Stimmungsvoll: Momentaufnahme vom letzten Weihnachtsmarkt 2019. Damals auf dem gerade eröffneten neuen Landgrafenplatz.
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Stimmungsvoll: Momentaufnahme vom letzten Weihnachtsmarkt 2019. Damals auf dem gerade eröffneten neuen Landgrafenplatz.

Weihnachtsstimmung

Budenzauber mit Plan B in Friedrichsdorf

  • Klaus Späne
    VonKlaus Späne
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Eine Veranstaltung soll es in jedem Fall geben. Die Vorbereitungen laufen seit Juli.

Friedrichsdorf -Budenzauber, bunte Lichter, heimelige Atmosphäre, flanierende und in Gruppen herumstehende Menschen, Musik. Glühwein-Duft: Die Friedrichsdorfer Innenstadt im Weihnachtsmarkt-Modus - im Jahr 2019, dem letzten Mal, als das beliebte Straßenfest auf Heiligabend einstimmte. Ob sich das Ganze auch in diesem Jahr so abspielt, steht noch nicht fest. Eines hingegen sehr wohl: Es wird einen Weihnachtsmarkt geben. Wie in vielen anderen Städten in der Region, allen voran Frankfurt, die derzeit die Weichen stellen.

"Wir wissen, wie sehr der Weihnachtsmarkt im letzten Jahr vermisst wurde", sagt Bürgermeister Lars Keitel (Grüne). Daher habe man frühzeitig versucht, eine Lösung zu finden. Frühzeitig bedeutet in diesem Fall Juli. Mitten im, na ja, Sommer haben Keitel und Wirtschaftsförderin Charlotte Zippe Gespräche geführt. Ein Ergebnis davon: Um die 30 Standbetreiber haben zugesagt.

Weniger als 2019, als man insgesamt 47 Aussteller verzeichnete, aber die reduzierte Anzahl ist gewollt, weil dadurch eine flexiblere Gestaltung des Marktes möglich ist. Das betrifft vor allem die Abstände zwischen den Buden, die größer sein werden. Außerdem soll die Marktausdehnung in Hugenotten- und Prof.-Wagner-Straße etwas eingedampft werden. Wie sehr, steht noch nicht fest. Beim Kunsthandwerk könne man die Buden sicher enger stellen als bei Ständen für Essen und Trinken, sagt Zippe. Außerdem bringt allein die reduzierte Anzahl der Standbetreiber mehr Luft.

Generell stehen nach wie vor viele Fragezeichen hinter dem Traditionsereignis im Dezember. "Keiner weiß, in welcher Pandemie-Lage wir uns dann befinden", sagt Keitel über die Prämisse, die über allem schwebt. Vor allem mit Blick auf die derzeit leicht steigenden Inzidenz-Werte. Von daher heißt der Schlüssel also die erwähnte Flexibilität oder wie es in Friedrichsdorf heißt: Ein Plan B, der in der Schublade ist.

Dessen Hauptelement ist ein Zaun, mit dem eine Einlasskontrolle möglich ist, sprich die Besucher gezählt werden können. Referenzveranstaltungen dafür sind die diesjährige Sommerbrücke, wo bekanntlich das Sportpark-Gelände mit einem hohen Zaun versehen wurde, und der kürzliche Schlemmermarkt (siehe Bericht rechts), wo es niedrige Metallgitter gab. Hat zwar in beiden Fällen gut funktioniert, ist aber "ein Riesenaufwand", wie Keitel sagt. "Wir müssen das mitplanen, auch wenn wir es gerne ohne hätten."

Und wie steht es um die sonstigen Details bei Plan B - 2 G- oder 3 G-Regel, Maskenpflicht? "Wir müssen das noch offen lassen", sagt Keitel. Beim Städtetag gelte derzeit sowohl 3 G als auch 2 G plus. Letzteres beinhalte einen PCR-Test. Das werde teilweise in Städten praktiziert. Und was eine Maskenpflicht angeht: Beim Schlemmermarkt gab es auf dem Gelände keine, nur in den Schlangen vor Ständen und Toiletten. In dieser Hinsicht rechnet Keitel eh nicht mit Problemen. "Ich glaube, dass die Leute sich daran gewöhnt und ein Gespür für die Situation entwickelt haben."

Ansonsten gilt das Motto: "Wir achten auf eine schöne Zusammenstellung mit Gastronomie, Geschenkartikeln, Vereinen, Imkern und auf die Qualität der Produkte", sagt Zippe. Fragt sich, bis wann das endgültige Konzept eingetütet ist. Hier fährt die Stadt auf Sicht und steht im Austausch mit anderen Kommunen. "Wir werden in den nächsten Woche noch nichts sagen können", sagt Keitel. "Es ist eine Gratwanderung." Man versuche, das bestmögliche zu machen, habe aber auch eine hohe Verantwortung.

Klaus Späne

Adventskalender mit programm

Der Weihnachtsmarkt soll am dritten Adventswochenende, von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Dezember, stattfinden. Die Öffnungszeiten sind freitags von 15 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags jeweils von 12 bis 21 Uhr. Außerdem wird wieder ein Veranstaltungsprogramm unter dem Motto "Adventskalender" organisiert. Es weist auf dezentrale Veranstaltungen an verschiedenen Stationen wie beispielsweise Heimatmuseum, Nikolausmarkt auf dem Houiller-Platz oder bei Geschäften in der Hugenottenstraße hin. Auch an einen besonderen Kino-Nachmittag für Kinder in Köppern ist gedacht. ks

Feuertaufe Schlemmermarkt

Eins zu eins vergleichen lassen sich Schlemmer- und Feierabendmarkt sowie Weihnachtsmarkt zwar nicht. Zu groß die Unterschiede, vor allem was die Anzahl der Besucher betrifft. An die 3000 sind es zu Spitzenzeiten beim Weihnachtsmarkt. Beim Schlemmermarkt am 24. September zählten die Veranstalter über den Abend verteilt 550 bis 600 Menschen. Dazu spielte sich dieser auf einer kleineren Fläche ab. Und auch die Anzahl der Stände ist unterschiedlich. Hier an die 30, dort waren es sieben. Dennoch sieht Wirtschaftsförderin Charlotte Zippe darin eine Art Feuertaufe. Und die hat offenbar gut funktioniert. Etwa die Kontrollen an den Eingängen, mit denen der Zugang gesteuert wurde und sich die Besucher per Luca-, Corona-Warn-App oder schriftlich beim Kontaktmanagement registrierten. Zum Nachweis gab es dann ein Bändchen fürs Handgelenk. Auf dem Partygelände selbst herrschte zwischen 16 und 22 Uhr entspannte Lounge-Atmosphäre. Kleine Pavillons, Palmen, Mobiliar, Stände, dazu der laue Spätsommerabend - das alles verband sich zu einem stimmigen Ganzen. Viele Händler beteiligten sich an dem Event mit Gegrilltem, frischen Forellen, Wein. Dazu mixte ein Eventservice Cocktails. Und für die Kinder bot Finchens Boutique Kinderspiele an. Zippes Fazit am Ende: "Ein schönes Event. Gut, dass wir es probiert haben." Die Gastronomen hätten sich gefreut, wieder Leute zu sehen. Sinn und Zweck sei auch gewesen, einfach wieder da zu sein und sich zu sehen. ks

Einlass beim Schlemmermarkt. Ein Modell für Dezember?

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