großen Schmerzen in der Folgezeit.

Dem Pro-Uganda-Team wurden beispielsweise Patienten vorgestellt, in deren Amputationsstümpfe eingewachsene Drähte zu sehen waren. Außerdem Stümpfe mit sehr wulstigen Vernarbungen oder verwachsenen verkümmerten Gliedmaßen. Diese mussten zunächst aufwendig operativ entfernt werden, um eine anschließende Prothesenversorgung überhaupt möglich zu machen.

»Aus diesem Grund freuen wir uns, dass wir den Arzt Jan Wynands getroffen haben, der mit seinem Verein Ando - modular aid und Interplast Deutschland die Lamu-Klinik in Jinja aufgebaut und Anfang des Jahres 2022 in Betrieb genommen hat. Diese Klinik ist nur 70 Kilometer von unserer Prothesen-Werkstatt entfernt und wird eine spezialisierte Versorgung in der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie für Patienten mit Verbrennungen, angeborenen Anomalien, Frauenfisteln und Hernien anbieten - und zugleich als Ausbildungsstätte für Chirurgen und Pflegepersonal aus Uganda und den Nachbarländern dienen.« Die Lamu-Klinik ermögliche eine nachhaltige, langfristige und qualitativ hochwertige chirurgische Versorgung für Menschen aus ganz Ostafrika. Mit diesem neuen Kooperationspartner wisse man die Patienten zukünftig in sehr guten medizinischen Händen und wolle deshalb mit dem neuen MPB-Fonds eine finanzielle Grundlage schaffen.

Finanzielle Grundlage wichtig

»Auf diesen können wir dann jederzeit, vor allem bei anstehenden dringenden Entscheidungen, flexibel und ohne Zeitverlust zugreifen. Nicht nur für medizinische flankierende Behandlungen, sondern auch für ärztliche Begleitung vor und nach der orthopädischen Versorgung ist dieser Fonds eine wertvolle Bereicherung«, so Schulz.

Aber auch hier ist der Verein weiter auf finanzielle Hilfe angewiesen. Wer spenden möchte: Spar- und Kreditbank, IBAN: DE16 5009 2100 0001 6100 07, BIC: GENODE51BH2. Verwendungszweck »Medizinische prothetische Behandlung« oder einfach »MPB«.

Auch interessant

Kommentare