Holzlagerflächen

Forst fällt Bäume am Waldparkplatz

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Hessen-Forst vergrößert seine Holzlagerflächen am Waldparkplatz am Hardtberg und sperrt dafür den Parkplatz. Doch das ist nicht die einzige Maßnahme auf dem Areal, das auch Opel-Zoo-Besucher gerne nutzen.

Die Arbeiten haben begonnen, sind sogar schon ein ganzes Stück vorangeschritten: Am Waldparkplatz werden Bäume gefällt. Der am Ortsausgang von Königstein in Richtung Mammolshain gelegene Waldparkplatz dient auch als Holzlagerfläche. Das Forstamt Königstein wird diese Fläche einer Pressemitteilung zufolge in den kommenden Wochen um weitere 1600 Quadratmeter erweitern. „Auch der vorhandene Forstweg wird in diesem Zuge instandgesetzt und durchgehend mit einer Asphaltdecke versehen“, heißt es. Das betrifft auch die Randstreifen. Die Fläche selbst soll geschottert werden.

Begründet wird diese Erweiterung mit dem veränderten Forstschutzkonzept von Hessen-Forst und dem Forstamt Königstein. Künftig soll vom Borkenkäfer befallenes Fichtenholz aus den Hochlagen des Taunus auf diesem Platz zwischengelagert werden können. „Mit dieser Maßnahme schützen wir unsere zahlreichen Fichtenbestände in der Feldbergregion vor Buchdrucker-Befall“, so Ralf Heitmann, Forstamtsleiter im Forstamt Königstein. Die früher übliche Insektizidbehandlung der mit Borkenkäfer befallenen Hölzer zum Schutz noch stehender Bestände ist wegen der FSC-Zertifizierung des Staatswaldes nicht mehr, beziehungsweise nur unter strengen Auflagen zulässig. Für die Forstämter bedeuten die neue Zertifizierung und der Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden nach Auskunft des Forstamtleiters Hubertus Behler-Sander mehr Arbeit. Das Umlagern des Holzes verursache Kosten und auch logistischen Aufwand.

Eine Zwischenlagerung ist auch deshalb erforderlich, weil das Forstamt das Holz nicht immer sofort los wird. Derzeit seien sehr große Mengen aufgrund des Windwurfs während der vergangenen Stürme auf dem Markt. „Der Waldparkplatz ist umgeben von laubholzgeprägten Waldbeständen. Da der Buchdrucker nicht weiter als bis zu 2000 Meter zu fliegen vermag, kann er von hier aus keine Fichtenbestände erreichen“ so der Forstamtsleiter.

Für Waldbesucher muss der Parkplatzbereich gesperrt werden. Nach der Fertigstellung wird die Nutzung der neu hergerichteten Fläche in Zeiten, wo diese nicht für die Holzlagerung benötigt wird, ebenfalls als Waldparkplatz für die Allgemeinheit und für Besucher des Opel-Zoos bereit stehen. Etwa 75 Autos fänden dort zusätzlich Platz.

Ferner sind weitere „Holzerntemaßnahmen“ entlang des Scheibelbuschweges angrenzend an den Opel-Zoo geplant. Somit steht den Waldbesuchern der Bereich zwischen Scheibelbuschweg, Zebrawiese und der L 3327 vorerst nicht zur Verfügung. Die Fertigstellung ist bis Anfang April 2018 geplant. Bei den „Holzentnahmen“ handelt es sich laut Forstamtsleiter Behler-Sander um eine bereits seit zwei Jahren geplante Durchforstung, bei der etwa zehn Hektar „durchgehauen“ werden sollen. Jeder dritte bis vierte Baum soll fallen. Dies böte sich jetzt an, weil der Parkplatz ja ohnehin gesperrt sei. Vorausgesetzt, die beauftragte Firma kommt.

Auf forstrechtliche Genehmigungsverfahren hat die Stadt keinen Einfluss. Das machte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) auf Anfrage deutlich. Es gelte: Was der Forst mit Forstflächen mache, sei Sache des Forstes. In diesem Fall liegt nach Angaben von Behler-Sander sogar eine naturschutzrechtliche Genehmigung des Hochtaunuskreises vor.

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