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Prozess

Mann begrapscht Mädchen - Bewährung

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In der Taunusbahn zwischen Köppern und Friedrichsdorf ist ein Mann zudringlich geworden. Sein minderjähriges Opfer konnte fliehen. Die Tat wurde zum Teil von einer Überwachungskamera gefilmt, weswegen sich der Täter auf der Anklagebank wiederfand.

Ein 13 Jahre altes Mädchen setzte sich am 11. September des Vorjahrs gegen 15.30 Uhr arglos in die Taunusbahn, um von Köppern nach Friedrichsdorf zu fahren. Anfangs war das Mädchen allein im Waggon. Doch dann nahm ein Mann ihr gegenüber Platz, so ihre Schilderung später bei der Polizei. Er suchte sofort Kontakt zu dem Teenager und sprach die 13-Jährige an. Aber das Mädchen wollte kein Gespräch mit dem Fremden. Es sah demonstrativ aus dem Fenster.

Der Mitfahrer aber ließ nicht nach. Er fasste das Mädchen am Handgelenk und hielt es längere Zeit fest. Danach streichelte er ihre Oberschenkel und gab ihr mehrere Küsse, zuerst auf den Mund, dann auf beide Wangen. Zudem holte er noch ein Bündel Geldscheine hervor – mindestens 500 Euro, geschätzt. Das Kind fing an zu weinen, dann konnte es fliehen.

Ein Teil der Tat war von einer Überwachungskamera aufgenommen worden. So konnte der Täter ermittelt werden. Nun saß er in Bad Homburg vor Gericht, wo er wegen „sexuellen Missbrauchs eines Kindes“ angeklagt war. Für eine solche Tat sieht das Strafgesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Am Ende der Verhandlung waren es acht Monate auf zweijährige Bewährung, die der 23 Jahre alte Angeklagte erhielt. Außerdem muss er in der Bewährungszeit 1000 Euro an das Opfer zahlen.

Die gute Nachricht zuerst. Der Angeklagte räumte die Tat ein. Daher konnte die Richterin auf eine gerichtliche Anhörung des Kindes verzichten, was sich auch im Strafmaß für den Angeklagten als vorteilhaft erweisen sollte. Für die Tat hatte der Angeklagte keine Erklärung. Er schäme sich, sagte er. Zu dem von ihm in der Bahn hervorgeholten Geldscheinebündel sagte er, er habe nur dessen Vollständigkeit überprüfen wollen.

Bisher war der Angeklagte ein Mal wegen vorsätzlicher Sachbeschädigung vorbestraft. Da hatte er eine Geldstrafe erhalten. Doch von der Staatsanwältin war auch zu erfahren, dass es noch einen weiteren Fall gibt. Dieser Information zu Folge soll der Mann eine 16-jährige Schülerin auf ähnliche Weise im Zug bedrängt haben. Einzelheiten hierzu sowie der Stand der Ermittlungen wurden im Gericht nicht bekannt.

Zum jetzigen Verfahren sagte die Richterin: „Es war eine Tat mit erheblicher sexueller Intensität.“ Natürlich blieb auch nicht unerwähnt, dass das Kind unter diesem Vorfall noch immer erheblich leidet. Daran wird auch die Zahlungsauflage nichts ändern. Mit ihrem Urteil folgte die Richterin dem Antrag der Staatsanwältin. Zuvor hatte auch der Pflichtverteidiger das Strafmaß als angemessen angesehen. Der Angeklagte akzeptierte das Urteil, womit es rechtskräftig ist.

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