Prozess

Frau im Wald sexuell belästigt - Geldstrafe für 26-Jährigen

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Wegen mehrfacher sexueller Beleidigung und versuchter Nötigung stand ein 26 Jahre alter Mann vor Gericht. Er stritt die Tat ab, doch das nutzte ihm nichts.

So eine Begegnung im Wald möchte niemand: Eine 45 Jahre alte Frau ist im Spießwald von einem jungen Mann massiv sexuell belästigt worden. Jetzt stand der 26-Jährige wegen mehrfacher sexueller Beleidigung und versuchter Nötigung einschließlich obszöner Gesten vor dem Bad Homburger Amtsgericht – und stritt die Tat ab.

Die Frau schilderte die Sache folgendermaßen: Am 8. August vergangenen Jahres, gegen 18.50 Uhr, sei sie allein spazieren gegangen. Da sei der junge Mann neben ihr aufgetaucht und habe unverblümt gefragt: „Willst Du Sex?“. „Hau ab“, habe sie geantwortet und sei eilig weitergegangen. Doch der Mann sei ihr gefolgt und habe die beleidigende und belästigende Frage wiederholt. Danach sei er für kurze Zeit außer Sicht gewesen – und dann mit einem Knüppel in der Hand zurückgekehrt. Nun habe er verkündete: „Ich mache es Dir für nur 50 Euro, denn Du bist schon so alt.“ Nun habe sich die Frau zur Wehr gesetzt und dem Mann gegen ein Bein getreten. Der Mann sei daraufhin ein wenig zur Seite gegangen, um an einem Baum zu urinieren.

Zum Glück traf die Frau kurz darauf ein junges Pärchen, das durch den Spießwald joggte. Den beiden war der Täter zuvor begegnet. Sie erzählte ihnen ihr verstörendes Erlebnis, und der Jogger lief los, um zu versuchen, den Belästiger zu stellen. Der Täter unterdessen traf mit einem Radfahrer zusammen, der sich zuvor laut Aussagen der Zeugen ebenfalls seltsam verhalten hatte und sie „so komisch angeschaut“ habe. Täter und Radler hätten sich danach gemeinsam entfernt. Die Frau und das Jogger-Pärchen trafen noch auf eine andere Joggerin (31), die zuvor Ähnliches mit dem fremden Mann erlebt hatte. „Der hat mir zugezwinkert und gefragt, ob ich Sex haben will“, berichtete sie im Gericht. Die Zeugen informierten die Polizei. Die Beamten rückten an und bekamen von der Geschädigten und den Zeugen eine so gute Beschreibung, dass sie den mutmaßlichen Täter und den Radler stellen konnten.

Vor Gericht behauptete der Angeklagte, er sei gar nicht im Spießwald gewesen. Gleiches hatte er zuvor auch schon bei der Polizei gesagt. Er benannte sogar zwei Zeugen, die ihn entlasten sollten. Einer von ihnen war der erwähnte Radler. Der andere war ein Security-Angestellter.

Beide Männer erklärten, dass sie den Angeklagten zur Tatzeit an anderer Stelle gesehen hätten. Der Radler habe den Angeklagten in einem Park in Friedrichsdorf getroffen.

Entscheidend jedoch waren die Aussagen der Geschädigten sowie der drei Jogger. Die Frau und ihre Zeugen erkannten den Angeklagten als die Person, die sich am fraglichen Augustabend im Spießwald aufgehalten und die Tat begangen hatte. Dennoch sah der Verteidiger seinen Mandanten als nicht überführt an und forderte Freispruch.

Anklagevertreterin und Richterin sahen den Tatvorwurf als erwiesen an. Dafür gab es eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen, die für den Mann ohne Arbeitseinkommen mit je 5 Euro angesetzt wurde. So muss er 600 Euro zahlen.

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