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Die Ampelanlage soll beim geplanten Umbau der Köpperner Straße der Vergangenheit angehören.

Umbau genehmigt

Köpperner Straße wird entschleunigt: Ampel und Linksabbiegerspur kommen weg

Zwei Themen beschäftigten die Mitglieder des Bauausschusses. Die langfristige Verkehrsberuhigung der Köpperner Straße und die Vergabe des Grundstücks in der Dreieichstraße zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums. In einem Fall herrschte Einigkeit, im anderen nicht.

Sage und schreibe 11 000 Autos fahren täglich über die Köpperner Straße, aber eine Verkehrsberuhigung sei dennoch das langfristige Ziel, sagte Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Verkehr und Umwelt der Stadtverordnetenversammlung. Im Zentrum der Betrachtung stand dabei die Kreuzung Köpperner Straße, Limesstraße und Gärtnerweg.

Derzeit wird der Verkehr dort über eine Ampelanlage geregelt. Und darüber hinaus gibt es eine Linksabbiegerspur von der Köpperner Straße in den Limesweg. Doch im Zuge der „Verkehr entschleunigenden Maßnahmen“ muss vor allem die Linksabbiegerspur weichen.

Aber auch die veraltete Ampelanlage, für die es im Falle eines Ausfalls keine Ersatzteile gebe, werde entfernt, wie es bereits in der Beschlussvorlage hieß. Die Ampelsteuerung ist dort nach Auffassung des Verkehrs- und Ordnungsamtes nicht mehr erforderlich und zudem sehr alt. „Im gesamten Stadtgebiet haben wir alte Ampelanlagen sukzessive abgebaut“, erläuterte der Bürgermeister weiter, diese seien kostenintensiv und fielen häufig aus.

Mehr Sicherheit für die Fußgänger

Ferner sei ein Rückbau der Linksabbiegerspur notwendig, um die verkehrsberuhigende Wirkung zu erhöhen, aber auch um die Sicherheit der Fußgänger beim Überqueren der Straße zu gewährleisten. Denn dort wo jetzt die Ampel den Fußgängern den Wechsel der Seiten auf der Köpperner Straße ermöglicht, werden künftig Zebrastreifen sein. Um den rollenden Verkehr an dieser Stelle zugleich abzubremsen, sollen sogenannte Fahrbahnverschwenkungen Auto-, Bus- und Lastwagenfahrer dazu bringen, die Geschwindigkeit zu senken. Der Einbau von Fahrbahnteilern als Querungshilfen im direkten Kreuzungsbereich ist wegen der Schleppkurven abbiegender Sattelzüge nicht möglich.

Reduzierung auf Tempo 30 ist nicht möglich

50 Kilometer pro Stunde seien hier erlaubt, sagte Burghardt. Und eine Reduzierung auf Tempo 30 sei nicht möglich, da die Köpperner Straße keine der dafür relevanten Voraussetzung erfülle, das heißt in der Nähe befinden sich keine Schule, kein Kindergarten, Krankenhaus oder Altenheim.

Nicht alles stieß auf Zustimmung bei den Parlamentariern. Dass die Linksabbiegerspur abgeschafft werden soll, sehen einige Ausschussmitglieder kritisch, weil sie einen Rückstau über die Bahnschienen befürchten. Claudia Schlick (FWG) fragte, ob ein Abbiegen dann nicht gefährlicher sei. 

Doch laut Beschlussvorlage sei es das angestrebte Ziel, den Verkehr zu verlangsamen und dazu gehöre die Abschaffung der Linksabbiegerspur. Ferner sei keine Rechts-vor-Links-Verkehrsregelung möglich, wie Schlick angefragt hatte, weil es sich bei der Köpperner Straße um eine Hauptverkehrsstraße handele.

Zebrastreifen benötigt?

Dirk Hoff (Linke) wünschte, dass die Fußgängerquerungen Gärtnerstraße und Limesstraße geprüft werden. Dort sei nämlich kein Zebrastreifen vorgesehen, „aber vielleicht wird dort auch einer benötigt.“ Die Baumaßnahmen sind im Übrigen erst für das Jahr 2021 vorgesehen, dann, wenn Gas- und Wasserleitungen in diesem Straßenbereich ohnehin erneuert werden sollen.

Dies planen Stadtwerke und die Netzdienste Rhein-Main allerdings erst zwischen 2019 und 2021. Daher werden die geschätzten Kosten von 150 000 Euro voraussichtlich erst dann im Haushalt budgetiert. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

von OLIVERA GLIGORIC-FÜRER

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