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Frauen von der Insel gestalten den Weltgebetstag

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Der Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen in der katholischen Kirche Pfaffenwiesbach wird von Frauen aus England, Wales und Nordirland gestaltet. © Christina Jung

Wehrheim-Pfaffenwiesbach (cju). Der Weltgebetstag der Frauen wird seit vielen Jahren am ersten Freitag im März in über 120 Ländern der Welt gefeiert - auch in der katholischen Kirche Pfaffenwiesbach. Hier versammelten sich Frauen, um mit dem Team um Ursula Hild, das das Ganze vorbereitet hatte, den Tag zu begehen.

Knapp eineinhalb Stunden vertieften sich die Anwesenden in die Gottesdienstordnung, die von Frauen aus England, Wales und Nordirland vorbereitet worden war. Dabei gab es das eine oder andere, was für die Gäste ungewohnt war. So richteten die Frauen von der Insel einen Schwerpunkt darauf, dass »Gott« weder weiblich noch männlich sei, aber auch nicht sächlich. Gebetet wurde deshalb »Gott, unsere Mutter und unser Vater«. Die Geschichte des Exils, beschrieben vom Propheten Jeremia, der etwa 600 Jahre vor der Geburt Christi gelebt haben soll, wurde ebenso in den Fokus gerückt wie das darin enthaltene Prinzip Hoffnung, unter dessen Fittiche der Gottesdienst des Weltgebetstages angelehnt war.

Eines der Ziele des Weltgebetstages ist es, auf die Situation von Frauen in dem jeweils ausrichtenden Land hinzuweisen und Aufarbeitung oder Verbesserungen zu erreichen. Die britischen Frauen stellten dabei drei Frauenschicksale in den Fokus, die auch in vielen anderen Ländern so oder ähnlich passiert sein können: So ging es um eine Frau, die arm war und deren Sohn wegen Krankheit nicht arbeiten kann. Sie berichtete, dass sie oftmals auf eine Mahlzeit verzichte, damit ihre Enkel etwas zu essen hätten. Durch den Kontakt zur Kirchengemeinde habe sich an diesem Zustand viel zum Besseren gewandelt und sie danke Gott für diese Gnade.

Vertrauen auf Gottes Willen

Die zweite Geschichte war die einer von ihrem Mann misshandelten Frau, die durch Gott den Mut gefunden habe, sich aus dieser Situation zu befreien. Die dritte Frau berichtete von einer Krankheit, die sie taub werden ließ, weshalb sie an ihrem Lebenstraum gescheitert sei, habe sie doch Lehrerin werden wollen. Dem Suizid nahe, sei sie doch einen anderen Weg gegangen. Gottes Wille sei zwar nicht immer bekannt, aber sie vertraue diesem. Elmar Feitenhansl an der Orgel sang die Lieder, während, mit Blick auf die Corona-Regeln, die Frauen die Texte mitsprachen, aber nicht sangen. Der Altarraum war mit Kerzen ausgestattet und eine Friedenstaube sowie die Buchstaben, die das Wort Frieden ergaben, wiesen darauf hin, dass die Solidarität der Frauen auch ihren Geschlechtsgenossinnen in der Ukraine gilt. Die Pandemie war ebenfalls Thema, trat aber angesichts des Krieges in der Ukraine ein wenig in den Hintergrund.

Neben einem kleinen Tütchen mit Samen für Kräuter gab es englische Keksen, die Hild eigens gebacken hatte. Mit einem Teebeutel Darjeeling-Tee und den Keksen konnte jede Teilnehmerin am Ende auch etwas mit nach Hause nehmen und das Gehörte dort in einer ruhigen Minute Revue passieren lassen.

Der Weltgebetstag der Frauen im kommenden Jahr wird von Frauen aus Taiwan gestaltet werden.

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