Museumschefin Dr. Erika Dittrich öffnet die Tür zum neuen großzügigen Entree des Philipp-Reis-Hauses.
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Museumschefin Dr. Erika Dittrich öffnet die Tür zum neuen großzügigen Entree des Philipp-Reis-Hauses.

Umbau ist fertig

Friedrichsdorfer Geschichte sinnlich erfahrbar machen

  • vonKatja Schuricht
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Barrierefreies Philipp-Reis-Haus hat jetzt mehr Ausstellungsfläche - und ein besonderes Graffiti-Motiv.

Friedrichsdorf -Es sind auch die Feinheiten bei der Neugestaltung des Philipp-Reis-Hauses, die alles stimmig machen. "Der Graffiti-Künstler Jan-Malte Strijek hat uns auf den neuen Aufzugsschacht, der ja an dem historischen Gebäude zunächst wie ein Fremdkörper wirken könnte, ein Porträt von Philipp Reis gesprayt", berichtet Museumsleiterin Dr. Erika Dittrich. Kombiniert ist das Graffito mit Sprechblasen, die mit Kürzeln aus der Sprache der sozialen Medien gefüllt sind und die so den Bogen von einst zu heute schlagen.

"Für die kleine Terrasse, die zur Philipp-Reis-Passage hin entstanden ist, haben wir die alten Steine - sie werden Bachkatzen genannt - aus dem ehemaligen Durchgang verwertet und diese einfach hochkant verlegt. Dann wirkt das nicht so massiv", erläutert sie. In Pflanzkübeln sollen bald Färberpflanzen wachsen. "Die Terrasse komplett machen dann noch Sitzgelegenheiten aus Sandstein, die zu den ebenfalls neuen großen Sandstein-Stufen passen." Lange hat sie dem Umbau und der Erweiterung des Stadtmuseums im Philipp-Reis-Haus herbeigesehnt. Jetzt ist fast alles fertig. Auch wenn jetzt Pandemie-bedingt die Eröffnung noch in weiter Ferne zu sein scheint, ist Dittrich "rundum glücklich", dass die monatelangen Sanierungs- und Umbauarbeiten jetzt fertig sind. "Darauf habe ich 15 Jahre lang hingearbeitet."

Museumsfläche mehr als verdoppelt

Das Bauamt hat dem Museumsteam den Bau vor einigen Wochen übergeben. "Jetzt geht es in großen Schritten mit dem Innenausbau voran", berichtet Dittrich. In einigen Abteilungen wurden die Podeste und Vitrinen von einem Schreiner aufgebaut. Es folgte das Einrichten. "Vor Weihnachten haben wir schon die Abteilungen ,Haller-Nudeln' und ,Zwieback' bestückt. Hier hängen die grafisch gestalteten Texttafeln und viele Objekte wurden arrangiert. Nach und nach füllen sich die Räume mit den Exponaten. Die Texte für alle Abteilungen sind fertig.

Insgesamt liegt der Schwerpunkt des von ihr erarbeiteten neuen Konzepts darauf, "die Stadtgeschichte für den Besucher sinnlich erfahrbar zu machen", betont Dittrich, die seit 20 Jahren als Stadtarchivarin und Museumsleiterin in Friedrichsdorf arbeitet.

Wie bereits berichtet hat sich dank des Umbaus und der Erweiterung die Museumsfläche mehr als verdoppelt. Das wird für die Exponate und die neuen Aktivstationen zum Erleben der Friedrichsdorfer Geschichte genutzt.

Behindertengerechte Toilette gehört dazu

Zudem ist das Museum nun barrierefrei. "Das Innere wurde so vom Bodenniveau her angehoben, dass unser Museum auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gut begehbar ist", berichtet sie. Ab sofort verfügt das Stadtmuseum über einen Aufzug und eine behindertengerechte Toilette. "Und dass wir endlich ein richtiges Entree mit Empfangstresen und Garderobe haben, ist einfach toll. Hier können sich später auch Gruppen für eine Führung sammeln."

Der Gewinn an Fläche ist dem Anbau zu verdanken, der bisher als Wohnung genutzt wurde und der jetzt zum Museum dazu gehört. "Dadurch konnten wir für die Besucher einen Rundgang ermöglichen. Und: Wir können endlich jede Menge Neues aus unserem Depot zeigen." Obwohl noch immer nicht alles aus dem Fundus ausgestellt werden könne. "Da muss man nach wie vor stark abwägen, welche Objekte man zu welchen Themen zeigt.

"In der Abteilung zu den Haller-Nudeln hätte ich beispielsweise vier Mal so viele Exponate, mit denen ich die Vitrinen bestücken könnte. Und es würde dem Besucher immer noch nicht langweilig werden."

von Katja Schuricht

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