Gestatten: Junge Schleiereule.
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Gestatten: Junge Schleiereule.

Seltene Tiere

Kinderstube für Schleiereulen in Friedrichsdorf

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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Scheue Nachtvögel brüten in der Scheune

Burgholzhausen -Sie hat ein herzförmiges Gesicht und gleitet scheinbar lautlos durch die Nacht. Die Schleiereule ist selten geworden. Ein Single-Eulenmännchen lebt jedoch in der alten Scheune einer Hofreite, die Sandra Ceasar und Ralf Setton gehört, in Alt Burgholzhausen. Die beiden haben jetzt, mit Hilfe von Daniel Neubacher von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) einen schönen großen Nistkasten dort installiert. Damit der Eulen-Mann seine Auserwählte heimführen und mit ihr viele kleine Eulen großziehen kann.

Die Balz dauert wochenlang, bis es zur Paarung kommt. Dafür geht die Paarung auch nach der Eiablage weiter. Je mehr Mäuse - die Schleiereulen-Leibspeise - es gibt, desto früher und desto öfter brüten die scheuen Vögel. Mitunter sogar drei Mal in einem Jahr. Hat eine Eulen-Paar einen Brutplatz bezogen, nutzt es ihn gern immer wieder.

Ein weiterer Nistkasten in einer anderen Scheune ist bereits von einem Schleiereulen-Paar bezogen, berichtet die Burgholzhäuser Tierfreundin Susanne Noster. Dort wachsen derzeit sechs Eulenkinder heran. Die Eltern haben Arbeitsteilung: Die Mama hat gebrütet und füttert nun die Kleinen. Der Papa schafft Nahrung heran. 50 bis 60 Mäuse fressen Mutter und Kinder in einer Nacht. Im Frühjahr hatte der Scheunen-Besitzer das Eulen-Paar entdeckt und wollte den Vögeln eine geschützte Brutstätte nebst Winterquartier anbieten. Innerhalb einer Woche wurde mit Unterstützung des Gonzenheimer Schreiners Peter Merk ein Eulen-Nistkasten gebaut und aufgehängt. Die Felder und Streuobstwiesen an den nahe gelegenen Erlenbach-Auen sind eine ideale Umgebung für die scheuen Tiere. Die Männchen verteidigen ihr Revier mit einem langgezogenen Kreischen.

Das dritte Eigenheim für Greifvögel, auf dem Reinhardtshof, ist ebenfalls bewohnt, aber nicht wie erhofft von Schleiereulen. Dort hat es sich ein Falkenpaar gemütlich gemacht. Weitere Scheunenbesitzer, die einen Nistkasten installieren wollen, werden gesucht.

Eifrige Mäusefänger

Schon vor über 100 Jahren waren Landwirte offenbar gern Gastgeber für die eifrigen Mäusejäger. In der Suleburc Chronik, Jahrgang 11 von 1980 steht in einem Aufsatz von Johannes Stroh mit dem Titel "Burgholzhausen 1900-1910": "Jede Scheune hatte in der Giebelwand eine offene Luke, das sogenannte Eulenloch. In der dunklen Scheune fanden die Schleiereulen (. . .) eine ihnen zusagende Nistgelegenheit. Vernünftige und aufgeklärte Landwirte sahen es gern, wenn Eulen in ihren Scheunen nisteten; denn sie vertilgten eine Unzahl von schädlichen Mäusen."

Laut Neubacher sind derzeit im ganzen Hochtaunuskreis nur insgesamt drei Brutpaare bekannt. Die beiden anderen wohnen in Ober-Eschbach. Ein Oberurseler Eulen-Paar hat in diesem Jahr aus unbekannten Gründen nicht gebrütet, berichtet der Ornithologe und Biologe. Vor einigen Jahren noch habe es im Usinger Becken, unter anderem in Grävenwiesbach mehrere Brutpaare gegeben.

Wer eine Schleiereule sichtet, wird gebeten, sie der HGON zu melden. So können Vogelbestände verfolgt und Nistmöglichkeiten gesucht werden. Auch andere Greifvögel oder Mehlschwalben und Mauersegler können gemeldet werden. Der Verband arbeitet eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen und versucht, die Reviere für bedrohte Vögel zu erhalten. Für die Finanzierung des Projektes zum Erhalt der Schleiereulen hat die HGON im Hochtaunuskreis einen zweckgebundenen Betrag aus der Umwelt-Lotterie von Lotto-Hessen erhalten. Sowie eine weitere Förderung zum Erhalt von Steinkauz und Streuobstwiesen. Neubacher ist erreichbar per E-Mail an: daniel.neubacher@hgon.de, Telefon 01 78-5 64 19 22. cg

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