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Es werde Licht: Immer wieder blieben Passanten in den letzten Tagen vor dem ehemaligen AWG stehen. In genau einem Monat sollen Kunden dort wieder einkaufen können.

Billigkaufhaus mit Tradition

Größter Leerstand im Taunus Carré beseitigt: Woolworth eröffnet Filiale

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Nun ist es amtlich: Die Einzelhandelskette Woolworth wird in Friedrichsdorf eine Filiale im Taunus Carré eröffnen. Fragt sich, was mit den anderen Leerständen passiert.

Friedrichsdorf - Am Montag blieb so mancher Besucher des Taunus Carrés vor der Fensterfläche des ehemaligen AWG-Geschäfts stehen. Mit gutem Grund: Statt einer dunklen, öden Ladenfläche wie in den vergangenen Monaten präsentierte sich der weitläufige Raum auf einmal hell erleuchtet und belebt. Nicht mit Kunden versteht sich. Es waren Handwerker, die mit Elektroarbeiten beschäftigt waren - für Woolworth, hieße es auf Nachfrage. Nein, der Termin des Einzugs sei nicht bekannt.

Bei der Einzelhandelskette mit Hauptsitz in Unna in Nordrhein-Westfalen selbst hat man hingegen schon eine präzise Terminplanung. "Die Neueröffnung ist für den 19. Dezember geplant", sagte Roland Rissel, Referent für Unternehmenskommunikation. Die Fläche im Taunus Carré habe man am 12. November vom Vermieter übernommen und arbeite seitdem an der Inneneinrichtung.

Friedrichsdorf: Rund 6000 Artikel im Woolworth

Auch zum Sortiment gab es Informationen. Und die klingen nach einem klassischen Kaufhaus, als das sich Woolworth auch versteht. Auf 1015 Quadratmeter Verkaufsfläche will man das gesamte Sortiment von Woolworth anbieten. Dies umfasse rund 6000 Artikel des täglichen Bedarfs aus den Bereichen Kurzwaren, Dekorationsartikel, Elektronik, Schreib-, Haushalts- und Spielwaren, Kosmetik und Drogerieartikel, Accessoires, Geschenkartikel, Heimtextilien, Koffer, Tierzubehör sowie Bekleidung für Damen, Herren und Kinder.

Auch auf den Beschäftigungsmarkt in der Hugenottenstadt und wohl darüber hinaus wirkt sich die Neuansiedlung positiv aus. "Für eine Filiale dieser Größe planen wir in der Regel mit einem Team aus 10 bis 15 Mitarbeitern", sagte der Unternehmenssprecher. Man suche derzeit noch Mitarbeiter für Teilzeitbeschäftigungen mit 78, 104 und 130 Arbeitsstunden pro Monat.

Bei der Stadt reagierte man erleichtert auf die Nachricht. "Ich bin froh, dass es wieder einen Mieter für die Fläche gibt", sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Er hoffe nun, dass sich auch Ergebnisse für die anderen leerstehenden Flächen ergeben.

Friedrichsdorf: Woolworth fährt Expansionskurs

Informationen, ob und wie es dort weitergeht, hat aber auch der Rathauschef nicht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Carré-Betreiber ILG aus München eine defensive Kommunikationspolitik betreibt, gelinde gesagt. Mit der ILG hatte der Bürgermeister zuletzt Anfang Oktober auf der Immobilienmesse Expo Real Kontakt. Die Kernbotschaft damals: Man wolle sich zunächst vorrangig um die große Fläche kümmern, was nun ja erfolgreich über die Bühne gegangen ist.

Woolworth selbst begründet die letztlich überraschend schnelle Entscheidung für Friedrichsdorf mit seinem aktuellen Expansionskurs. "Im Zuge dessen wollen wir die noch vorhandenen Lücken in unserem Filialnetz schließen. Dabei behalten wir vor allem auch kleine und mittelgroße Regionalzentren im Fokus, um für möglichst viele Menschen ein gut erreichbarer Versorger für Artikel des täglichen Bedarfs zu sein", sagte Unternehmenssprecher Roland Rissel. Friedrichsdorf falle mit dem Taunus Carré in dieses "attraktive Schema und hat nach interner Prüfung das Potenzial, ein für uns erfolgreicher Standort zu werden".

Unterdessen greift das Ordnungsamt in Friedrichsdorf durch: Autos dürfen nicht mehr auf dem Gehweg abgestellt werden. Sonst drohen Knöllchen.

Klaus Späne

Woolworth: Billigkaufhaus mit Tradition

In Rhein-Main ist Woolworth mit mehreren Filialen vertreten. Allein in Frankfurt gibt es vier. Nächste Niederlassung ist Bad Homburg. Insgesamt betreibt die Einzelhandelskette rund 400 Filialen in Deutschland. Gegründet wurde die deutsche Tochter der US-amerikanischen Woolworth Company im Jahr 1926 in Berlin. In den letzten Jahrzehnten gab es zahlreiche Veränderungen. 1998 trennte man sich von der Muttergesellschaft. 2009 meldete das Billig-Kaufhaus Insolvenz an. Seit dem Rückzug von Tengelmann im Jahr 2012 ist die B. H. Holding Haupteigentümer. 

ks

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