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Friedrichsdorf: Bahnhofsumbau zieht sich hin – Immer wieder Verzögerungen

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Von: Klaus Späne

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Das Baumaterial für die provisorische Personenüberführung liegt seit Wochen am Bahnhofsgelände herum. Der Startschuss für die Arbeiten hat sich aber immer wieder verzögert. Im Juli soll es nun aber endgültig losgehen. Das allerdings ohne Gewähr.
Das Baumaterial für die provisorische Personenüberführung liegt seit Wochen am Bahnhofsgelände herum. Der Startschuss für die Arbeiten hat sich aber immer wieder verzögert. Im Juli soll es nun aber endgültig losgehen. Das allerdings ohne Gewähr. © jp

Immer wieder kommt es zu Verzögerungen beim Bahnhofsumbau in Friedrichsdorf. Auch die Überführung in Seulberg bleibt weiter gesperrt.

Friedrichsdorf/Seulberg -"Voraussichtlich im dritten Quartal 2022 werden alle Arbeiten abgeschlossen", verkündet die Deutsche Bahn dieser Tage stolz auf ihrem "BauInfoPortal", einer Webseite über aktuelle Bauprojekte des Unternehmens. Gemünzt ist dies auf insgesamt acht unterirdische S-Bahnhöfe in Frankfurt. Sie werden "im Rahmen des Bahnprogramms "Zukunft Bahn" modernisiert. Von solchen Perspektiven ist Friedrichsdorf dieser Tage noch weit entfernt. Nicht nur was den Vollzug des geplanten Umbaus betrifft. Es wurde bisher noch nicht einmal damit begonnen.

Der Startschuss für die Arbeiten soll nun im Juli sein, heißt es. Wieder eine Terminverschiebung, nachdem die Bahn zuletzt April genannt hatte. Dabei war alles darauf hinausgelaufen, dass es Ende April oder Anfang Mai losgehen sollte. Darauf deuteten Materialanlieferungen hin, die mit der Sperrung einiger Parkplätze im Bereich Am Zollstock verbunden waren. Gedacht war das alles für eine provisorische Personenüberführung, die als erstes gebaut werden soll. Dies ist nötig, weil die bestehende Unterführung neu gebaut wird und daher gesperrt werden muss. So weit die Theorie.

Friedrichsdorf: Start des Bahnhofsumbaus deutet sich an

Wer dieser Tage am Bahnhof vorbeikommt, stellt fest, dass die verschiedenen Teile nach wie vor auf dem Parkplatz nahe des Bahnhofgebäudes und auf dem Park & Ride-Areal lagern - unbenutzt versteht sich. Mächtige Betonklötze stehen herum, Metallteile, sowie Haufen aus Schotter und Sand. Und immerhin auch schon ein Bagger, was auf Bautätigkeit in absehbarer Zeit hoffen lässt. Ohne hundertprozentige Garantie, versteht sich.

Warum das alles? "Technische Probleme bei der Erstellung der provisorischen Personenüberführung", weiß Bürgermeister Lars Keitel (Grüne). Mitgeteilt wurde das der Stadt auf einem Jour fix, den man mittlerweile alle vier Wochen mit den Bahn-Verantwortlichen eingerichtet hat. Was aber nicht bedeutet, dass die Informationspolitik des Mobilitätskonzerns nun durch besondere Kommunikationsfreude und Transparenz auffallen würde.

Bahnhofsumbau: Deutsche Bahn nicht besonders kommunikationsfreudig

Das zeigt sich besonders beim zweiten Sorgenkind in Sachen Schienenverkehr: dem Seulberger Bahnhof. Dort gibt es bekanntlich Probleme mit der bestehenden Überführung, was dazu geführt hat, dass das Bauwerk seit dem 25. Februar gesperrt ist. Die Informationen der Bahn für die Reisenden beschränken sich anfangs auf einen Hinweis auf die Sperrung und eine Wegbeschreibung zum Bahnsteig in Richtung Frankfurt. Stadtverwaltung und Ortsbeirat waren nicht informiert. Weder Grund noch Dauer der Arbeiten waren angegeben.

Mittlerweile ist aber etwas Licht ins Dunkle gekommen. So teilte die Bahn-Pressestelle Ende März auf Anfrage folgendes mit: Bei einer regulären Prüfung seien Mängel am Bauwerk festgestellt worden. Fachexperten prüften nun, wie sich die Brücke abstützen lasse, damit sie weiterhin sicher begehbar sei. Zum damaligen Zeitpunkt lagen die Prüfungsergebnisse noch nicht vor. "Unser Bestreben ist es aber, die Brücke schnellstmöglich wieder freizugeben", versicherte die Bahn. Auf dem Schild an der Brücke habe man angegeben, dass die Überführung aufgrund von Brückenschäden bis voraussichtlich Ende April gesperrt bleiben müsse. "Für die Unannehmlichkeiten, die sich aus der Sperrung für unsere Fahrgäste ergeben, bitten wir um Entschuldigung." Eine zweite Anfrage zum aktuellen Stand blieb bis gestern unbeantwortet.

Umbau des Bahnhofs: „Sehr ärgerlich ist das, was in Seulberg passiert“

Der anvisierte Termin Ende April ist inzwischen verstrichen. Die Informationsfreudigkeit der Bahn hielt sich weiterhin in den bekannten Grenzen. Sehr zum Verdruss der Stadt. "Sehr ärgerlich ist das, was in Seulberg passiert", so Keitel vergangene Woche bei einem Gespräch über den Bahnhof Friedrichsdorf. Die fehlenden Informationen und dass sich nichts bewege, habe man wiederholt angemahnt. Danach waren war verschiedene Termine im Gespräch, zu denen alles erledigt sein sollte, zuletzt etwa war von Juni die Rede. Ob das eingehalten wird, steht in den Sternen, dennoch gibt nun hoffnungsvolle Signale aus Seulberg.

Kurz vor Pfingsten berichtete Ortsvorsteher Harald Ihre (Grüne) von Arbeiten am Bauwerk. Und zwar am Treppenaufgang auf der Park & Ride-Seite. Ihrke machte sich bei den Arbeitern schlau und erfuhr, dass das Fundament der Pfeiler stabilisiert werde. Außerdem seien Verstrebungen freigelegt worden. Wann die Brücke wieder begehbar sein wird, habe man ihm nicht mitteilen können. Das Ganze übrigens ohne dass die Stadt informiert worden wäre.

Überführung in Seulberg: „Nach meinem Gefühl wird das noch eine Zeitlang dauern“

Auch am Dienstag dieser Woche gingen die Arbeiten weiter. An der Überführung selbst werde nichts gemacht, sagte einer der Arbeiter. Genaueres werde voraussichtlich eine Baubesprechung ergeben, die für Freitag angesetzt sei. "Nach meinem Gefühl wird das noch eine Zeitlang dauern", sagte Ihrke. Er schätzt noch den ganzen Juli. "Aber zumindest ist ein Anfang gemacht."

Bleibt noch die Informationspolitik der Bahn gegenüber der Stadt. Man habe mit der Bahn einen Kommunalplan verabredet, sagte Keitel. Was, wann und wie gemacht werde, solle mit der Stadt abgestimmt, jeder Schritt kommuniziert werden. (Klaus Späne)

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