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Fühlen sich wohl in Friedrichsdorf: die im Gewerbegebiet an der Max-Planck-Straße angesiedelten Unternehmen.

Marktforschungsumfrage

Kleine Firmen sollen unterstützt werden

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Die in Friedrichsdorf beheimateten Unternehmen fühlen sich in der Stadt sehr gut aufgehoben. Das ergab eine Umfrage unter 87 Firmen und Gewerbebetrieben. Keines der Unternehmen denkt über einen neuen Standort nach, einige möchten stattdessen weiter investieren.

Die Stimmung in der Friedrichsdorfer Geschäftswelt könnte besser kaum sein. So ließe sich kurz und knapp das Ergebnis einer Unternehmensbefragung zusammenfassen, mit der die Stadt Friedrichsdorf die Mainzer Marktforscher von LQM beauftragt hatte. Vorgestellt wurde das Resultat der Umfrage am Donnerstagabend von LQM-Projektleiterin Marieke Smilde-Becker in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Der Einzelhandel blieb außen vor.

Schon mit dem Resultat der ersten Befragung im Jahr 2007 hatte die Stadt angesichts eines guten Stimmungsbildes bei den Friedrichsdorfer Unternehmen zufrieden sein können, das aktuelle Gewerbemonitoring von 2017 zeigte aber noch deutlichere Verbesserungen, beispielsweise bei den Standortfaktoren wie Geschwindigkeit des Internetzugangs, Kinderbetreuungsmöglichkeiten oder dem Angebot an Arbeitskräften.

Von den 147 von LQM angeschriebenen Unternehmen konnte mit 87 ein Interview geführt werden, wie die Projektleiterin berichtet. Ausgesucht worden waren die Firmen und Gewerbebetriebe von der Wirtschaftsförderung der Stadt. Beim Großteil der Befragten (67 Prozent) handelte es sich um Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern.

Was das Image der Stadt Friedrichsdorf betrifft, gibt es gegenüber 2007 deutliche Verbesserungen in allen relevanten Bereichen wie Sauberkeit, Sicherheit, Wirtschaftskraft, Weltoffenheit oder Freizeitwert. „Auch die Werte für die Nähe zu den Kunden, die Verkehrsanbindung, das Angebot an Erweiterungsflächen für das Gewerbe sowie der Zugang zu Business-Netzwerken ist deutlich gestiegen“, sagte Smilde-Becker. Die Bewertung der Leistungen der Kommune sei aber noch ausbaufähig.

Wichtig war für die Stadt natürlich zu erfahren, wie es um das Image der Kommune bestellt ist. Und da konnte die Projektleiterin viel Gutes berichten: „Erfreulich hoch wurde die telefonische Erreichbarkeit der Behörde bewertet, ebenso die Kompetenz der Mitarbeiter im Rathaus. Schlecht schnitt die Stadt aber bei der Bearbeitungsgeschwindigkeit bei verschiedenen Vorgängen und der Transparenz von Genehmigungsverfahren ab.“

Angst, dass schon bald das eine oder andere Unternehmen die Stadt verlassen und die Gewerbesteuer künftig bei einer anderen Kommune bezahlen wird, muss die Stadt Friedrichsdorf nicht haben. 74 Prozent der befragten Unternehmen fühlen sich mit dem Standort Friedrichsdorf sehr verbunden, 62 Prozent wollen sogar weiter in die Stadt investieren.

„Eine der häufigsten Anregungen, die von den Unternehmen geäußert wurden, war der Wunsch nach einer stärkeren Unterstützung kleinerer Unternehmen“, sagte Smilde-Becker. Es bleibe aber unklar, wo die Hilfe ansetzen solle. Um dies abzuklären, sollte die städtische Wirtschaftsförderung verstärkt kleinere Firmen möglichst aus unterschiedlichen Branchen kontaktieren. Dann könne im Detail geklärt werden, wo den Unternehmen der Schuh drückt. Die Gespräche sollten einhergehen mit einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit der Wirtschaftsförderung. „Es ist bei der Befragung aufgefallen, dass einige der Firmen nicht über die Arbeit der Wirtschaftsförderung informiert sind oder sogar nicht von ihrer Existenz gewusst hatten“, sagte Smilde-Becker.

Außer der Steigerung gegenüber der ersten Bewertung vor zehn Jahren, schneidet Friedrichsdorf auch gegenüber den anderen 16 Kommunen, darunter, Hanau, Mainz und Potsdam, die das Gewerbemonitoring in Anspruch genommen hatten, in allen Bereich mit Abstand am besten ab, und insgesamt „überdurchschnittlich gut“, sagte die Projektleiterin.

„Wir können stolz sein, auf dieses Ergebnis“, sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne). Die Wirtschaftförderung werde künftig verstärkt Gespräche auch mit den kleineren Unternehmen suchen, um dort ins Detail gehen zu können. Mit allen Unternehmen regelmäßig ins Gespräch zu kommen, sei aber nicht möglich. Insofern sei das Ergebnis des Monitorings für die Stadt sehr hilfreich.

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