Mit großer Ausdruckskraft

Die japanische Pianistin Mizuka Kano spielte Werke von Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Leoš Janácek und Robert Schumann.

Von Christel Wösner-Rafael

Die Friedrichsdorfer Gesprächskonzerte erfreuen sich großer Beliebtheit. Im voll besetzten Rathaussaal spielte sich Mizuka Kano in die Herzen des Publikums. Eröffnet wurde das Programm mit „Fantasie Es-Dur“ von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788). Karl Werner Joerg erzählte aus dem Leben des Komponisten und gab Erklärungen zu dessen Kompositionen. „Dieses Werk entstand 1782, Carl Philipp schrieb nicht im Gelehrtenstil seines Vaters kontrapunktisch, sondern verfolgte einen galanten Stil.“

Dann folgte Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) „Rondo in a-Moll“ KV 511 – Adagio und „Klavierkonzert Nr. 15 F-Dur“ KV 533/494, Allegro – Andante – Rondo Andante (KV 494). „Entstanden ist dieses letztere Werk 1788, und weil Mozart ein eigenes Werkverzeichnis geführt hat, ist anzunehmen, dass er ein früheres Rondo in die Klaviersonate eingefügt hat, daher zwei verschiedene KV-Angaben.

Nach der Pause stand ein Werk vom Leoš Janácek auf dem Programm (1854–1928). Der tschechische Komponist schrieb Klavierzyklen als autobiografische Bekenntnisse. „Als 1903 seine geliebte Tochter Olga starb, versank der Vater in tiefe Resignation. Er beschrieb in seinem Werk ,Auf verwachsenen Pfaden‘ die Wege, die er an ihrer Seite gegangen war“, so Joerg. Aus diesem Werk spielte die Solo-Pianistin „Unsere Abende“ und „Sie schwatzten wie die Schwalben“. Nach Angaben des Moderators drückt der vierteilige Zyklus „Im Nebel“ JW 7/22 von 1912 wahrscheinlich auch eine biografische Situation aus und weist auf Janáceks emotionale Empfindsamkeit hin. Meisterhaft wurde die Komposition von der Solistin vorgetragen. Sehr beeindruckend das Presto mit rasch wechselnden fragmentarischen Melodien und schroffen rhythmischen Gegensätzen. Den Abschluss bildete der bekannte „Faschingsschwank aus Wien“ in B-Dur op, 26 „Fantasiebilder“ von Robert Schumann (1810–1856). Kano überzeugte in den fünf Sätzen mit großer Ausdruckskraft. Sie spielte mal kraftvoll, dann mit Feingefühl, doch immer mit klarer Klanggestaltung.

Kano wurde in Tokio (Japan) geboren. Mit 4 Jahren erster Klavierunterricht, Besuch des Toho Gymnasiums für Musik, studierte an der Toho Gakuen Hochschule für Musik. In Deutschland bekannt geworden durch Teilnahme an zahlreichen Musik-Festivals. Mit dem Gewinn des Internationalen Robert-Schumann Wettbewerbs und des Internationalen Wettbewerbs G. B. Viotti in Vercelli (Italien) festigte sie ihren Ruf als hervorragende Pianistin.

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