Winzling mit Knopfaugen: die gerade mal daumengroße Haselmaus.
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Winzling mit Knopfaugen: die gerade mal daumengroße Haselmaus.

Neues Naturschutzgebiet in Friedrichsdorf

Kinderstube für Eidechse & Co.

  • vonHeinz Habermehl
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Vor der Ökosiedlung für die Menschen auf dem Gelände Plantation/Petterweiler Holzweg wird erstmal ein Schutzgebiet für Tiere gebaut. Dessen neue Bewohner müssen nur noch eingefangen werden.

Seit Montag sind auf dem Gelände Plantation/Petterweiler Holzweg am Ende der Schützenstraße Bagger und Planierraupe eines Landschaftsbau-Unternehmens im Einsatz. Zuvor waren dort schon Kies und Splitt abgeladen worden. Wie auf Anfrage der Taunus Zeitung von Bauleiter Marius Döhlert zu erfahren war, soll auf einer Fläche von 5000 Quadratmeter ein Schutzgebiet für heimische Tiere und Pflanzen entstehen. „Die Grundstücke sollen aufgewertet und optimiert werden“, sagte Döhlert. Mit einer geeigneten Bodenbeschaffenheit, wofür Sand und Kies in die Bodenfläche eingearbeitet werden, so dass eine sogenannte Magerfläche ensteht. Das unterstütze die heimische Flora und Fauna.

Dazu zählen neu gesetzte Obstbäume sowie Hecken und Büsche und eine Blumenwiese, die nur einmal im Jahr gemäht werden soll. Aber auch Totholz soll dazu beitragen, den Lebensraum und die Vielfalt an heimische Tieren und Lebewesen zu erhalten und zu fördern. Das nach wissenschaftlichen Erkenntnissen hergerichtete Gelände soll unter anderem eine Rückzugsmöglichkeiten für verschiedene Tierarten bieten – besonders für Eidechsen, die dort ihre Eier ablegen können.

Ronald Klein-Knoz von der Frank-Gruppe, die nebendran die Öko-Wohnsiedlung bauen wird, berichtet, dass ein Teilbereich der Freifläche mit einem Trockenrasen versehen werde, der optimalen Lebensraum für Zaun-Eidechsen darstelle. Diese Eidechsenart solle an anderer Stelle eingefangen und in das Friedrichsdorfer Areal umgesiedelt werden. Danach muss ein spezieller Zaun errichtet werden, der verhindern soll, dass die Eidechsen ihren neuen Lebensraum verlassen können.

Mit neuer Heckenbepflanzung und Zäunen sollen zudem Wildschweine von dem neuen Naturschutzgebiet ferngehalten werden. Doch nicht nur Zaun-Eidechsen, sondern auch die selten gewordene Vogelart Neuntöter soll dieses Gebiet beleben. Hierzu werden spezielle Büsche angepflanzt, um die Vögel vor Katzen zu schützen.

Zutritt verboten

Auch die Menschen werden durch die diversen Einfriedungen vom Betreten des Gebietes abgehalten. „Es soll kein menschlicher Zugang möglich sein, damit das natürliche Wachstum nicht gestört wird“, sagt Klein-Knoz. Die Arbeiten sollen in etwa drei Wochen abgeschlossen sein.

Auch Haselmäusen wolle man am Peterweiler Holzweg eine eneuen Lebensraum bieten. Die Nager sind nur halb so groß wie die Hausmäuse. Dafür sind ebenfalls neue Buschanpflanzungen vorgesehen. Ein kleines Problem hierbei ist: Bisher habe man noch keine Haselmäuse zwecks Umsiedlung einfangen können. Aber das sei nur eine Frage der Zeit.

Wenn alles für das Wohlergehen der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten getan sei, werde man sich intensiv um den geplanten menschlichen Öko-Wohnraum kümmern, sagte Klein-Knoz abschließend.

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