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Bühne frei für den Bewegungszirkus

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Von: Klaus Späne

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Das Klettergerüst ist schon fertig und Tüv-abgenommen. Keine Gefahr also für Reinhold Bingenheimer, Lars Keitel, Stefan Kraus und Jonas Steinert (von links).
Das Klettergerüst ist schon fertig und Tüv-abgenommen. Keine Gefahr also für Reinhold Bingenheimer, Lars Keitel, Stefan Kraus und Jonas Steinert (von links). © jp

Der letzte Abschnitt des Sportparks in Friedrichsdorf steht vor der Eröffnung. Das Projekt hat Strahlkraft über die Stadt hinaus.

Friedrichsdorf -Man stelle sich vor, Frankfurt wäre ein Lebewesen, und die Türme seiner Skyline wären Augen, mit denen es über die Stadtgrenzen hinaus schauen könnte. Beim Anblick von Friedrichsdorf würden bei der Metropole sicherlich verschiedene Gefühle aufkommen: Verwunderung, Bewunderung, Neid, alles denkbar, zumal dort immer sichtbarer eine Einrichtung heranwächst, die ihresgleichen sucht. In Frankfurt, der gesamten Rhein-Main-Region, vielleicht auch darüber hinaus.

Die Rede ist vom Sportpark, der dieser Tage immer mehr Gestalt annimmt. Zu erkennen auf dem Areal südlich der Fußballplätze und des Fitnessgeräteparcours. Zahlreiche neue Elemente sind dort in den vergangenen Wochen entstanden. Besonders eindrücklich der sogenannte Seilzirkus. Ein Konstrukt, das wie eine Mischung aus überdimensionalem Spinnennetz und Zirkuszelt daherkommt, bestehend aus roten Seilen, sechs Meter hohen Masten, Trampolin und Rutsche, das zum Herumklettern einlädt. Flankiert von einem Kletter- und Balancierpfad, unterlegt mit einem Boden aus Holzschnitzeln, der als Fallschutz gedacht ist.

Ins Auge sticht auch der neue Spielplatz, der ebenfalls aus mehreren Elementen besteht. Am markantesten ist ein Klettergerüst aus dicken Holzbalken, die wie ein riesiges Mikado anmuten. Gefertigt aus besonders haltbarem Robinien-Holz und vom Tüv abgenommen. Den behördlichen Segen haben sämtliche Spielgeräte, sagt Stefan Kraus vom Hochbauamt. Im Grunde also alles bereit, von Kindern und wer sich dafür jung und fit genug fühlt, erobert zu werden.

Spielplatz mit Barrierefreiheit

Aber bevor sich jetzt alle auf die neuen Attraktionen stürzen, müssen wir an dieser Stelle auf die Spaßbremse treten. Freigegeben werden sie "erst" am kommenden Freitag, 12. August. Kraus und sein Chef, Bürgermeister Lars Keitel (Grüne), Erster Stadtrat Reinhold Bingenheimer (FWG) und Sport- und Kulturamtsleiter Jonas Steinert geben dennoch vorab schon mal Einblick in das, was die Friedrichsdorfer alles erwartet. Und sie nutzen die Gelegenheit, eine vorläufige Bilanz des Mammutprojekts zu ziehen, das die Stadt seit immerhin über zehn Jahren beschäftigt.

Zunächst einmal zur Freizeitlandschaft, wie die Planer den südlichen Abschnitt bezeichnen. Der Spielplatz zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass Kinder ihrer Entdeckerlust nachgehen können. Eine Besonderheit ist die Barrierefreiheit. Das gilt für den Sandkasten, der in einer gelben Schale auf Stelzen eingerichtet wird. Somit auch geeignet für Rollstuhlfahrer. Ebenso wie ein Karussell und eine Wippe.

Großzügig kommt der daneben liegende Skatepark daher . Geeignet nicht nur für Skateboards, sondern auch für Inliner und Scooter. Dazu dienen vielfältig nutzbare Elemente aus Beton mit Besonderheiten, wie eine ungewöhnlich lange Quarterpipe, also eine Schanze, mit Kurvenverlauf. "Das haben womöglich selbst passionierte Skater noch nicht gesehen", sagt man bei der Stadt mit unüberhörbarem Stolz. Ansonsten gibt es neben den Elementen für fortgeschrittene Sportler eine Menge kleine und flache Elemente, die auch für Anfänger geeignet sind. Einziger Wermutstropfen: Beim Skatepark fehlen noch ein paar restliche Hindernisse, die erst aufgestellt werden. Danach kommt die Tüv-Abnahme. Eventuell Ende nächster Woche könnte auch dieser Teil öffentlich zugänglich sein - ohne Gewähr.

Ok, verkraftbar, zumal viele andere Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zum Beispiel eine Finnenbahn, die erst auf den zweiten Blick auffällt. Zu unrecht, denn die Bahn umrundet den Sportpark, verläuft auch auf den Hügeln an den Außenseiten. Der schmale Pfad ist ebenfalls mit Holzschnitzeln gefüllt, was für Federwirkung sorgt. Nur ganz im Norden zwischen Rollsportanlage und Kunstrasenplatz ist die Bahn unterbrochen.

Apropos Rasen. Benutzt werden kann bereits die Rasenfläche zwischen Skater-, Kletteranlage und Spielplatz. Eingesät und bewässert sei das Terrain, sagt Kraus. Danach habe die Hitze das Ganze in Mitleidenschaft gezogen. Nächstes Jahr sei das sicher ansehnlicher.

Dirtbike-Anlage wird noch gebaut

Bis dahin sind dann auch die gesetzten Platanen ein Stück gewachsen, was der Anlage weitere Attraktivität verleiht und neben den gebauten Bedachungen für zusätzlichen Schatten sorgt. Nicht zu vergessen, eine Attraktion, die noch folgt: die neue Dirtbike-Anlage. Die aus Erde modellierten Strecken sollen Anfänger und Profis ansprechen. Ende September soll aber alles komplett sein. Und 2023 werde dann alles in voller Pracht sein, sagt Keitel.

Der ist sich sicher, dass die neuen Bewegungsangebote noch mehr Familien, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Sportpark locken werden. Man habe versucht, etwas für verschiedene Altersgruppen zu machen.

"Wer ein langes Leben mit hoher Lebensqualität genießen will, der sollte sich regelmäßig bewegen", sagt Keitel und verweist auf die Empfehlung von Experten verweist, sich pro Woche mindestens 150 Minuten lang sportlich zu bewegen. Stattdessen sei aber der umgedrehte Trend zu weniger Bewegung zu verzeichnen. "Die neuen Attraktionen laden zu Bewegung und Spiel an der frischen Luft ein.

Genau das ist das Ziel, das die Stadt mit dem Sportpark verfolgt: Ein für jedermann zugängliches Freizeitangebot, das dem Bewegungsmangel ein Schnippchen schlägt."

Nicht nur das. Der Sportpark beschert außerdem Friedrichsdorf Aufmerksamkeit über seine Grenzen hinaus - klar ein sogenannter Standortfaktor. Das hat der Rathauschef längst eingepreist. "Wir werden kräftig damit werben." Könnte sein, dass die Metropole Frankfurt künftig noch neidischer gen Norden blickt.

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