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Kindergarten Kunterbunt und Hort Kassiopeia im Hohen Weg: Ob das Gebäude saniert werden kann, ist fraglich.

Planung

Friedrichsdorf: Neue Kita auf der Rollschuhbahn

Der Haushalt 2019 wird ausgeglichen sein, Erhöhungen von Steuern und Gebühren sind nicht geplant. Zu den künftigen Investitionen gehören Erweiterungen von Kindergärten und der Ausbau des Sportparks.

Noch geht es der Stadt finanziell gut, sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) am Donnerstag in der Sitzung des Stadtparlaments. Er stellte den Haushaltsplan für das neue Jahr vor und zeigte sich besorgt. Der Haushalt sei zwar ausgeglichen, aber der Überschuss in Höhe von 123 000 Euro sei „wenig für diese konjunkturellen Zeiten“. Teuer kommen die Stadt vor allem die Kinderbetreuung (derzeit 8,5 Millionen Euro Zuschussbedarf) sowie die Kreis- und Schulumlage.

Von ihren Einnahmen aus Einkommensteuer (geplant 20 000 000 Euro), Gewerbesteuer (geplant 16 000 000 Euro) und Umsatzsteuer (geplant 1 800 000 Euro) blieben der Stadt netto nur 20 Prozent. „Das treibt einem die Tränen ins Gesicht. Wären die Umlagen Steuern, dann könnte man dagegen klagen, denn sie hätten in dieser Höhe erdrosselnde Wirkung“, sagte er. Zu allem Überfluss stehe die Grundsteuer B derzeit wegen eines Bundesverfassungsgerichtsurteils bundesweit auf wackeligen Füßen. Trotz alledem sollen aber in Friedrichsdorf Steuern und Gebühren nicht erhöht werden. „Wir werden in ein Defizit hineinlaufen, können es aber durch die ordentliche Rücklage abdecken“, sagte der Rathauschef.

Eines der größeren Projekte für die Zukunft ist die Kindertagesstätte Hoher Weg. 380 000 Euro sind im neuen Jahr dafür vorgesehen. Für die Einrichtung müsse eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. „Möglicherweise müssen wir die Kita abreißen und neu aufbauen“, sagte Burghardt. Das Kindergarten- und Hort-Gebäude nämlich sei vermutlich nicht sanierbar. Hinzu komme, dass es inzwischen viel zu klein sei. Und: „Wir haben ein echtes Problem bei der Schulkinderbetreuung.“ Zu den Grundschulkindern, die derzeit betreut werden müssten, gesellten sich bald noch Kinder aus den beiden künftigen Neubaugebieten Ökosiedlung und früheres Philipp-Reis-Schulgelände am Hohen Weg.

Eine Lösung könne sein, die Kita Hoher Weg auf dem Gelände der alten Rollschuhbahn an der Bleiche neu zu bauen. „Und zwar gleich als fünf- oder sechszügige Einrichtung.“ Am alten Kita-Standort unterdessen könnte dann eine Schulkinder-Betreuung eingerichtet werden. Vergrößert werden solle auch die Kita Rodheimer Straße. Dort sind 700 000 Euro für einen Anbau vorgesehen.

Ein große Brocken im Haushalt ist der neue Kreisel, der derzeit an der Rollschuhbahn gebaut wird: 750 000 Euro sind dafür geplant und 680 000 Euro für die Verbesserung der Straße durchs Köpperner Tal. Was die Kreiselbaustelle betrifft, so müsse die Homburger Landstraße, die derzeit noch einseitig befahrbar ist, am Ende des Frühjahrs voraussichtlich für einige Zeit voll gesperrt werden. Auch weil dann der Kreisel an der Ökosiedlung gebaut werde, kündigte Burghardt an.

Im Sportpark, der übrigens sehr gut angenommen werde, wird 2019 ebenfalls weitergebaut, für 350 000 Euro. Die Terrasse solle verlängert werden. Der Bewegungspark für Senioren solle eingerichtet werden, außerdem eine Parkour-Anlage für jüngere Freizeitsportler und eine weitere Funbox. Letztere ist ein eingezäunter Fußballplatz. Er soll doppelt so groß werden wie die bereits bestehende Funbox. Diese sei eher für andere Sportarten, wie Basketball geeignet.

Das Philipp-Reis-Museum werde für 500 000 Euro umgebaut und erweitert. Hinzu kämen noch 100 000 Euro für Einrichtungsgegenstände. Das Land zahle einen Zuschuss in Höhe von 250 000 Euro.

Für die Neugestaltung des Landgrafenplatzes sind 1,1 Millionen Euro geplant. Bezahlbarer Wohnraum solle in der Berliner Straße entstehen und in der Alten Grenzstraße. Für die Planung des Umbaus des Bahnhofs, der 2020/21 barrierefrei werden soll, stehen 500 000 Euro im Haushaltsplan-Entwurf. 375 000 Euro sind für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik vorgesehen. Und in der Landgraf-Friedrich-Straße muss ein neuer Stauraumkanal gebaut werden, um bei künftigen starken Regenfällen Überschwemmungen zu verhindern. Neue Atemschutzgeräte für die Feuerwehr schlagen mit 120 000 Euro zu Buche. Für die Stadtverwaltung schließlich sind 137 000 Euro vorgesehen, die vor allem für die EDV-Anlagen gebraucht werden.

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