Gleich am Entree der Ökosiedlung liegt der zentrale Platz. Hier ist schon die Kindertagesstätte "Himpelchen und Pimpelchen" eingezogen und bietet derzeit Notbetreuung an.
+
Gleich am Entree der Ökosiedlung liegt der zentrale Platz. Hier ist schon die Kindertagesstätte "Himpelchen und Pimpelchen" eingezogen und bietet derzeit Notbetreuung an.

Trotz Corona-Krise

In die Friedrichsdorfer Ökosiedlung kehrt Leben ein

  • vonNadine Klein
    schließen

150 Gebäude mit 350 Wohneinheiten bilden ein neues Friedrichsdorfer Quartier. Erste Mieter sind bereits eingezogen. Die Doppel- und Reihenhäuser werden bald übergeben.

  • In Friedrichsdorf bei Frankfurt sind die ersten Mieter in die Ökosiedlung gezogen.
  • 150 Gebäude mit 350 Wohneinheiten bilden das neue Quartier in Friedrichsdorf.
  • Die Ökosiedlung in Friedrichsdorf verspricht Nachhaltigkeit.

Friedrichsdorf - Die gute Nachricht zuerst: Die Coronavirus-Pandemie beeinflusst die Bauarbeiten an der Ökosiedlung kaum. „Bei manchen Firmen kommt es zu Verzögerungen bei Materiallieferungen, aber insgesamt läuft die Baustelle trotz Corona“, sagt Anke Schlütter, Geschäftsführerin der für den Geschosswohnungsbau zuständigen Frank Heimbau GmbH. Die Frank-Gruppe hatte das sieben Hektar große Areal von der Stadt gekauft und realisiert dort ein Wohngebiet mit 350 Wohneinheiten in 150 Gebäuden.

Eine reine Baustelle ist das Areal bei weitem nicht mehr - im Gegenteil. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen. Die Mietwohnungen, die gleich am Eingang zur Ökosiedlung angrenzend an die Plantation entstanden sind, sind in Teilen schon belegt: „Wir hatten vor Weihnachten mit der Vermietung begonnen, im März ist etwa die Hälfte der Mieter eingezogen.“

Ökosiedlung Friedrichsdorf bei Frankfurt: Noch 33 Wohnungen sind zu haben

Noch sind einige der 33 Wohnungen zu haben, bei denen es sich um Zwei- bis Vier-Zimmerwohnungen mit einer Größe von 47 bis 114 Quadratmetern handelt. Am größten sind die zwei Townhouses, die als Einzelwohnungen wie ein Reihenhaus konzipiert sind.

Auch wenn das Objekt im Februar an einen Investor verkauft wurde, laufe Vermietung und Verwaltung weiter über die Frank-Gruppe, teilt deren Sprecher Clemens Thoma mit. Bei dem Investor handele es sich um die gemeinnützige Hamburger Joachim-Herz-Stiftung.

Ökosiedlung Friedrichsdorf bei Frankfurt: Bäckerei öffnet im Juni

Schon eingezogen ist auch die Kindertagesstätte „Himpelchen und Pimpelchen“. Sie befindet sich ebenfalls am Entree der Siedlung, direkt an dem dortigen zentralen Platz.

„Am vergangenen Mittwoch ist eine Notbetreuung angelaufen. Das ist natürlich kein optimaler Start“, berichtet Schlütter davon, dass die Kita wegen der Corona-Pandemie derzeit nur eingeschränkt geöffnet ist. Betreiber ist das Stuttgarter Unternehmen Himpelchen und Pimpelchen gGmbH, das 99 Plätze für Kinder im Alter von zwölf Monaten bis zum Schuleintritt anbietet.

Ökosiedlung Friedrichsdorf bei Frankfurt: Auch Senioren leben hier

In dem Gebäude, das im Eigentum der Frank-Gruppe verbleibt, befinden sich zudem 54 Senioren-Wohnungen, davon 25 öffentlich geförderte. „Es sind alles Zwei-Zimmer-Wohnungen, die mit Ausnahme von drei etwas größeren für eine Person gedacht sind“, sagt Schlütter.

Es soll die Möglichkeit geben, Leistungen wie etwa einen 24-Stunden-Notruf zu buchen. „Wir stehen mit der Diakonie Friedrichsdorf im Gespräch", berichtet Schlütter. Zudem ist ein Nachbarschaftstreff geplant. Bäckerei und ein kleines Café werde der Hinnerbäcker betreiben, er wolle im Juni eröffnen, teilt Schlütter mit. Dort können sich dann auch die Bewohner der 67 sogenannten Gartenstadthäuser, von denen die ersten im Sommer einziehen werden, mit Brot und Brötchen versorgen. „Die Übergabe des Gemeinschaftseigentums wie der Tiefgarage ist für Anfang Juni geplant“, sagt Schlütter.

Begrünte Dächer in der Ökosiedlung von Friedrichsdorf bei Frankfurt

Die überwiegend dreigeschossigen Reihen- und Doppelhäuser haben begrünte Dächer und nach einem festen Pflanzplan - er soll für Artenreichtum sorgen - angelegte Gärten. Sie sind alle verkauft, ebenso wie fünf an die Gartenstadthäuser angrenzende Doppelhäuser, die die Siedlung im ersten Bauabschnitt nach Nordwesten abschließen. Zu haben ist nur noch das einzige frei stehende Haus - was auch am Preis liegen könnte: 960.000 Euro soll es laut Angaben auf der über die Siedlung informierenden Internetseite kosten.

In sogenannten Stadtvillen entstehen bereits im ersten Bauabschnitt 95 Eigentumswohnungen. 28 davon, die sich in drei an Kita/Seniorenwohnen angrenzenden Gebäuden befinden, sind verkauft und sollen laut Schlütter noch in diesem Jahr bezogen werden.

Ökosiedlung in Friedrichsdorf: Ein Park teilt das Areal

Noch nichts zu sehen ist hingegen von den 54 Eigentumswohnungen in fünf Stadtvillen, die an den kleinen hinter der Feuerwehr gelegenen Park angrenzen werden. Er wird die Siedlung dereinst in zwei Areale unterteilen.

„Wir haben sehr lange auf die Baugenehmigung für diese Stadtvillen gewartet“, sagt Schlütter. Im Sommer sollen nun die Bauarbeiten beginnen, die Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen. Der Vertrieb der 54 Wohnungen ist bereits vor rund zwei Wochen angelaufen.

Ökosiedlung in Friedrichsdorf bei Frankfurt: Weitere 110 Wohneinheiten

Während der erste Bauabschnitt das Gebiet von der Plantation bis zum Petterweiler Holzweg umfasst, schließt sich der zweite Bauabschnitt nordöstlich Richtung Köppern an.

Er wird weitere 110 Wohneinheiten bieten. „Geplant ist, dass wir noch in diesem Jahr mit dem zweiten Bauabschnitt beginnen, aber das hängt auch davon ab, wie schnell die Baugenehmigung erteilt wird“, sagt Schlütter. Startpunkt soll dort sein, wo derzeit noch der Vertriebspavillon steht, also direkt an der Homburger Landstraße.

Eisspeicher der Ökosiedlung in Friedrichsdorf noch nicht in Betrieb

Die Ökosiedlung verspricht mit ihrem Namen Nachhaltigkeit. Dazu beitragen soll auch ein modernes Energiekonzept, das verschiedene Komponenten kombiniert: So werden Eisspeicher, Großwärmepumpe, Blockheizkraftwerk, Gasbrennwertkessel sowie Solarabsorber und PVT-Anlagen miteinander vernetzt. Dieses Konzept kann allerdings erst umgesetzt werden, wenn die Bauarbeiten noch weiter vorangeschritten sind: „Die Eigentumswohnungen am Park, die jetzt im Vertrieb sind, müssen im Rohbau fertig sein, damit wir daran einen Schornstein für die Energiezentrale installieren können. Dann werden wir das Blockheizkraftwerk in Betrieb nehmen“, teilt Clemens Thoma, Pressesprecher der Frank-Gruppe, mit.

Bis der Eisspeicher seine Arbeit aufnimmt, wird es noch länger dauern. Dazu müssen die Eigentumswohnungen, die im zweiten Bauabschnitt auf der anderen Seite des Parks, also Richtung Köppern, entstehen, fertig sein. „Auf ihnen werden kombinierte Photovoltaik-Solarthermie-Module (PVT) installiert, die wir benötigen, um den Eisspeicher aufzutauen und Elektrizität für die gesamte Anlage zu liefern“, erklärt Thoma.

Bis dahin müssen die Bewohner der Ökosiedlung dennoch nicht frieren. „Momentan haben wir ein mobiles Heizgerät neben der Energiezentrale am Park angeschlossen“, sagt Thoma. „Im Prinzip ist das eine Gasbrennwerttherme, die von dort aus die bestehenden Wohnungen und Häuser mit Warmwasser und Heizwärme versorgt.“

Von Nadine Klein

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare