Jens Witte erhält nach seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten ein symbolisches "Steuerrad fürs Rathaus" von der FWG-Fraktionsvorsitzenden Claudia Schlick
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Jens Witte erhält nach seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten ein symbolisches "Steuerrad fürs Rathaus" von der FWG-Fraktionsvorsitzenden Claudia Schlick

Kommunalpolitik

Bürgermeisterwahl: Jens Witte soll das Steuer in Friedrichsdorf übernehmen

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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Die FWG-Mitgliederversammlung kürt Vorsitzenden Jens Witte zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahl nächstes Jahr.

Friedrichsdorf - Fragt man Jens Witte, was ihm an Friedrichsdorf besonders gut gefällt, dann antwortet er: „Die schöne Lage, die Infrastruktur, die guten Einkaufsmöglichkeiten die vielen verschiedenen Vereine und das tolle kulturelle Angebot.“ Jetzt möchte der 51 Jahre alte gelernte Bankbetriebswirt Bürgermeister werden. Am Donnerstagabend hat ihn die Mitgliederversammlung der Friedrichsdorfer Wählergemeinschaft (FWG) nominiert.

„Wir sind die stärkste Fraktion im Stadtparlament“, betont der frisch gekürte Kandidat im Gespräch mit dieser Zeitung. Seit 2017 ist er Vorsitzender der Wählergemeinschaft und war bereits FWG-Vertreter im Verkehrsverband Hochtaunus und Mitglied der Betriebskommission der Stadtwerke. Hauptberuflich leitet Witte Projekte zur Software-Gestaltung für verschiedene Auftraggeber. 2011 hat er sich selbstständig gemacht. „Zuvor habe ich 26 Jahre lang bei der Deutschen Bank gearbeitet“, berichtet er. Ein Jahr davon war er Firmenkundenberater in Barcelona (Spanien) und spricht daher außer Englisch auch Spanisch.

Witte ist verheiratet und lebt seit über 20 Jahren in Friedrichsdorf. Auf der Mitgliederversammlung sagte er: „Ich kann mir keinen schöneren Ort vorstellen, an dem ich mit meiner Frau gemeinsam alt werden will.“ Zur Familie gehört außerdem ein weiß-brauner Hund namens Kitho. 2017 haben die Wittes das heute 12 Jahre alte Tier übernommen. „Elo heißt die Rasse“, erklärt das Herrchen und: „Der sieht aus wie ein großes Stofftier.“

Aufgewachsen ist Witte in Burgdorf bei Hannover. Daher kommt auch seine Liebe zum Segeln. „Früher sind wir oft an der Küste gewesen. Und in meiner Bundeswehrzeit bin ich zur See gefahren“, erzählt er. Zwei Mal hat er mit dem Friedrichsdorfer Yachtclub in einem Vierer-Team an der Hessenregatta auf der Ostsee teilgenommen. „Das ist ein schöner Sport, bei dem man gut abschalten kann“, sagt er. Einen Segelschein habe er zwar nicht. Aber es gebe auch andere wichtige Aufgaben, als das Schiff zu steuern. Kochen und die Segel bedienen zum Beispiel.

Ausbau der Kinderbetreuung

Entspannung findet er zudem beim Tai Chi-Training, das auch „Schattenboxen“ genannt wird. Den fernöstlichen Sport betreibt er bei der TSG Friedrichsdorf. „Die Figuren sind langsam, aber gedanklich fordernd“, erklärt er. Eine Zeit lang habe er, Corona-bedingt im Sportpark trainiert. „Aber meistens sind wir in der Halle.“ Außerdem hat er die kurze Schwimmbad-Saison genutzt, um im Freibad seine Bahnen zu ziehen und er sitzt gern Fahrradsattel. „Das Rad ist für mich ein Alltags-Fortbewegungsmittel“, sagt er. Sogar zur Arbeit fahre er manchmal auf zwei Rädern, wenn es bis zum Auftraggeber nicht zu weit ist. Ehrensache, dass er auch beim Stadtradeln dabei ist.

Eine der größten Herausforderungen für die Friedrichsdorfer Zukunft sieht Witte im weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. "Da steigt der Bedarf." Besonders wichtig sei ihm auch das Thema Wohnen für Ältere. Dazu gehörten ein barrierefreier Ausbau der Infrastruktur und der Stadtbus. Wenn beispielsweise ältere Mitbürger ohne Auto nicht zu Veranstaltungen der Sommerbrücke kommen könnten, müsse man etwas tun. Auch der barrierefreie Ausbau des Friedrichsdorfer Bahnhofs stehe ganz oben auf seiner Liste. Nach dem Umbau des Landgrafenplatzes müsse zudem der Stadtentwicklungsprozess zügig weitergehen. Er denke dabei besonders an den Houiller Platz. Es sei wichtig, den Einkaufsstandort Friedrichsdorf weiter zu stärken.

Großen Respekt habe er vor den Leistungen von Amtsinhaber Horst Burghardt (Grüne), der Friedrichsdorf 24 Jahre lang als Bürgermeister geprägt habe. „Die meisten Beschäftigten im Rathaus wurden sicher von ihm eingestellt“, sagt er. Burghardt stellt sich nicht mehr zur Wahl. Für den neuen Bürgermeister gelte es, als Verwaltungschef im Rathaus den Übergang zu meistern. Dazu gehöre es, das Tempo, in dem bisher die Projekte im Rathaus gesteuert worden seien, beizubehalten und auch deren Kostenrahmen einzuhalten.

Er möchte ansprechbar sein

Dabei befinde sich die Friedrichsdorfer Verwaltung aber auch im Wandel. „So genannte Online-Dienstleistungen nehmen einen wachsenden Stellenwert ein. Den direkten Kontakt können sie allerdings nicht grundsätzlich ersetzen.“ Für die Bürger ebenso wie für die Beschäftigten im Rathaus ansprechbar zu sein, sei ihm ausgesprochen wichtig. Respekt habe er auch vor den vielen unvorhersehbaren Herausforderungen, wie den Folgen der Corona-Krise. Auf der anderen Seite sei es das Unvorhersehbare, was jeden Tag besonders mache.

Reinhold Bingenheimer, Ehrenvorsitzender der FWG, unterstrich: „Mit Jens Witte haben wir einen hervorragenden Kandidaten, der mit seinem beruflichen Hintergrund, seiner Führungserfahrung und seiner ruhigen sachlichen Art bestens geeignet ist, Friedrichsdorf auch in den nächsten Jahren entscheidend voran zu bringen“.

Fraktionsvorsitzende Claudia Schlick freute sich auf den gemeinsamen Wahlkampf. Am 14. März 2021 ist nicht nur Bürgermeisterwahl, sondern auch Kommunalwahl. „Wir wollen nach einer erfolgreichen Wahlperiode unsere Rolle als stärkste Fraktion verteidigen“, betont sie. „Und Jens Witte soll als Bürgermeister das Steuer im Rathaus übernehmen“. (Christiane Paiement-Gensrich)

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