Mehr Wohnraum – auch für Senioren

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Öko-Siedlung, Bahnhof, Hoher Weg und Goers-Gelände: Wie ist der Stand der Dinge bezüglich dieser Bauvorhaben? Darüber informierten Ilka Rosenthal und Ulrich Nützel vom Stadtplanungsamt beim Gesprächskreis des Seniorenbeirats.

Soll es das Loft im siebenstöckigen Wohnturm sein oder doch eine Zwei-Zimmer-Wohnung in einem der mehrgeschossigen Bauten in der geplanten Ökosiedlung? „Alles ist möglich, denn der Bauträger, der von uns den Zuschlag für die Realisierung der Ökosiedlung bekommen hat, bietet verschiedene Wohntypen für Senioren an, die alle barrierefrei sind“, erklärt Ilka Rosenthal.

Rosenthal arbeitet im Stadtplanungs-, Umwelt- und Hochbauamt der Stadt. Gemeinsam mit Amtsleiter Ulrich Nützel stellte sie jetzt im Rahmen des Gesprächskreises des Seniorenbeirats die aktuellen Bauvorhaben der Stadt vor.

Bekanntlich sollen in der Ökosiedlung an der Plantation/Petterweiler Holzweg 350 Wohneinheiten entstehen. Der Fokus liegt auf einer Mischbebauung aus Häusern, Eigentumswohnungen und Mietswohnungen mit vielfältigen Wohnformen.

Doch bevor die Bagger rollen können, müssen zunächst die Schützen, die auf dem Gelände noch ihre Vereinsunterkunft haben, umziehen. „Wenn alles klappt, können die Schützen Ende des Jahres in ihr neues Domizil am Sportpark einziehen. Damit wäre dann Ende 2016 auch der Startschuss gegeben für die Erschließung des Baugebiets“, berichtet Rosenthal. „2021 soll die Siedlung fertiggestellt sein.“

Derzeit, so Rosenthal, laufe ein Wettbewerb, an dem fünf Architekturbüros teilnehmen. „Dabei geht es darum, Ideen für die Optik der Häuser in den Außenreihen des Quartiers zu sammeln. Denn die Ökosiedlung, betont Rosenthal, soll keinen uniformen Siedlungscharakter haben, sondern eine aufgelockerte Optik erhalten.

Auf dem Gelände werde es Freiflächen mit unterschiedlichen Qualitäten geben. „Am Eingang des Quartiers wird es einen Platz geben, der in zwei Hälften gegliedert sein wird“, führt Rosenthal aus. „In der einen Hälfte wird eine Kindertagesstätte entstehen, die andere Hälfte ist dem Seniorenwohnen gewidmet. Dort sollen 50 Wohnungen für ältere Menschen entstehen, mit der Möglichkeit des betreuten Wohnens. Rosenthal: „25 dieser Einheiten werden gefördert.“

Die Zuhörer im Gesprächskreis interessierte vor allem eins: die Anbindung des Quartiers an den öffentlichen Nahverkehr. „Es werden zwei Bushaltestellen eingerichtet: Die eine hat einen Anschluss an die Buslinie nach Köppern, die andere an die Stadtbuslinie, die auch Dillingen bedient“, erläutert Rosenthal.

Inwieweit gefördertes Wohnen auch beim zweiten großen Neubauprojekt der Stadt, der Bebauung des Geländes der ehemaligen Philipp-Reis-Schule (Hoher Weg Süd), Thema sein wird, kann Ilka Rosenthal nicht sagen.

„Der Kreis hat das ehemalige Schulgelände an den Bauträger BPD-Immobilienentwicklung GmbH verkauft. Derzeit wird für den Südbereich der Bebauungsplan aufgestellt. Es laufen Gespräche mit dem Investor, und noch gibt es offene Fragen“, betont Rosenthal.

Deshalb sei an dem Gerücht, das offenbar in der Stadt kursiere, dass 30 Prozent der Wohnungen für sozialen Wohnungsbau vorgesehen seien, nichts dran. „Momentan ist das nicht vorgesehen“, betont die Mitarbeiterin der Stadt.

In Geduld üben müssen sich die Bürger auch noch, wenn es um Fragen zur Gestaltung des Goers-Geländes („Landgrafenpassage“) geht. „Dies Fläche, die im Besitz der Stadt ist, gehört unbestritten zu den Sahnestückchen“, so Rosenthal. „Doch es gibt unterschiedliche Vorstellungen unter den Stadtverordneten, was wir dort realisieren können und was auf dieser relativ kleinen Fläche machbar ist.“ Deshalb werde es im Herbst eine Planungswerkstatt geben, bei der die unterschiedlichen Ideen und Vorschläge ausgearbeitet werden sollen.

Seit Jahren vieldiskutiert, auch innerhalb des Seniorenbeirats, ist das Thema barrierefreier Ausbau des Bahnhofs. „Es bewegt sich endlich etwas, wenn auch im Schneckentempo“, berichtet Rosenthal. Die Stadt habe Mitte des vergangenen Jahres mit der Deutschen Bahn eine Planungsvereinbarung getroffen. Knackpunkt: Die Bahn hat dreieinhalb Jahre Planungszeit. „Deshalb heißt es auch hier, dass wir uns in Geduld fassen müssen. Aber wir haben lange dafür gekämpft und sind froh, dass wir jetzt auf der Projektliste der Bahn stehen“, betont sie.

Wenn alles gut geht, so die Mitarbeiterin des Stadtplanungsamts, ist der Umbau 2020 geschafft. „Wir hoffen, dass dann alle Gleise barrierefrei erreichbar sind.“

Eine kleine Umfrage unter einigen Zuhörern lässt an diesem Tag erkennen: Die Friedrichsdorfer Senioren fühlen sich weitgehend gut informiert. Nur eine Sache bedauert Eva Seidel, Vorsitzende des Seniorenbeirats: Dass es ausgerechnet vom innerstädtischen Bauvorhaben auf dem Goers-Gelände und dem geplanten Altenpflegeheim keine Neuigkeiten gibt. „Denn Wohnen für Senioren in zentraler Lage ist das, was unsere Generation benötigt“, so Seidel.

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