Wie Artenvielfalt erhalten werden kann, lebt Georg Kraft vor. Aber auch in seinem Garten stellt er einen Rückgang der Vögel fest.

Tag der Artenvielfalt

Insektensterben und Rückgang der Vogelpopulationen: Die Botschaften sind alarmierend

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Insektensterben und Rückgang der Vogelpopulationen: Es sind alarmierende Botschaften, die immer häufiger zu hören sind. Das Friedrichsdorfer Institut zur Nachhaltigkeit will diesem Trend nicht tatenlos zusehen.

Eigentlich ist Georg Kraft oder vielmehr sein Hausgarten das beste Anschauungsobjekt dafür, wie die Artenvielfalt erhalten werden kann. Zahlreiche Bäume und Sträucher, deren Blätter in herbstliche Farben getaucht sind, Nistkästen im Geäst, ein kleiner, Schilf bewachsener Teich sorgen für ein lebendiges Ambiente, in dem sich zumindest an wärmeren Tagen allerlei Insekten und Vögel wohlfühlen dürften.

Im Gegensatz zu vielen öffentlichen Grünflächen oder auch Privatgärten. Diese werden heutzutage oft nach dem Motto Hauptsache pflegeleicht angelegt und bewirtschaftet. Mit den entsprechenden Folgen: „Einer der Hauptgründe für den Rückgang der Artenvielfalt ist, wie wir mit dem Grünland umgehen, sagt Kraft, der vor allem das Mulchen anprangert. „Das macht alles tot“, sagt der 70-Jährige. Generell komme dieses Thema bislang neben dem Megathema Klimawandel kaum auf. Dem möchte der ehemalige Diplom-Wirtschaftsingenieur nicht weiter tatenlos zusehen. Zusammen mit seinen Mitstreitern vom Friedrichsdorfer Institut für Nachhaltigkeit (IzN) sowie des BUND und des NABU hat er daher für heute den „Tag der Artenvielfalt“im Forum Friedrichsdorf organisiert.

Gesprächsfaden knüpfen

„Naturnahes öffentliches Grün – artenreich und vielfältig – wie geht das? Was können wir tun, um die Artenvielfalt in der Region zu erhalten“, fragen die Veranstalter und haben dazu eine Reihe Fachleute aus der Region und von außerhalb eingeladen. Etwa Georg Petschenka vom Zentrum für Insektenbiotechnologie & Bioressourcen an der Universität Gießen; den früheren Frankfurter Zoodirektor Manfred Niekisch, Stefan Nawrath, der sich mit der Biodiversitätsforschung im Rhein-Main-Gebiet befasst; oder Detlef Szymanski vom Hessischen Umweltministerium, um nur einige der renommierten Referenten zu nennen.

Bei all dem soll sich der Tag der Artenvielfalt aber nicht in einer akademischen Blase bewegen. Ein Leitgedanke der Veranstaltung ist, Gesprächsfäden zu knüpfen. Zum einen mit den Verantwortlichen in den Kommunen. Für diese Zielgruppe habe man speziell den Nachmittagsteil konzipiert, sagt Kraft und fügt hinzu: „Die Kommunen haben die Möglichkeit gegenzusteuern, das ist auch für den Klimaschutz wichtig.“ Dabei soll es aber nicht bleiben.

Man wende sich auch an die Bürger und wolle Themen ansprechen wie was jeder mit seinem Konsumverhalten oder was der private Balkon- oder Gartenbesitzer für den Erhalt der Artenvielfalt tun könne.

Und schließlich möchte man mit der jüngeren Generation sowie den Landwirten ins Gespräch kommen. Beide Gruppen sind in Köppern vertreten. So sitzt beispielsweise Kreislandwirt Georg Kopp auf dem Podium, und im Publikum werden zwei Bio-Leistungskursklassen der Philipp-Reis-Schule erwartet.

Stadt prüft Alternativen

Was auch immer der Tag der Artenvielfalt bringt, einen ersten positiven Effekt scheint er jetzt schon zu haben. Die Stadt prüfe Alternativen zum bisherigen Mulchen, sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Erste Vorgespräche mit den Stadtwerken habe es gegeben. Da aber nicht alle Grünflächen der Stadt vom Bauhof, sondern auch von Privatfirmen gepflegt würden, müssten auch diese ins Boot geholt werden. Man brauche vor allem entsprechende Gerätschaften. „Wir sind dabei umzustellen, aber es gibt noch kein positives Go, dass wir die Lösung gefunden haben.“ Ziel sei es aber, „das hinzukriegen, bekräftigt Burghardt.

Vielleicht gibt es am Tag der Artenvielfalt entsprechende Anregungen. Schließlich haben sich mehrere Vertreter der Stadt zu der Veranstaltung angemeldet.

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