Die Konfirmanden haben fleißig Geld gesammelt.
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Die Konfirmanden haben fleißig Geld gesammelt.

Friedrichsdorfer Konfirmanden

Konfirmanden sammeln für Nachwuchs-Bäcker in El Salvador

Jugendliche aus den Favelas von San Salvador haben normalerweise kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Mit Hilfe der Friedrichsdorfer Konfirmanden können einige von ihnen eine Ausbildung beginnen.

Eine Handwaage für Mehl, Zucker und andere Zutaten kostet in El Salvador 20 Euro, 4 Säcke Mehl à 50 Pfund bekommt man für 100 Euro, ein Backofen für neun Bleche kostet 500 Euro. Das berichtet die dortige Organisation Servicio Social Pasionista (SSPAS), die dabei hilft, junge Leute aus schwierigen Verhältnissen zu Bäckern auszubilden. Brot für die Welt (BfW), das Entwicklungswerkes der evangelischen Kirchen in Deutschland unterstützt sie dabei. Friedrichsdorfer und Burgholzhäuser Konfirmanden haben für das Projekt gesammelt. Dekanatsjugendreferent Steffen Pohlmann hatte es ausgewählt.

Mit Unterstützung des Kirchenvorstandes haben die jungen Friedrichsdorfer an zwei Wochenenden auf dem Landgrafenplatz und im Taunus-Carré über das Projekt „Aus der Favela in die Selbstständigkeit“ informiert und fleißig mit den verplombten Sammelbüchsen geklappert. Die Burgholzhäuser sind unterdessen in ihrem Stadtteil von Haustür zu Haustür gewandert. Zusammen gekommen sind insgesamt 2034,42 Euro. Pohlmann überreichte den Scheck im Beisein der Konfirmanden und des Pfarrers Reiner Guists an Claudia Hadj Said von BfW. Die bedankte sich sehr und forderte die jungen Letue auf: „Erzählt doch mal von euren Erlebnissen.“

Lina (13) aus Friedrichsdorf berichtete: „Am Anfang war es schon komisch, doch dann haben wir beschlossen, wir sprechen einfach jeden an. Und das hat sich gelohnt.“ Jannyk (13), der in Burgholzhausen unterwegs war, erzählte: „Die meisten Leute haben 5 oder 10 Euro gegeben.“ Teamerin Alyssa (15) ergänzte: „Manche haben nach der Organisation gefragt für die wir sammeln. Und als sie BfW gehört haben, haben sie gern gespendet.“

Gemeindepädagogin Saskia Schlimbach, die sich um die Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde Friedrichsdorf kümmert und außerdem an der Philipp-Reis-Schule in der Schulseelsorge tätig ist, hatte sorgfältig aufgeschrieben, wie viele Spenden an welchem Tag zusammengekommen waren. Doch das war jetzt nicht mehr so wichtig, denn im Vordergrund stand: „Gemeinsam sind wir stark.“

Brot für die Welt ist in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnern helfen die Mitarbeiter der Organisation armen und ausgegrenzten Menschen, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern. Diese Partnerorganisation SSPAS bietet Kurse für benachteiligte junge Menschen an. Denn Jugendliche aus den Favelas von San Salvador haben normalerweise kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Der Weg in die Kriminalität scheint vorgezeichnet. Doch mit Hilfe einer praxisnahen Ausbildung können sie es schaffen, der Kriminalität zu entgehen und ein selbstständiges Leben zu führen.

Fast 7 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben laut BfW jedes Jahr an vermeidbaren Krankheiten und Unterernährung. Fast 170 Millionen Heranwachsende zwischen 5 und 14 Jahren müssen arbeiten. Mehr als 100 Millionen Kinder und Jugendliche leben auf der Straße. Tausende Jungen und Mädchen werden als Kindersoldaten missbraucht.

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