Er soll für die Grünen das Friedrichsdorfer Rathaus erobern: Lars Keitel.
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Er soll für die Grünen das Friedrichsdorfer Rathaus erobern: Lars Keitel.

Bürgermeisterwahl am 14. März 2021

Lars Keitel will in Friedrichsdorf ans Rathaus-Dirigenten-Pult

  • vonChristiane Paiement-Gensrich
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Er ist Konzertpianist, Grünen-Fraktionschef, Kreistags-Vize und jetzt Bürgermeister-Kandidat

Friedrichsdorf -Beim Jugend-Sinfonie-Orchester Hochtaunus, das er selbst gegründet hat, schwingt Lars Keitel seit zehn Jahren den Taktstock. Jetzt möchte der 50 Jahre alte Politiker und Konzertpianist auch bald im Friedrichsdorfer Rathaus den Ton angeben. Der Vorstand der Friedrichsdorfer Grünen schlägt den langjährigen Fraktionschef und stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden als Bürgermeister-Kandidaten vor. "Das hat das Gremium am Montagabend einstimmig entschieden", berichtet die Vorsitzende des Partei-Vorstands Daniela Fox. Amtsinhaber Horst Burghardt (Grüne) hatte am 14. August bekanntgegeben, dass er nicht mehr antritt.

Fox weiter; "Bei unserer Mitgliederversammlung am Freitag, 11. September, werden wir empfehlen, Keitel für die Bürgermeisterwahl am 14. März 2021 zu nominieren." Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Forum Friedrichsdorf. "Ich werde dann ausführlich über meine Beweggründe und Ziele sprechen. Die Entscheidung treffen unsere Mitglieder", betont Keitel im Gespräch mit dieser Zeitung. Trotzdem nennt er bereits seine wichtigsten Themen. "Die Zeit, die vor uns liegt, ist eine große Herausforderung. Und zwar sowohl in Bezug auf Wirtschaft und Soziales, als auch auf den Klimawandel", sagt Keitel.

Der Einfluss der Covid-19--Pandemie sei noch nicht abzusehen. "Wir wissen nicht, wie sich die Infektionszahlen in Herbst entwickeln, wenn es draußen kälter ist, und die Menschen sich wieder mehr in Innenräumen aufhalten. Wir wissen nicht, wie viele Bürger noch durch die Corona-Krise arbeitslos werden und wie viele Firmen Insolvenz anmelden müssen. Und wir wissen nicht, wie der Haushalt 2021 aussehen wird." Von der wirtschaftlichen und der sozialen Komponente werde die Frage abhängen, was sich die Stadt leisten könne. "Zugleich müssen wir den Kampf gegen den Klimawandel angehen. Da brennt es - symbolisch gesprochen - und da müssen wir auf kommunaler Ebene Maßnahmen ergreifen."

Dinge gestalten und verändern

Warum er sich das Bürgermeisteramt zutraut? "Ich bin seit 2001 Stadtverordneter und seit 2011 im Kreistag, habe also einen hohen Erfahrungsschatz", sagt er. Und er habe große Lust, hier in seiner Stadt Dinge zu gestalten und zu verändern. Faszinierend finde er die Herausforderung, mit Aufgaben umgehen zu müssen, die plötzlich entstehen. "Es ist ja nicht immer alles planbar."

Wie der Job an der Rathaus-Spitze mit seiner Musik zusammenpasst? Keitel leitet nicht nur sein Jugend-Sinfonie-Orchester, sondern unter anderem auch den Regionalausschuss Hochtaunus/Wetterau des Wettbewerbs Jugend musiziert. Und er ist seit 2019 zusammen mit Susanne Rohn und Dr. Andreas Bomba, künstlerischer Leiter des Bad Homburger Orgelfestivals Fugato. "Das alles sind große Projekte, die ich verantworte." Insofern seien die Aufgaben ähnlich wie in der Verwaltung einer Stadt. Und: "In beiden Fällen komme ich mit Menschen in Kontakt, gehe mit ihnen um und kann vielleicht gemeinsam mit einigen von ihnen neue Dinge schaffen." Zudem müsse ein Bürgermeister kreativ sein. "Das bin ich schon allein durch meinen Beruf als Pianist."

Trotzdem: Beides parallel geht nicht. "Wenn ich gewählt werden sollte, würde ich mich sehr freuen. Aber dann müsste zum Beispiel ein anderer das Jugend-Sinfonie-Orchester leiten", gibt Keitel zu. Doch so weit ist es noch nicht. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters beginnt erst in einem Jahr, am 1. September 2021. Jetzt arbeite er an seinen aktuellen Aufgaben weiter, sagt der Musiker. Und: "Ich freu mich aufs nächste Jahr. Wir werden wieder das neue Orchester zusammenstellen und verschiedene Projekte starten."

Selbstredend, dass er vor seiner Entscheidung, fürs Bürgermeisteramt zu kandidieren, ausführlich mit Familie und Freunden gesprochen hat. "Meine Frau unterstützt mich voll und ganz", erklärt er. Sein zweieinhalb Jahre altes Töchterchen dagegen wisse noch nicht, was ein Bürgermeister sei. "Die Kleine geht seit drei Wochen in den Kindergarten, die Eingewöhnungszeit ist gerade vorbei", sagt der stolze Papa.

Fox unterdessen nennt Keitel "einen der profiliertesten Kommunalpolitiker Friedrichsdorfs". Er sei genau der Richtige, die Politik der Stadt auf die künftigen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben auszurichten und diese mit Elan anzugehen. Für ihn spreche außerdem seine sympathische und kommunikative aber auch seine durchsetzungsstarke Persönlichkeit. "Darüber hinaus ist er durch seine Lehrtätigkeit, diverse Ehrenämter sowie seine Auftritte als Pianist und Dirigent vielen Friedrichsdorfern bekannt", ergänzt der stellvertretende Parteivorsitzende Johann Drexler.

Bürger können Lars Keitel am kommenden Samstag kennenlernen oder wiedersehen. Von 8 bis 12 Uhr sind die Grünen an einem Infostand an der Wilhelmstraße (am Übergang vom Einkaufszentrum Taunus Carré zum Landgrafenplatz) zu sprechen.

Von Christiane Paiement-Gensrich

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