Mit faszinierender Präzision

Alle zwei Jahre lockt der Henninger Musikpreis junge Friedrichsdorfer Musiktalente in einen Wettstreit.

Von OLIVERA GLIGORIC-FÜRER

Wie lässt sich ein achtjähriger Pianist mit einer 16-jährigen Querflötistin vergleichen? Wie ein Gitarrenduo mit einem Saxofonduo und wie ein Chor mit einer Big Band? Es mag unmöglich erscheinen, „aber genau das ist das Reizvolle an dem Preis“, sagte Musikpädagoge Jochen Schimmelschmidt. Er ist mit 35 Chorkindern der Grundschule Burgholzhausen zum Wettstreit um den Henninger Musikpreis angetreten. Alle zwei Jahre vergibt die Kulturstiftung der Stadt diese Auszeichnung.

Die Mädchen und Jungen aus dem Burgholzhäuser Grundschul-Chor, die zweifelsfrei schön gesungen, getrommelt, geflötet, gegeigt und Klavier gespielt haben, sind ohne Platzierung nach Hause gegangen. In der Kategorie große Ensembles ab fünf Teilnehmer überzeugte der Mädchenchor „LaCappella Dolce“ unter der Leitung von Veronika Bauer. Die jungen Sängerinnen sangen mit glockenklaren Stimmen Lieder wie „Ich hab die Nacht geträumt“ oder „Red, Red Nose“, begeisterten durch wirkungsstarke A-cappella-Arrangements und gingen schließlich als Erstplatzierte dieser Kategorie von der Bühne. Das Hornensemble der Musikschule Friedrichsdorf, das unter anderem die dramatisch klingende Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ so mitreißend interpretiert hatte, belegte den zweiten Platz. Die Big Band der Philipp-Reis-Schule unter der Leitung von Andreas Graf errang lautstark und imposant mit Stücken wie „Welcome To The Jungle“ und „Sing, Sing, Sing“ den dritten Platz.

Zum zwölften Mal wurde der musikalische Wettstreit im Forum Friedrichsdorf ausgetragen. Die Teilnehmer dürfen keine Musikstudenten sein und sollten ihre musikalische Erziehung in Friedrichsdorf genießen. So bringt der Musikpreis alle zwei Jahre „neue musikalische Talente aus Friedrichsdorf hervor“, lobte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne), der zugleich Vorsitzender der Kulturstiftung ist. Und Publikum und Jury erleben einen „bunten Strauß an künstlerischem Können“, wie Lars Keitel, Moderator, Pianist und Jurymitglied sagte. Diesmal waren es 17 Beiträge. In der Kategorie kleine Ensembles, darunter fallen alle Solisten, Duos, Trios und Quartette, tat sich die Jury schwer. Die Preisrichter, unter ihnen außer Keitel, die Pianistin Friederike Richter, die Geigerin Regina Möller und der Kulturredakteur dieser Zeitung, Michael Dellith, vergaben daher kurzerhand jeweils zwei Preise je Platzierung. So teilte sich der Grundschüler Fabian Hönig (9) den ersten Platz mit dem Fagott-Trio „The Red Maples“. Außerordentlich behände und mit faszinierender Präzision hatte Fabian, ein Schüler von Jochen Schimmelschmidt, am Klavier Stücke von Frédéric Chopin, Claude Debussy und George Nevada gespielt. Das Fagottensemble beeindruckte durch harmonisches und mitreißendes Zusammenspiel. Das Pianisten-Trio, Annika und Janina Kaufmann sowie Ferdinand Leube, überzeugte die Jury mit der Interpretation von Joseph Haydns Klaviertrio und Alec Rowleys „Kleines Trio über irische Themen“. Das Trio teilt sich den zweiten Platz mit dem Duo Christopher Stemann und Till Manzey an Klavier und Horn. Die beiden rissen die Zuhörer mit ihrer Darbietung der „Lustigen Suite für Horn und Klavier“ des zeitgenössischen Komponisten Jürgen Runge mit. Der Grundschüler Mengqi Zengh begeisterte als Solist auf dem Klavier, mit der Interpretation von Mozarts „Phantasie in d-Moll“ und Claude Debussys „Doctor Gradus ad Parnassum“. Die beiden Brüder Charles und Francois Praum (Horn und Klavier) boten unter anderem James Ployhars „The Hunt“ dar. Sanfte Klavierklänge wurden von ebenso weichen wie melodischen Horn-Tönen durchzogen. Mengqi Zengh und die Praum-Brüder belegten Platz drei.

Teilgenommen hatten außerdem die Singklasse der fünften Klasse der Philipp-Reis-Schule, die Vorklasse La Cappella, das Quartett Dolce, das Saxofonduo Milena Herpolsheimer und Hannah Knauth, das Gitarrenduo Teena tom Dieck und Maren Manzke, das Trio Nuova und Franziska Radke mit ihrer Querflöte.

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