Stützpunkt am Petterweiler Holzweg

Feuerwehr von der Baustelle umzingelt

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Wie sich ein Leben auf einer Baustelle anfühlt, bekommen dieMitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichsdorf-Mitte gerade hautnah zu spüren. Der Grund: Die Umgebung rund um den Stützpunkt am Petterweiler Holzweg hat sich in eine Kraterlandschaft verwandelt, aus der schon bald die neue Ökosiedlung hervorgehen wird. Davon unbeeindruckt läuft der Feuerwehrbetrieb wie gewohnt weiter.

Mächtige Erdhügel, knöcheltiefe Pfützen und steile Krater – dieser Anblick prägt aus Richtung Köppern kommend gegenwärtig das Friedrichsdorfer Entree an der Homburger Landstraße. Doch das Gelände an der Plantation hat sich nicht etwa in einen Erlebnispark für spielverrückte Männer verwandelt. Vielmehr ist auf der Brache eine Großbaustelle mit beeindruckenden Ausmaßen entstanden, auf der Schaufelbagger, Kipplaster und Planierraupen derzeit die ersten Erschließungs- und Aushubarbeiten für die Ökosiedlung vornehmen.

Auf dem sieben Hektar großen Gelände sollen binnen weniger Jahre 150 Ein- und Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 350 Wohneinheiten entstehen, darunter 54 Seniorenwohnungen. Zwischen Wohnhäusern, Kita, Seniorenanlage und einem modernen Wohnturm aus Holz mit Blick auf die Frankfurter Skyline und den Taunus, wird auch künftig die Freiwillige Feuerwehr Friedrichsdorf-Mitte ihren Stützpunkt betreiben. Und trotz des vorübergehenden Tohuwabohu ringsum geben sich die Brandbekämpfer ganz entspannt.

„Die Zusammenarbeit mit dem Investor und den beauftragten Bauunternehmen gestaltet sich gut“, betonte Wehrführer Pino Raguso am Freitag am Rande der Jahreshauptversammlung der Fire Fighter. Beispielhaft dafür sei die eigens vom Investor (Frank-Gruppe) errichtete Zufahrt für Baufahrzeuge. „Dadurch bleibt die vorhandene Einfahrt zum Feuerwehrgerätehaus unverändert bestehen, so dass Einsatzfahrzeuge und Feuerwehrleute ohne Behinderungen ab- und anrücken können“, berichtet Raguso. Außerdem ermögliche eine extra angebrachte Fußgängerampel ein gefahrloses Erreichen des Stützpunkts.

Natürlich brächten die Erdarbeiten auch Schmutz mit sich, der den Löschtrupps besondere Sorgfalt bei der Reinigung der Feuerwehrautos und der Fahrzeughalle abverlange. Verschmutzungen seien aber wohl trotz der ständig im Einsatz befindlichen Kehrmaschinen nicht gänzlich zu vermeiden. „Unsere Gerätschaften säubern wir ohnehin nach jedem Einsatz“, erklärte der Wehrführer, der die Ökosiedlung im übrigen als Chance für seine Stadtteilwehr betrachtet. Denn in dem Quartier werden rund 700 Menschen und damit auch potenzielle Neumitglieder für die Feuerwehr ein Zuhause finden.

„Wir werden auf die Bewohner des Baugebiets zugehen und uns ihnen vorstellen. Besonders erfreulich ist, dass in direkter Nachbarschaft zum Feuerwehrstützpunkt der Kindergarten entstehen soll“, sagte Raguso. Dabei kann die Stadtteilwehr bereits jetzt mit einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit punkten, wie bei der Jahreshauptversammlung zu erfahren war. So bereiten sich in der Jugendfeuerwehr (für Jugendliche von 10 bis 17 Jahren) momentan zehn Jungen auf den aktiven Dienst in der Einsatzabteilung vor. Noch größer ist die Gruppe der „Mini-Feuerwehr“, die erst seit gut einem Jahr besteht. Die „Feuerdrachen“ zählen bereits 15 Kids im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, denen außer Spiel und Spaß rund um die Feuerwehr auch Inhalte der Brandschutzerziehung vermittelt werden.

Wie wichtig die Förderung des Nachwuchses ist, zeigte sich in der Einsatzbilanz für 2017, die mit 105 Alarmierungen beachtlich ausfiel. 22 Einsätze betrafen das Löschen von Feuern, die sich jedoch ausnahmslos als Klein- und Mittelbrände herausstellten. Es gab aber auch 20 Fehlalarme, die häufig auf austretenden Wasserdampf oder fehlerhaft auslösende Hausrauchmelder zurückzuführen waren. Die 56 sogenannten „Hilfeleistungseinsätze“ machten den Feuerwehrleuten am meisten zu schaffen. Beispielsweise Schadstoffmessungen durch den GABC-Erkunder, der als Teil des Katastrophenschutzes zur Ortung und Beseitigung von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren eingesetzt werden kann, eine Reihe von Sturm- und Unwettereinsätzen, die Öffnung von Türen zur Bergung von hilflosen Personen oder auch Rettungseinsätze bei Verkehrsunfällen.

Der ehrenamtlich tätigen Einsatzabteilung der Stadtteilwehr Friedrichsdorf-Mitte gehören 4 Frauen und 56 Männer an. Auch der Förderverein ist mit seinen 365 Mitgliedern weiter auf Erfolgskurs, wie dessen Vorsitzender Norbert Fischer berichtete. Der Feuerwehrverein bezuschusste unter anderem die Neubeschaffung eines Mannschaftstransportfahrzeugs und engagierte sich für die Jugendarbeit und die Kameradschaftspflege.

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