Bislang fahren fast alle Stadtbuslinien in Bad Homburg über das Kurhaus. Das könnte sich Ende des Jahres ändern. Die Koalition will eine Busverbindung nach Frankfurt.
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Bislang fahren fast alle Stadtbuslinien in Bad Homburg über das Kurhaus. Das könnte sich Ende des Jahres ändern. Die Koalition will eine Busverbindung nach Frankfurt.

Lokaltangente Ost

Es wird konkreter: Busverbindung zwischen Bad Homburg und Frankfurt 

  • Sabine Münstermann
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Bad Homburgs Koalition will eine Busverbindung nach Frankfurt. Auch Friedrichsdorf ist interessiert.

  • Busverbindung zwischen Frankfurt und Bad Homburg
  • Finanzierungsmöglichkeiten zeichnen sich ab
  • Auch Friedrichsdorf ist interessiert

Bad Homburg - Die Gedankenspiele werden konkreter: Nachdem der für den Homburger ÖPNV zuständige Fachplaner im Rathaus, Frank Denfeld, im Ober-Erlenbacher Ortsbeirat die Idee einer Buslinie von Friedrichsdorf über Ober-Erlenbach nach Nieder-Eschbach ins Spiel gebracht hatte, soll das Projekt jetzt von der Politik forciert werden. "Unter angemessener Kostenbeteiligung der Städte Frankfurt und Friedrichsdorf soll zeitnah eine solche Verbindung eingerichtet werden", teilte die CDU gestern mit. Für die nächste Parlamentssitzung habe die CDU-SPD-Koalition einen gemeinsamen Antrag eingebracht.

Bus nach Bad Homburg: Mitfinanzierung aus Frankfurt und Friedrichsdorf nötig

Allerdings könne die Linie nur kommen, "wenn sich die beiden Städte in angemessener Höhe an den Kosten beteiligen", erklärt Dr. Roland Mittmann, Verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Friedrichsdorf sei interessiert, mit Frankfurt müsse wohl verhandelt werden, "etwa durch Verweis auf den überquellenden P+R-Parkplatz in Nieder-Eschbach oder das Angebot, das Möbelhaus IKEA anzubinden." Selbst wenn einer der Partner zögern sollte, sieht die Koalition Chancen: "Notfalls sollte die Linie zunächst nur in eine der beiden Städte führen", und mehr noch: "Das große Interesse aus Friedrichsdorf könnte uns helfen, die Linie auch bei finanzieller Zurückhaltung aus Frankfurt bezahlen zu können", so Mittmann. 

Busverbindung von Bad Homburg nach Frankfurt - Start schon Ende des Jahres?

Anders als bei anderen Verkehrsprojekten - die Regionaltangente West soll seit über 14 Jahren gebaut werden -, könnte die neue "Lokaltangente Ost" kurzfristig etabliert werden. "Falls es gelingt, sie zum nächsten Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2020 einzurichten, setzen wir darauf, dass angesichts unseres kostendeckenden Stadtbusbetriebs im beschlossenen Haushalt ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt werden können, um die Linie im ersten Jahr zu finanzieren", so Mittmann weiter.

Fahrgäste aus Ober-Erlenbach und Friedrichsdorf sollen mit dem Bus bald direkt zur U-Bahn-Haltestelle in Nieder-Eschbach fahren können.

In Friedrichsdorf, das ÖPNV-planungstechnisch mit Homburg eng verknüpft ist, rennt die kurstädtische Koalition offene Türen ein. "Wir wollen die Linie schon lange", sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) gestern auf Nachfrage. Nun müsse man über Details reden.

Von Erlenbacher Seite sind die Voraussetzungen klar. Ortsvorsteherin Christl Elbert (CDU): "Die Einrichtung einer Busverbindung nach Nieder-Eschbach ist uns seit vielen Jahren ein Herzensanliegen." Sowohl die Union als auch die SPD hatten zum Teil vor über zehn Jahren für eine solche Verbindung geworben.

Bad Homburg: Neue Busverbindung für eine zukunftsorientierte Mobilität

2018 sei die Forderung erneuert worden, seitdem gab es mehrere weitere CDU-Anträge im Ortsbeirat, "im vergangenen Monat gab es dann den Bericht und diese Rückmeldung hat unsere Koalition nun erfreulicherweise überzeugt, die Einrichtung der Busverbindung zu beantragen", so Elbert. Man wisse nun, dass nicht etwa eine Verlängerung der Linie 2, 12 oder 65, sondern eine neue Linie das Mittel der Wahl sei. "Da man hier auch die Anbindung an das Gewerbegebiet mit IKEA und Hornbach erreichen könne, wäre dies sicher auch aus Frankfurter Sicht eine attraktive Bereicherung," ist sich Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglied Wilma Schnorrenberger (SPD) sicher. Die SPD hatte im Ortsbeirat vor Jahren auch die Schulbusanbindung Ober-Erlenbachs an die PRS beantragt, "die zwischenzeitlich realisiert wurde und vor allem auch gut genutzt wird. Der Erfolg zeigt, dass die überörtlichen Verbindungen nach Friedrichsdorf und Nieder-Eschbach von den Bürgern nachgefragt werden. Somit hoffen wir jetzt auf erfolgreiche Verhandlungen bei dieser neuerlichen Initiative," so Schnorrenberger.

Bad Homburg: Entlastung im Pendler- und Berufsverkehr

Mittmann ergänzt: "Die Ober-Erlenbacher Südumgehung und der Ostring bei Ober-Eschbach sind während des Berufsverkehrs bereits jetzt völlig überlastet. Angesichts der Bebauung am Hühnerstein ist es höchste Zeit, die Pendler auch auf anderen Strecken zum Schienenverkehr zu führen und die Straßen zu entlasten." "Eine bessere Verbindung nach Friedrichsdorf ist nicht nur für die Schüler der Philipp-Reis-Schule relevant. Mit einem Anschluss an Friedrichsdorf und Nieder-Eschbach wäre Ober-Erlenbach per Bus endlich mit allen Nachbarorten verbunden. Das ist die Mobilität der Zukunft!"

Bus nach Bad Homburg: Auch Friedrichsdorf ist an RMV-Ausbau  interessiert

Das sieht Horst Burghardt für seine Stadt ähnlich "Eine Anbindung an die U-Bahn ist für Friedrichsdorfer, die in den Frankfurter Norden wollen, schon optimal." Und die soll lieber heute als morgen kommen. "Bis zur Verlängerung der U 2 zum Homburger Bahnhof wollen wir nicht warten", erklärte der Rathauschef der Hugenottenstadt.

Zu Details zu einer möglichen Linienführung wollte er sich noch nicht äußern. Allerdings wäre eines der Ziele, Seulberg besser durch den ÖPNV zu erschließen. "Außerdem wäre es für die Ober-Erlenbacher auch gut, eine Verbindung zum Bahnhof Friedrichsdorf zu haben." Eine Trassierung zugunsten der PRS sei bislang noch nicht geplant. "Zumindest haben wir noch nicht darüber gesprochen - wobei wir den Schülerverkehr ausgelagert haben."

Dass sich die Hugenottenstadt an der Linie finanziell beteiligen würde, steht für Burghardt außer Frage. "Wir sind da mit im Boot - geschenkt wird einem nichts."

Bisher keine offizielle Äußerung aus Frankfurt 

Vom dritten möglichen Partner, der Stadt Frankfurt, gab es gestern noch keine offizielle Einschätzung. Man wolle zunächst auf das Ergebnis der parlamentarischen Initiative warten. Allerdings, so war aus dem Umfeld des zuständigen Dezernates zu erfahren, freue man sich bereits auf Post aus der Kurstadt.

Von Sabine Münstermann

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