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Unheimlich und verschmutzt: die Fußgängerunterführung am Bahnhof.

Unheimlich und bestialischer Gestank

Versiffte Unterführung in Friedrichsdorf: Jetzt langt's auch der Politik

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Der CDU-Politiker Matthias Heinrich aus Friedrichsdorf fordert, dass die Stadt am Programm Kompass des Hessischen Innenministeriums teilnimmt.

Friedrichsdorf - Gerade bevor er zur Stadtparlamentssitzung gegangen ist, hatte er wieder ein unschönes Erlebnis an der Bahnhofsunterführung: „Am Ausgang Römerhof standen mehrere Leute mit einer Wodkaflasche und haben die Passanten mit Sprüchen bedacht“, berichtete der CDU-Stadtverordnete Matthias Heinrich. 

Kompass: CDU-Politiker Matthias Heinrich stellte Antrag im Stadtparlament

Im Stadtparlament stellte er den Antrag, der Magistrat solle beim Hessischen Innenministerium erwirken, dass Friedrichsdorf am KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel (Kompass) teilnehmen könne. Ziel des Programms sei es, dass Kommune, Polizei und Bürger „passgenaue Sicherheitskonzepte“ erarbeiteten und wirksame Lösungen für Probleme in den jeweiligen Städten und Gemeinden entwickelten. Der Schwerpunkt liege auf Prävention. Inzwischen nähmen über 30 hessische Kommunen teil. Gestartet worden sei das Projekt in vier Modellkommunen (Bad Homburg, Schwalbach, Hanau und Maintal). „Nur wer sich in seiner Heimatstadt sicher fühlt, kann sich dort auch wohlfühlen“, so Heinrich weiter. Der Bahnhof und dessen Umfeld aber sei „seit vielen Jahren in einem unschönen Zustand“. Daran habe auch der neue Anstrich des früheren Bahnhofsgebäudes nichts geändert. „Inzwischen sind die Wände des noch immer leerstehenden Baus beschmiert und einige Scheiben sind beschädigt worden.“ 

Fußgängerunterführung in Friedrichsdorf ist beschmiert und stinkt nach Urin

Die Fußgängerunterführung nannte er sogar einen „Angst-Raum“. Sie sei völlig beschmiert und rieche permanent nach Urin. Barrierefrei sei sie auch noch immer nicht. Immerhin ist zumindest in letzterem Thema Bewegung. Im vorigen September hatte die Deutsche Bahn Pläne für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs öffentlich vorgestellt. Unter anderem soll dann auf der Schäferborn-Seite der Unterführung eine Rampe gebaut werden. Auf der Innenstadt-Seite sind Aufzüge vorgesehen, dafür sollen die Rinnen in der Treppenanlage, die dazu gedacht sind, Fahrräder und Kinderwagen über die Treppe zu schieben, entfernt werden. Ihre Nutzung sei zu gefährlich, hieß es. Zudem soll die Unterführung dann mit leicht zu reinigenden Kacheln ausgestattet werden.

Toilette gegen den Gestank in Friedrichsdorf - aber erst 2021

 Eventuell kann auch – in Zusammenarbeit mit der Stadt – eine Toilettenanlage installiert werden. Als Baubeginn sei Herbst 2020 vorgesehen. 2021 solle alles fertig sein. Und in der Zwischenzeit? Auch wenn die Fallzahlen erfasster Straftaten nicht sehr hoch seien, müsse dringend gehandelt werden, fuhr Heinrich fort: „Sowohl baulich als auch durch verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften.“ Im Jahr 2017 habe es in Friedrichsdorf 131 Körperverletzungsdelikte gegeben. 2016 seien es dagegen nur 85 Fälle gewesen. Dirk Hoff (Linke) wies darauf hin, dass für das Bahnhofsgelände die Bundespolizei zuständig sei, die jedoch bekanntlich überlastet sei. 

Bürgermeister Horst Burghard (Grüne) sieht Geldproblem im Haushalt

Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) schlug vor, die Chefin der Polizeidirektion Hochtaunus, Kriminaldirektorin Antje van der Heide, in den Haupt- und Finanzausschuss einzuladen. So könnten sich die Ausschussmitglieder ausführlich zu dem Thema informieren lassen. Und er erklärte, Kommunen, die an „Kompass“ teilnähmen, müssten da auch „in erheblichem Umfang“ Geld einbringen. „Derzeit haben wir dazu im Haushalt weder Geld noch Personal vorgesehen.“ Das Thema könne aber bei den Haushaltsberatungen für 2020 auf die Tagesordnung. Der Rathauschef erinnerte zudem daran, dass die Stadt bereits, in Abstimmung mit der Polizei, seit etwa einem Jahr mehr Sicherheitspersonal einsetze. „Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes laufen problematische Bereiche in der Stadt ab.“ Auch die Kinderspielplätze würden kontrolliert. „Und wir haben drei zusätzliche Stellen für Ordnungspolizisten geschaffen.“ Schließlich wurde der Antrag an den HFA überwiesen, zu dessen Sitzung dann auch die Polizeichefin eingeladen werden soll.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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