Die Friedrichsdorfer SPD-Vorsitzende Jutta Janda (Mitte) wurde zur Bürgermeisterkandidatin der Partei gekürt und nahm die Glückwünsche von der SPD-Landtagsabgeordneten für den Hochtaunuskreis Elke Barth (links) und der Friedrichsdorfer SPD-Fraktionschefin Birgit Brigl (rechts) an.
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Die Friedrichsdorfer SPD-Vorsitzende Jutta Janda (Mitte) wurde zur Bürgermeisterkandidatin der Partei gekürt und nahm die Glückwünsche von der SPD-Landtagsabgeordneten für den Hochtaunuskreis Elke Barth (links) und der Friedrichsdorfer SPD-Fraktionschefin Birgit Brigl (rechts) an.

SPD kürt Bürgermeister-Kandidatin

Friedrichsdorf: Jutta Janda will das Rathaus erobern

  • vonFlorian Neuroth
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Mitgliederversammlung der Friedrichsdorfer SPD stimmt geschlossen für "überzeugte Sozialdemokratin".

Friedrichsdorf -Jutta Janda geht als Kandidatin der SPD ins Rennen um den Posten des Bürgermeisters. Das war Hauptergebnis der Mitgliederversammlung am Samstag im Forum Friedrichsdorf. Geschlossen stimmten die 17 anwesenden Parteimitglieder für die Vorsitzende des Ortsverbandes (16 Jastimmen, eine Enthaltung). Die Favoritin des Vorstands war die einzige Bewerberin, die zur Wahl stand. Die Kür zur SPD-Bürgermeister-Kandidatin markiert den vorläufigen Höhepunkt einer steilen Parteikarriere. 2017 aus Bad Homburg in die Hugenottenstadt gekommen, trat Janda im selben Jahr in die SPD ein, wurde erst Pressesprecherin, später stellvertretende Vorsitzende und vor wenigen Monaten Vorsitzende des Ortsverbandes.

Dass dieser Weg mit der Nominierung nicht enden und Janda im nächsten Jahr ins Rathaus führen soll, daran ließen die Sozialdemokraten keinen Zweifel. "Wir stehen vor einer besonderen Bürgermeisterwahl. Bisher ging es gegen den Amtsinhaber, das ist immer schwer. Jetzt ist das Rennen aber offen", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete für den Hochtaunuskreis, Elke Barth, mit Blick auf Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne), der auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Barth sagte, sie habe Janda als zielstrebigen, leidenschaftlichen, hartnäckigen und empathischen Menschen kennengelernt. "Die SPD kann stolz sein, eine solche Kandidatin zu haben."

Die "volle Unterstützung" von Fraktionschefin Birgit Brigl ist Janda sicher. "Eine sozialdemokratische Frau im Bürgermeisteramt ist genau das, was wir in Friedrichsdorf brauchen" sagte Brigl. Dass die Parteikollegin erst seit drei Jahren dabei ist, sei kein Gegenargument. "Ich finde, das bringt Diskussionen und Lebendigkeit", meinte sie. Zudem könne die Kandidatin auf "viel Erfahrung" aus ihrer beruflichen Tätigkeit verweisen.

Ein Umstand, auf den auch Janda verwies. Sie sei seit vielen Jahren als Führungskraft in großen gemeinnützigen Einrichtungen tätig und wisse, wie man Menschen motiviere und mit ihnen gemeinsam vereinbarte Ziele erreiche, sagte sie. Sie stehe für einen transparenten Informationsfluss, Authentizität und eine offene Gesprächskultur. "Diese Punkte gehören für mich ebenso zu einem konstruktiven Führungsverhalten wie politischen Handeln", sagte die "überzeugte Sozialdemokratin", deren Großvater schon Parteimitglied gewesen ist. Jeder solle "gut, sicher und finanzierbar in Friedrichsdorf leben und arbeiten" können. "Es geht darum, Friedrichsdorf in eine stabile und sichere Zukunft zu führen und dabei alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen", führte die gebürtige Bonnerin aus.

Heißt konkret: Janda will mehr bezahlbare Wohnungen schaffen, setzt auf die Einrichtung einer Sozialraumquote im Wohnungsbau und Selbstvermarktung von Wohnbauflächen. Des Weiteren warb sie für die Gestaltung einer "guten und klimaschonenden Verkehrsinfrastruktur" mit "innovativen Verkehrskonzepten" wie dem Ausbau von Fahrradwegen und der E-Mobilität mit Ladestationen auch für E-Bikes. Den demographischen Wandel sieht Janda als "Chance für gesellschaftlichen Wandel" in der Stadt und "neue Leitbilder für das Leben und Wohnen auch im Alter in Friedrichsdorf". Dies schließe mehr Unterstützung für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige ein. Analog der Quote für Sozialwohnungsbau werde sie sich für eine Quote für Barrierefreiheit einsetzen.

Eine Neu-Ausrichtung will sie auch in der Kinder- und Jugendarbeit. "Ich stehe für einen Ausbau der Kita-Einrichtungen mit durchgehender Kinderbetreuung, auch damit Frauen die Freiheit haben, früher in den Beruf zurückzukehren", erklärte Janda. Die Umsetzung des Gleichstellungsauftrags und von Voraussetzungen für den besonderen Schutz von Frauen und Kindern, etwa Kinderschutzkonzepte in Kita-Einrichtungen, die über das übliche Maß hinausgingen, sollten einen Schwerpunkt der SPD-Politik einnehmen.

"Wir wollen die Umsetzung des bereits vorhandenen Konzeptes der Frauenbeauftragten im Hochtaunuskreis fördern und fordern." Ebenso gelte es, Kinder und junge Erwachsene im Bereich Bildung zu unterstützen. Dazu könnte ein neues Jugendzentrum - Janda verwies auf die in dieser Zeitung am Wochenende vorgestellte Initiative eines Bürgers - beitragen. Ob ihrer beruflichen Tätigkeit als Leiterin der Abteilung Fort- und Weiterbildung in der gemeinnützigen Stiftung PHV (Patienten-Heimversorgung) fühle sie sich dem Thema Bildung besonders verpflichtet.

Intensiv zusammenarbeiten und fördern will sie auch die Wirtschaft vor Ort. Und dabei vor allem mit alten Vorurteilen aufräumen. "Während der Haushaltsdebatte kam aus der Opposition der Spruch: "Typisch SPD, die kann nicht mit Geld umgehen." Das hat mich sehr geärgert", sagte die Sozialdemokratin und: "Ich bin gerne bereit, dieses Klischee zu widerlegen." Sie selbst habe nämlich Wirtschaft mit Schwerpunkt Controlling und Unternehmenskommunikation studiert und arbeite in ihrem Beruf seit 20 Jahren kostendeckend.

von Florian Neuroth

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