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Friedrichsdorf: Im Rohbau steht die DLRG-Station schon

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Von: Katja Schuricht

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DLRG-Vorsitzender Jochen Enders (Zweiter von links) und Kai Braun vom DLRG-Bauausschuss (Dritter von rechts) posieren mit den Ehrengästen für ein Erinnerungsfoto.
DLRG-Vorsitzender Jochen Enders (Zweiter von links) und Kai Braun vom DLRG-Bauausschuss (Dritter von rechts) posieren mit den Ehrengästen für ein Erinnerungsfoto. © ksp

Die Aufwertung für Verein und Freibad ist in vollem Gange. Beim Richtfest werben die Retter um weitere Spenden

Friedrichsdorf -In den Köpfen war der Traum einer eigenen Rettungsstation, das zudem ganzjährig als Vereinsunterkunft zur Verfügung steht, schon seit 25 Jahren fest verankert. 2018 ging es an die intensive Planungsphase, damit aus dem Traum Wirklichkeit werden kann. Nach dem ersten Spatenstich im vergangenen November haben die Mitglieder der DLRG jetzt einen weiteren Meilenstein ihres Herzensprojekts erreicht: Am Freitag feierte das Vorstandsteam der Lebensretter gemeinsam mit ihren Gästen, darunter der Landtagsabgeordnete Holger Bellino, Landrat Ulrich Krebs (beide CDU) und Bürgermeister Lars Keitel (Grüne), Richtfest der neuen DLRG-Station.

"Trotz Pandemie, trotz Baustoffmangel herrscht beim Bau unserer lange ersehnten Station kein Stillstand", erklärte der DLRG-Vorsitzende Jochen Enders, der daran erinnerte, dass bereits 1997, in der Chronik zum 50-jährige Bestehen des Ortsverbands, festgehalten wurde, dass man eine eigene Station brauche. "Wir sind sehr froh, dass wir bald unsere eigenen vier Wände haben werden, vor allem dank der finanziellen Unterstützung des Landes, des Kreises und der Stadt - aber auch unserer eigenen Mitglieder, der Friedrichsdorfer Unternehmen und Privatleute", hob Enders hervor.

Und noch eines wollte der DLRG-Vorsitzende loswerden: ein großes Dankeschön an Kai Braun vom DLRG-Bauausschuss und an alle anderen ehrenamtlichen Helfern. "Ohne euch würden wir alle hier so nicht stehen." Im Sommer, hoffte Enders, werde die Station fertig sein und sich mit Leben füllen.

Darauf freuen sich auch Bellino, Krebs und Keitel. Alls drei betonten in ihren Grußworten, die Bedeutung der Arbeit, die das DLRG-Team leistet - sei es im Bereich der Jugendarbeit, im Bereich der Schwimmkurse oder im Bereich des Rettungsdienstes während der Freibadsaison. "Wir wollen mit unserer Unterstützung der Station dem Ehrenamt etwas zurückgeben", erklärte Krebs. Bellino hob ebenfalls den Wert des Ehrenamts hervor. "Zurecht ist die Höchstförderung des Landes Hessen in dieses Projekt geflossen", stellte er fest. Bürgermeister Keitel fand: "Der Standort ist toll." Er berichtete, dass demnächst ein Gespräch der Stadt mit der DLRG geplant sei, in dem es um Schwimmunterricht für Kinder gehen soll: "Das Thema Schwimmkurse wollen wir als Stadt forcieren, denn es tut Not, dass Kinder den Kontakt mit dem Wasser haben und das Schwimmen lernen", sagte der Rathauschef.

Richtspruch vom Rettungsschwimmer

Bauleiter Volker Hensel von der beauftragten Baufirma Fair Bau hatte zuvor vom Flachdach aus den Richtspruch verkündet. "Ich bin selbst ausgebildeter Rettungsschwimmer und Taucher, deshalb war es mir wichtig, bei diesem Bauprojekt helfen zu können. So sind wir uns bei der Verwirklichung schnell handelseinig geworden", blickte er zurück. Der Rohbau steht, auch einiges drumherum, wie das Regenauffangbecken, das gesetzt ist, sowie die Hausanschlüsse, die gelegt sind. "Das Gelände ist moduliert und man kann schon sehen, welch schönes Baby geboren ist", meinte Hensel. Erahnen lässt sich bereits, was für die Nutzer des 140 Quadratmeter großen Hauses das Sahnehäubchen sein wird: Die große Terrasse des Obergeschosses mit Panoramablick auf das gesamte Freibad. "Im Kellergeschoss, das sich ebenerdig zum Freibadgelände öffnet, wird sich dann unsere Wachstation und die Erste-Hilfe-Station befinden", erläuterte Kai Braun. Im Obergeschoss entstehen Umkleideräume, Sanitäranlagen, Büroräume und unser Schulungsraum mit den großen Fensterflächen. Auch ein Trockenlager sowie eine Küchenzeile wird es geben", informierte er. "Der Vorteil der Lage ist für uns, dass durch den Eingang am Hohen Weg unserer Station im Winter jederzeit für uns und unseren Schulungsbetrieb zugänglich ist", ergänzte er.

Verzögerung durch Rohstoffknappheit

Schon jetzt weiß Braun, dass sich die Einweihung verzögern wird. "Ursprünglich war geplant, dass wir zu Beginn der Freibadsaison fertig werden. Doch das schaffen wir nicht", so Braun. Hauptgrund für die Verzögerung: "Auch wir bekommen die aktuelle Rohstoffknappheit zu spüren", erläuterte Braun. Hinzukomme die Preissteigerung, die damit einhergeht", meinte Braun. "Wir hoffen sehr, dass wir trotzdem den Einbau der Fenster und Türen und das Thema Dämmstoffe zeitlich gut hinbekommen", erklärte Braun, der hofft, "dass wir im Juli unsere Einweihung feiern können." Was die Kosten betrifft, sehe es derzeit so aus, als ob der geplante Rahmen von 870 000 Euro um rund zehn Prozent überschritten wird. "Deshalb würden wir uns über weitere Spenden freuen", sagte Braun. 80 000 Euro, schätzt er, werden benötigt. "Wir könnten zwar diese Summe finanzieren und einen Kredit aufnehmen. Doch ehrlich gesagt würden wir das Geld für Tilgung und Zinsen lieber in unsere Jugendarbeit stecken." Weitere Infos zum Verein, zum Neubau und den Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen gibt's im Internet auf der Seite der Friedrichsdorfer DLRG, https://friedrichsdorf.dlrg.de .

Umfangreiches Angebot

Für das Grundstück für den Bau, das am oberen Ende des Kleinkinderbereichs des Freibads liegt und an den Hohen Weg angrenzt, hat die Stadt der DLRG das Erbbaurecht für 99 Jahre überschrieben. Einen Großteil der geschätzten Baukosten in Höhe von 870 000 Euro übernimmt die Stadt und das Land Hessen mit je 300 000 Euro. Die DRLG selbst hat sich mit einem Eigenanteil von 140 000 Euro an ihrer neuen Station beteiligt. Der große Pluspunkt: In dem Neubau, der, wenn alles gut läuft, noch im Sommer eingeweiht werden kann, kann der Ortsverband ganzjährig seine umfangreichen Schulungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbieten, wie Kurse in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie dem Wasserrettungsdienst, der Ersten Hilfe, dem Sanitätswesen, der Tauch-Theorie und der Bootsausbildung.

Bauleiter Volker Hensel verkündet vom Flachdach des Rohbaus aus den Richtspruch.
Bauleiter Volker Hensel verkündet vom Flachdach des Rohbaus aus den Richtspruch. © ksp

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