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Zwei FWG-Generationen, die demnächst im Köpperner Ortsbeirat zusammenarbeiten: Martina Ropel und Hans Georg Helmerich.

Köppern

Superjahr mit neuen Köpfen

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Mit dem Jubiläum und größeren Straßenbauprojekten ist die Agenda 2019 in Köppern mehr als gut ausgelastet. Auch politisch hat sich vor dem Superjahr für den Stadtteil einiges verändert.

Die brennende Kerze auf dem Esstisch verbreitet heimelige Atmosphäre, der Blick geht durch das Fenster im Wohnzimmer zum winterlich eingepackten Garten. Es ist sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, die in diesen Tagen bei Hans Georg Helmerich zu Hause herrscht. Das ist nun nicht auf den Enkel bezogen, den der Köpperner und seine Frau für ein paar Tage erwarten. Es sind vielmehr hochkarätige Ereignisse, die ihre Schatten vorauswerfen. Auf den Stadtteil insgesamt, aber auch auf Helmerich persönlich. Von Ruhestand also keine Spur. Aber der Reihe nach.

Seit Ende November ist Hans Georg Helmerich neuer Ortsvorsteher Köpperns. Gewählt wurde das Mitglied der Friedrichsdorfer Wählergemeinschaft (FWG) vom Ortsbeirat, nachdem der bisherige Chef, Kurt Grün, nach Friedrichsdorf umgezogen war. Es war ein einstimmiges Votum. „Ich war angenehm überrascht und fand das sehr vertrauensvoll“, sagt Helmerich. Umso mehr als in dem siebenköpfigen Gremium neben drei FWGlern, einem SPDler und einem Grünen auch zwei Vertreter der oppositionellen CDU sitzen. Alle würden sich lang genug kennen, zudem gehe es im Ortsbeirat bei allen Meinungsunterschieden unheimlich harmonisch zu, schiebt Helmerich eine Erklärung nach.

„Kurt kann das besser“

Helmerich jedenfalls brachte die Wahl den bisher wichtigsten Job in seiner politischen Karriere ein. Die ist noch relativ kurz, denn der 77-Jährige sitzt erst seit 2010 im Ortsbeirat. Zunächst als Nachrücker, seit 2011 auch als gewählter Abgeordneter. Als Ortsvorsteher im Gespräch sei er schon 2016 gewesen, erzählt Helmerich. Er sei damals aber der Meinung gewesen, dass die Position Grün wie auf den Leib geschneidert sei. Mit dem Argument „der Kurt kann das viel besser als ich“, ging der Kelch, wenn man so will, daher noch einmal an ihm vorbei.

Beim zweiten Anlauf aber konnte er sich dem „jetzt bist du dran“ nicht mehr entziehen. Und mit dem gebürtigen Aschaffenburger hat es jemanden getroffen, der, gäbe es ein Stellenprofil, die Anforderungen locker erfüllt. Helmerich, der vor knapp über vierzig Jahren nach Köppern gezogen ist, ist in der Stadt schließlich bestens vernetzt und an vielen Stellen engagiert.

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Der schlanke, sportlich wirkende Endsiebziger spielt Prellball bei der TSG Friedrichsdorf. Außerdem singt er im Kirchenchor, den er bis Ende 2018 als Vorsitzender leitete. Als zweites musikalisches Standbein wäre da noch der Bachchor der Erlöserkirche in Bad Homburg, wo Helmerich seine Tenorqualitäten einbringt. „Musik ist etwas Tolles“, schwärmt er über sein Hobby, das ihn seit seiner Jugend beschäftigt. Erwähnt sei nur, dass er aus einer musikalischen Familie stammte, schon in der Schule gesungen hatte und damals Klavier spielen lernte, oder dass er während seiner Militärzeit einmal in England in einer Bar Klavier spielte.

Nun muss er, um im Bild zu bleiben, auf der politischen Klaviatur spielen. Und das nicht zu knapp, zumal 2019 ein „Super-Köppern-Jahr“ ist. Allen voran natürlich der 750. Geburtstag des Ortes. Helmerich ist hier als Vorsitzender des eigens fürs Jubiläum gegründeten Heimatvereins involviert. „Die Vorbereitungen laufen auf vollen Touren“, sagt er.

Hinzu kommen mehrere größere Bauprojekte wie die Sanierung von Wiesenweg und der Straße Zum Köpperner Tal. „Baustellen hoch drei“ nennt Helmrich das. Nicht zu vergessen das täglich Brot des Ortsvorstehers. Das heißt vier bis fünf Sitzungen des Ortsbeirats, Schirmherrschaft für das Lindenfest, aber auch die regelmäßigen Besuche von Jubilaren und das sich um die, wie er sagt, „vielen kleinen, aber für die Menschen nicht unbedeutenden Dinge“ im Ort kümmern. „Die Jungen müssen ran“

Derzeit ist Helmerich, obwohl bekannt wie ein bunter Hund, noch dabei, sich bei Feuerwehr und Vereinen offiziell vorzustellen. „Ich bin ein sehr aktiver Mensch, nur rumhängen wäre nicht mein Ding“, lässt er durchblicken, dass ihm solche Kontakte auch Spaß machen.

Aber auch wenn er sich auf die neue Aufgabe freut, macht er auf der anderen Seite schon jetzt deutlich, dass er den Ortsvorsteher-Job nicht Jahrzehnte machen will. Er sei nun in einem Alter, da müssten eigentlich junge Leute dran, sagt Hans Georg Helmerich. „Ich lege viel Wert darauf, das bis zur nächsten Wahl zu forcieren.“

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