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"Fortuna hilft" Kindern

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Karen Sander und Sohn Tim erstellen Benefiz-Bilder

Wehrheim -Wie wichtig die schnellen und unbürokratischen Hilfeleistungen des gemeinnützigen Vereins "Fortuna hilft e.V." sind, hat sich vor knapp einem Jahr bei der Flutkatastrophe im Ahrtal und seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine bewiesen. "Anders als bei den großen Hilfsorganisationen gibt es bei uns ganz kurze Entscheidungswege und die Spenden gehen ohne Verwaltungskosten sofort und vollumfänglich direkt an die hilfsbedürftigen Menschen und ihre Tiere", erklärt Vorsitzende Klaudia Skodnik.

Sie und Schriftführerin Karen Sander aus Pfaffenwiesbach haben ein persönliches Netzwerk aufgebaut und sich als wahre Organisationstalente immer dort eingebracht, wo Einzelschicksale sonst durchs Raster fallen würden. War anfangs in den ersten Wochen nach der Flut im Ahrtal die Hilfsbereitschaft noch groß, haben sich die meisten Hilfsorganisationen längst zurückgezogen.

Die Hilfe ist aber weiterhin dringend nötig, denn viele Flutopfer haben weder von den Versicherungen noch von staatlicher Seite bisher Geld erhalten. Die meisten Aufräum- und Aufbauarbeiten sind in Eigenleistung oder von den unzähligen freiwilligen Helfern geleistet worden und noch lange nicht abgeschlossen, berichten die beiden Frauen, die nach wie vor regelmäßig im Ahrtal unterwegs sind, um zu helfen.

Mit Maltherapie gegen das Trauma

Mit Aktionen wie dem Malzirkus in Bad Neuenahr/Ahrweiler und Schleiden unterstützt "Fortuna hilft" die Kunsttherapie für traumatisierte Kinder aus dem Flutgebiet. "Hier können sie ihre Erlebnisse aufarbeiten und malen, was sie nicht aussprechen können", berichten Sander und Skodnik.

Auch bei der Ukrainehilfe sind sie seit Kriegsbeginn immer wieder persönlich vor Ort, etwa um Hilfsgüter an die Grenze zu bringen, Geflüchteten Transportmöglichkeiten und private Unterkünfte zu verschaffen oder auch um Tiere zu retten.

Daher haben die Frauen und die vielen anderen "Helfer-Engel" neben rund 40 Tonnen Lebens- und Versorgungsmitteln sowie rund 20 Tonnen medizinischen Hilfsgütern auch rund 30 Tonnen Tierfutter in die Ukraine transportiert.

Mit Krankentransporten sind kranke, verletzte und behinderte Menschen wiederum über die Grenze nach Deutschland gebracht worden - und da "Fortuna hilft" auch ganz besonders das Schicksal von (Haus-)Tieren und insbesondere von Pferden am Herzen liegt, ist neben der Übernahme von Tierarztkosten auch ein Pferde-Lkw finanziert worden.

Für Flutopfer und Ukraine-Hilfe

All das kostet viel Geld und so ist "Fortuna hilft" weiterhin auf Spenden angewiesen. Eine ganz besondere Art, an Gelder für ihre Hilfsprojekte zu kommen, hat sich Karen Sander ausgedacht: Sie erstellt zusammen mit ihrem achtjährigen Sohn Tim Benefiz-Bilder sowohl zugunsten der Flutopfer- als auch der Ukrainehilfe. Für die Ukrainehilfe malen beide zusammen den Untergrund in den ukrainischen Nationalfarben blau-gelb, bevor Sander mit einer Schablone ein Herz und einen Handabdruck sprayt. Für die Bilder der Flutopferhilfe malt Tim den Untergrund mit verschiedenen Farben in seiner eigenen Technik.

Schwerbehindert und sehr kreativ

Er ist aufgrund eines Gendefekts schwerbehindert und kann nicht ohne Stütze sitzen oder stehen. Wenn er alleine malt, benutzt er deshalb nicht seine Hände, sondern seine Füße, weil er die Hände zum Abstützen braucht. Zwischen die Zehen klemmt er sich einfach den Pinsel oder einen Kochlöffel, auf dem ein Puschel gesteckt wird. So tupft und streicht er die Farbe in mal kürzeren oder längeren Strichen, sodass jedes Bild ein Unikat wird.

Die Bilder können gegen eine Spende (empfohlen sind mindestens 20 Euro) zugunsten der Arbeit von "Fortuna hilft" erstanden werden. So erhält man ein besonderes Kunstwerk, mit dem man seine Solidarität ausdrücken kann. Kontakt per E-Mail an karen.sander@fortuna-hilft.de . Mehr unter www.fortuna-hilft.de .

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