Kunstwerk auf Schotter: Die Mittelinsel des Kreisverkehrs Höhenstraße/Saalburgstraße soll bepflanzt werden, und zwar unter Federführung des Sport- und Kulturamtes zusammen mit der Kulturstiftung. Die gelbe Skulptur von Ann Reder heißt "Kommunikation". Die beiden konkaven Aluminium-Teile erinnern daran, dass Philipp Reis in Friedrichsdorf das Telefon erfunden hat.
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Kunstwerk auf Schotter: Die Mittelinsel des Kreisverkehrs Höhenstraße/Saalburgstraße soll bepflanzt werden, und zwar unter Federführung des Sport- und Kulturamtes zusammen mit der Kulturstiftung. Die gelbe Skulptur von Ann Reder heißt "Kommunikation". Die beiden konkaven Aluminium-Teile erinnern daran, dass Philipp Reis in Friedrichsdorf das Telefon erfunden hat.

Mehr Grün in der Stadt

Friedrichsdorfer Kreisel-Inseln für die Artenvielfalt

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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So könnten öffentliche Flächen insektenfreundlicher gestaltet werden

Friedrichsdorf -Bienenweide statt Steinwüste: Schotter, Kies und Split möchten die Friedrichsdorfer Politiker so weit wie möglich von öffentlichen und privaten Flächen verbannen und die Artenvielfalt damit fördern. Vor rund einem Jahr hatte das Stadtparlament einen entsprechenden Prüf-Antrag der FDP verabschiedet. Am Mittwoch steht das Thema auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Unter anderem mit der Information, dass fünf Kreisverkehrsflächen für rund 80 000 Euro neu angelegt werden könnten und dass die sukzessive Umwandlung und Pflege weiterer Flächen rund 25 000 Euro pro Jahr kosten würde.

Bei den Kreisel-Inseln handelt es sich um die noch nicht gestalteten Kreisverkehrsflächen (Friedrich-Ludwig-Jahn Straße/Homburger Landstraße, Cheshamer Straße/Professor-Wagner-Straße und Färberstraße/Max-Planck-Straße) sowie um die beiden derzeit geschotterten Flächen rund um die Kunstwerke in den Kreiseln Höhenstraße/Saalburgstraße sowie Professor-Wagner-Straße/Am Viadukt.

Die noch nicht gestalteten Kreisverkehrsflächen sollen noch vom Garten- und Tiefbauamt bepflanzt werden. Die geschotterten Flächen sollen unter Federführung des Sport- und Kulturamtes zusammen mit der Kulturstiftung schön begrünt werden. Weitere öffentliche Flächen (insgesamt rund 17 000 Quadratmeter) mit ökologischem Aufwertungspotential seien vom Garten- und Tiefbauamt bereits 2018 identifiziert worden und würden nach und nach bepflanzt.

Grundsätzlich bestehe auch die Möglichkeit, eingezäunte Standorte der Wasserversorgung (wie Hochbehälter und Wasserwerke) zu gestalten. Denn die Areale würden seit 2018 nur noch relativ zurückhaltend gepflegt, um hier die Biodiversität zu verbessern. In der Vergangenheit habe es auf dem Gelände des Wasserwerks Wiesenweg bereits ein Projekt mit dem Taunusklub zur Unterstützung des Wildbienenbestandes gegeben. Um Betriebsfremden, die neben Wasserversorgungseinrichtungen gärtnern oder imkern wollen, den Zugang zu ermöglichen, müsste das Schließsystem in den jeweiligen Liegenschaften angepasst werden. Die Kosten dafür liegen bei rund 400 Euro.

Naturnahe Gärten und Vorgärten

Gezielte Information zu naturnahen Gärten und Vorgärten könnte die Stadt über die lokale Presse, soziale Medien und die Homepage der Stadt verbreiten. Außerdem könnten Fachvorträge und Informationsveranstaltungen angeboten werden. Ferner könnte der Bürgerstand der Stadt informieren, Ausstellungen im Rathaus seien denkbar und die Verteilung von Flyern an die Haushalte. Unterstützung hierbei könne das Stadtplanungs-, Umwelt- und Hochbauamt geben. Externe Partner könnten beispielsweise das Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit (IzN), die Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie, die Lokale Agenda-Gruppe und die lokalen Naturschutzverbände (wie Nabu und BUND) sein.

Zudem sei die Durchführung besonderer Aktionen vorstellbar. So sei das Thema voriges Jahr bei der Friedrichsdorfer Umweltwoche aufgegriffen worden. Außerdem sei zum Tag der offenen Gärten aufgerufen worden. Eine solche Aktion könnte auch separat wieder durchgeführt werden. Auch ein Wettbewerb für die gelungenste und ökologisch nachhaltigste Gartengestaltung, verknüpft mit einer Ausstellung, wäre denkbar. Kosten: Etwa 5000 Euro.

Eine Gartengestaltung ohne Steine im Grundstückskaufvertrag festzuschreiben, sei jedoch problematisch. Unter anderem müsse bei allen vertraglichen Regelungen die Verhältnismäßigkeit gewahrt werden. Außerdem dürfe ein Käufer städtischer Grundstücke nicht schlechter gestellt werden als ein Käufer, der ein Grundstück aus privater Hand kauft. Zu empfehlen sei aber, bei allen Verkaufsgesprächen über städtische Grundstücke Interessenten über die Nachteile von Schottergärten und Vorteile von naturnahen Grünflächen zu informieren und so das Verständnis der Käufer zu fördern. Wenn für die Nutzung der entsprechenden Grundstücke ein Bebauungsplanverfahren erforderlich ist, so kann mit Festsetzungen im Bebauungsplan oder mit städtebaulichen Verträgen die Gestaltung der Freiflächen geregelt werden. Diese Möglichkeit wird und wurde bei aktuellen Bebauungsplänen bereits genutzt. Darüber hinaus wäre auch die Aufstellung einer Satzung zur Gestaltung von Freiflächen über das Gemeindegebiet oder bestimmte Ortsteile möglich. Der Vollzug einer solchen Satzung sei jedoch sehr aufwendig. Darüber hinaus könne eine "Begrünung oder Bepflanzung" nicht überbaubarer Grundstücksflächen durch die Bauaufsicht gefordert werden.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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