+
Symbolbild: Ein Friedrichsdorfer wurde wegen eines Flirts brutal verprügelt. 

Prozess

Aus Eifersucht Rivalen verprügelt 

Auch ein digitaler Flirt kann in der Realität fatale Folgen haben. Diese Erfahrung musste ein junger Friedrichsdorfer machen, der dadurch unangenehme Bekanntschaft mit dem Freund eines Mädchens machte. Ausgerechnet an Heiligabend.

Friedrichsdorf - Dass Männer via soziale Netzwerke versuchen, beim weiblichen Geschlecht zu landen, kommt oft vor. Auch ein junger Friedrichsdorfer war offenbar auf amourösen Pfaden unterwegs und hat via Instagram ein Mädchen angeflirtet. Das behauptete zumindest ein 20-jähriger Neu-Anspacher vor der Jugendrichterin in Bad Homburg.

Dort musste sich der junge Mann wegen gemeinschaftlicher, gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zu dieser war es ausgerechnet am 24. Dezember 2017 gekommen. Aber der Reihe nach.

Der Friedrichsdorfer habe seine Freundin angemacht, behauptete der Angeklagte vor Gericht. Daraufhin war er damals ausgerastet, tat sich mit einem bisher unbekannten Freund zusammen, lauerte seinem vermeintlichen Rivalen gegen 18 Uhr am Friedrichsdorfer Bahnhof auf verprügelte ihn.

Blessuren im Gesicht

Dabei muss es an jenem Heiligabend überaus heftig zur Sache gegangen sein. Das wurde vor Gericht deutlich, wo die Verletzungen des Geschädigten mit Hilfe von Fotos dokumentiert wurden. Die Blessuren vorwiegend im Gesicht waren die Folge der Attacke, bei der es Schläge und auch Tritte gegen den vermeintlichen Rivalen nur so gehagelt haben muss.

Damit nicht genug: Der Angriff wurde auch noch fortgesetzt, als der Geschädigte bereits am Boden lag. Später musste der Mann mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort konnte er wieder entlassen werden, nachdem er geröntgt worden war.

In der Verhandlung gab sich der junge Mann reumütig. Er bedauere sein damaliges Verhalten sehr, sagte er im Gericht. Vom Vertreter der Jugendgerichtshilfe war zu erfahren, dass der jetzt 20-Jährige zum Tatzeitraum zudem ein massives Drogen- und auch Alkoholproblem hatte. Das sei aber nun ausgestanden, zumal der Angeklagte sich von seinem früheren Freundeskreis gelöst habe.

Dass die Verhandlung erst nach über 16 Monaten stattfinden konnte, lag daran, dass sich der Angeklagte zwischenzeitlich in Pakistan aufhielt.

Glück hatte der Neu-Anspacher auch, dass die damalige Tat nach dem Jugendstrafrecht geahndet wurde. Denn wäre das Delikt unter das Erwachsenenstrafrecht gefallen, hätte es für den Angeklagten eine Mindeststrafe von sechs Monaten Haft gegeben.

So aber ließ das Jugendgericht große Milde walten. Der Angeklagte wurde lediglich ermahnt, kam also um eine Verurteilung herum. Ihm wurde allerdings auferlegt, dem geschädigten Friedrichsdorfer die durch die Prügelattacke entstandenen Zahnarztkosten in Höhe von 426,34 Euro, die durch die Schläge und Tritte entstanden waren, innerhalb von zwei Monaten zu zahlen. Wenn die Rechnung gezahlt ist, wird der Fall endgültig bei Gericht eingestellt.

Bereits vor Anklageerhebung war ihm von der Staatsanwaltschaft eine Verfahrenseinstellung mit einem "Täter-Opfer-Ausgleich" angeboten worden. Dieses Entgegenkommen hatte der junge Mann jedoch ignoriert. In der jetzigen Verhandlung akzeptierte er die Zahlung an das Opfer. Ob in Zukunft noch weitere Kosten auf den jungen Mann zukommen - unter anderem Einsatz des Notarztwagen - blieb offen.

von Heinz Habermehl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare