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Friedrichsdorfer Künstler laden zum bunten Kulturfest ein

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Von: Christiane Paiement-Gensrich

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Claudia Schmitt von "The Jetlagged" bei der Arbeit. Im Rathaus zeigen sie und ihr Mann Kurzfilme sowie einen Dokumentarfilm über faszinierende Meeresbewohner.
Claudia Schmitt von "The Jetlagged" bei der Arbeit. Im Rathaus zeigen sie und ihr Mann Kurzfilme sowie einen Dokumentarfilm über faszinierende Meeresbewohner. © The Jetlagged

Kunsttage locken am Wochenende mit Ausstellungen, Konzerten, Filmen, Workshops und Lesungen

Friedrichsdorf -35 Ausstellungen, 14 Konzerte, 6 Mitmach-Aktionen, 5 Workshops, 3 Lesungen und mehrere Filme werden am Samstag und Sonntag in der Hugenottenstraße und auf dem Houiller Platz geboten. Denn das Wochenende steht ganz im Zeichen der Kunsttage. Nicht jedem dürfte bekannt sein, dass in Friedrichsdorf Filmemacher leben, die auf der ganzen Welt Filme über geheimnisvolle Meerestiere drehen. Oder, dass hier ein Musiker wohnt, der das Spiel der japanischen Bambusflöte Shakuhachi meisterlich beherrscht. Es ist schon die elfte Ausgabe des Kulturfestes, das nun zum ersten Mal Kunsttage und nicht mehr Künstlertage heißt. Das gesamte Programm gibt es online auf https://kunsttage.friedrichsdorf.de.

Malerei, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen und Schmuck sind sowohl in den lauschigen Höfen der Hugenottenstraße und auf dem Landgrafenplatz als auch in Innenräumen wie im Rathaus oder der Musisch bildnerischen Werkstatt zu sehen. Die Ausstellungen sind am Samstag von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Die Kunsttage bieten dabei auch die Gelegenheit, neue Orte kennenzulernen: So stellt zum Beispiel Waltraut Bartl im neuen Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde aus und Künstlerin Angelika Hintzmann bespielt einen Raum im Hotel Drei Höfe. Einige Künstler laden auch direkt in ihr Atelier ein. So präsentiert Künstlerin Huiza Müller-Lim ihre Arbeiten in ihrem Atelier am Houiller Platz. Und Eckhard Gehrmann zeigt seine Lithografien in seinen Räumen in der Hugenottenstraße 90. Zugleich bietet er hier die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und mit einem Lithografie-Stein zu drucken.

Die Filmemacher Claudia und Hendrik Schmitt nennen sich "The Jetlagged" und nehmen zu den Kunsttagen den Sitzungssaal des Rathauses in Beschlag. Für ihre Filme tauchen sie tief hinab - in faszinierende Unterwasserwelten vom Äquator bis zum Polarkreis, von tropischen Korallenriffen bis hin zu den unterseeischen Heißwasserschloten vor Island. Es werden nacheinander mehrere Kurzfilme (Samstag 14 und 15.30 Uhr, Sonntag 12.30 und 14 Uhr) sowie ein Dokumentarfilm (Samstag 17 Uhr, Sonntag 15.30 Uhr) gezeigt. Der Dokumentarfilm dreht sich um die Mantarochen und die Menschen, die alles versuchen, um die riesigen Fische vor der Ausrottung zu bewahren. Der Film wurde auf Filmfestivals in den USA, in Finnland und in Großbritannien ausgezeichnet. Alle Filme sind für Jung und Alt gleichermaßen geeignet.

Pop, Jazz, Weltmusik und Klassik

Im Hof des Instituts Garnier vor der Stadtbücherei steht eine Bühne . Hier präsentieren Lisa Wendel und Julian Keßler am Samstag von 15 Uhr an, Pop- und Jazzklassiker. Um 19 Uhr tritt am selben Ort Till Seidel mit Band auf - eine Hausnummer in der deutschen Blues- und Soulszene, die ordentlich Energie im Tanzgepäck mitbringt. Am Sonntag spielt von 12 Uhr an das Julu Jazz Trio im Institut Garnier. Um 15 Uhr übernimmt das Sven Claussen Trio die Bühne mit Titeln aus dem "Great American Songbook des Jazz". In der evangelischen Kirche in der Hugenottenstraße gibt es am Samstag von 17 Uhr an das Konzert "Orgel mal anders" - Chansons, Pop und Filmmusik werden zu hören sein. Später am Abend, von 20.15 Uhr an, spielen Assel und Stefan Besan Geigenliteratur von Vivaldi, Bach und anderen Komponisten in der Kirche.

Arne Kopfermann ist am Samstag von 20 Uhr an mit seinem Singer- und Songwriterprogramm "Auf zu neuen Ufern" im Hof der Hugenottenstraße 90 zu erleben. Das Besondere: Jedem seiner Lieder wird ein Bild von an den Kunsttagen teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern zur Seite gestellt. Den Schlusspunkt am Samstag bildet ein Konzert im neuen Momo Cafe in der Hugenottenstraße 110: Hier hat Tony Clark, der die japanische Bambusflöte Shakuhachi spielt, befreundete Musiker eingeladen, um zusammen Weltmusik zum Besten zu geben. Am Sonntag, 18 Uhr, beschließt die Friedrichsdorfer Kantorei das Musikprogramm mit einem Konzert mit Werken von Mozart, Fauré, Saint-Saëns und anderen in der evangelischen Kirche.

Der eigene Körper als Schlagzeug

Die Kunsttage bieten allerhand Gelegenheit, selbst künstlerisch aktiv zu werden. Kinder können in der Musisch bildnerischen Werkstatt Gespenster basteln (Samstag, 14 Uhr) und im Hof vor der Stadtbücherei Papier-Igel aus alten Büchern (Samstag, 15 Uhr) gestalten. Im Hof der Hugenottenstraße 79 haben Kinder die Möglichkeit, selbst eine Leinwand zu bemalen (Sonntag, 15 Uhr). Speziell für Jugendliche sind zwei Workshops im Programm: "Comics zeichnen" im Garniers Keller (Samstag, 14 Uhr) und ein Theaterworkshop in der TSG-Turnhalle (Sonntag, 14 Uhr). Das Philipp-Reis-Haus lädt dazu ein, sich bei einer Stadtcollage zum Jubiläum "50 Jahre Gesamtstadt Friedrichsdorf" zu verewigen (Samstag, 14 bis 18 Uhr). Und Musikschulleiter Peer-Martin Sturm bittet zum Offenen Singen auf dem Houiller Platz (Samstag, 17 Uhr). Doch damit nicht genug: Die Schlagzeuglehrerein Katharina Marosz bietet auf dem Houiller Platz Workshops in Sachen Bodypercussion an - der eigene Körper dient dabei als Instrument. Sonntag um 15 Uhr sind hierzu Kinder und Jugendliche eingeladen, um 16 Uhr dann Erwachsene.

Schließlich werden auch drei Lesungen angeboten. Am Samstag von 15.30 Uhr an, liest Claudia Syguda Kindern von 4 bis 7 Jahren aus ihrem Buch "Freddy, das freche Gespenst" vor. Am Sonntag, 15 Uhr, kredenzt Schauspielerin Margit Wolff im MoMo Café "Highlights der Katzenliteratur" von Charles Baudelaire bis Kurt Tucholsky. Und direkt im Anschluss, von 16 Uhr an, tragen Mitglieder der Schreibwerkstatt "kurzum" im Gemeindehaus der evangelischen Kirche eigene Kurzgeschichten vor. Pianistin Waltraut Bartl spielt dazu Werke von Claude Debussy und Robert Schumann. cg

Freier Fall: Künstlerin Huiza Müller-Lim stellt in ihrem Atelier am Houiller Platz aus.
Freier Fall: Künstlerin Huiza Müller-Lim stellt in ihrem Atelier am Houiller Platz aus. © Müller-Lim

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